Schlafmachender Mohn.
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Nutzen. Mehrere Varietäten des Mohns, mit gefüllten Blumen, worunter besonders die mit zer-schlitzten Kronenblättern bemerkenswerth sind, dienen als Zierpflanzen. — Die Samen werden theils als Ge-würz zu Speisen oder als Zusatz zu Backwerken benutzt, theils prefst man daraus ein angenehmes, fettesÖl, das Mohnöl, dessen Gebrauch umfassend ist. — Das Opium gehört seit alten Zeiten zu den geschätzte-sten, ja selbst unentbehrlichsten Heilmitteln bei allen Nervenkrankheiten, die auf Verstimmung des Nervensy-stems sich gründen, namentlich als schmerz- und krampfstillend. Man sieht aus seinem Gebrauche bei Starr-krampf, Hysterie, Spasmen aller Art, Kolik, Stickhusten, Gemüthskrankheiten, Unterdrückung von Auslee-rungen aus krampfhaften Zufällen, Ruhren und Durchfällen, ferner bei passiven oder asthenischen Entzündungen,metallischen und animalischen Vergiftungen, die günstigsten Erfolge. Auch äufserlich in Waschungen, Au-genwässern, Einreibungen und Klystieren leistet es vieL — Arzneiformen, in denen man das Opium anwen-det, sind das Pulver zu £—1 Gr., die Tr. Opii simpl. s. Thcbaica zu 3 — 8 Tr., die Tr. Opii crocata(Land, liquid. Sydcnhami) zu 3 —8 Tr., die Tr. Op. Bcnzoica zu |—1 Dr., das Extractum Opii aquo-sum zu i — 2 Gr., der Syrupus opiatus zu \— i Unze tägl. 2— 3 m. Überdies ist das Opium ein Haupt-bestandtheil vieler Composilionen, so z. B. des Pulvis Doweri, des Theriac, der Tr. Opii Eccardi u. s. f. —Dafs die Türken das Opium als ein angenehm berauschendes Mittel benutzen, ist bekannt. Der Zustand desRausches, der sich durch eine aufgeregte Phantasie, grofse Heiterkeit, fröhliches Lachen und Geschwätz be-kundet, dauert aber nur wenige Stunden, und Kälte, Traurigkeit, Abspannung, und Schläfrigkeit tritt anseine Stelle. Auch werden die Opiumesser dumm, kraftlos, magern ab und sterben früh.
Gegenmittel. Hauptmittel sind Brechmittel, Pflanzensäuren (Essigsäure, Citroncnsäure) reizende,flüchtige Mittel, Kaffee, Naphtha, Campher (Kaffee mit Citronensaft oder Essig), besonders kohlensaurer oderätzender Ammoniak 5 —10 Tr. mit vielem Wasser, zumal mit Ipecacuanha. Ist das Gift weiter in den Darm-kanal gedrungen, Purgirmittel. — Äufserlich sind Btulcntziehungen, Hautreize, Senfteige, Blasenpflaster, An-wendung der Magensprilzcn, Klysticre und kalte Übergiefsungen zweckmäfsig.
Erklärung der drei und vierzigsten Kupfertafel.
Das ganze blühende Gewächs (A. B.) mitten am Stengel durchschnitten, nach einem kleinem Exem-plar in nat. Grösse. C. Eiue Blumcnknospe von der (b) das eine der Kelchblätter (a) zurückgelegt ist. —Fig. 1. Der Stempel mit dem Tonis nebst zwei Staubgefäfsen in nat. Gr. — 2. Der Stempel von oben innat. Gr. — 3. Die abgeschnittene Narbe von der Unterseite, in nat. Gr. — i. Der Fruchtknoten der Querenaeli durchschnitten. — 5. Ein Durchschnitt eines der Samenträger noch an der Wand des Fruchtknotenssitzend. — 6. Der Fruchtknoten der Länge nach durchschnitten. — 7. Ein St.aubgefäfs in nat. Gröfse. —8. Ein Staubgcfäjs von der hinein Seile, vergr. — 9. Ein Staubbeutel von der schmälern Seite, aufge-sprungen und vergr. — 10. Ein Querdurchschnitt eines Staubbeutels, vergr. — 11. Mehrere Pollenkügel-chen. — 12. Eine reife aufgesprungene Frucht, in nat. Gr. — 13. und 14. Zwei von verschiedenen Seitengesehene Samen. — 15. Ein junges Pßänzchcn mit den Cotylcdoncn. — 16. Ein Pßänzchen mit meh-reren Blättern, in nat. Gr. — 17. Mehrere Samen in nat. Gr. — 18. Ein Same der Länge nach durch-schnitten, sehr stark vergröfsert mit dem Embryo. — 19. Ein Same der Quere nach so durchschnitten, dafsder Schnitt die beiden Cotyledonen traf (vergr.). — 20. Ein Same der Quere nach so durchschnitten, dafsdas Würzelchen getroffen ist, weniger vergröfsert.
EUPHORBIAE s. EUPHORBIACEAE Juss. II. Brown ♦).TRICOCCA Linn. TITHYMALI Adans.
Blumen zweihäusig oder einhäusig (zwitterig nach Anderer Ansicht). — Blumcnhüllc (nachAnderer Ansicht ganz fehlend) einfach oder doppelt.— Staubgefäfse eins oder mehrere: Staubfäden frei
*) Roeper hat in seiner schönen Enum. Euphorbiarum nur die Euphorbien systematisch beschrieben da°-e°-enbei den Keimungsunlcrsuehuiigen iu seiuen Abbildungen auch Ansichten von Mercurialis und Ricinus gegeben.
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