Druckschrift 
1 (1834) Phanerogamen
Entstehung
Seite
147
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Veränderlicher Eisenhut.

147

überhaupt alle Symptome einer slarken Entzündung, grofse Belästigung der Respiration, heftige Unruhe, selbstBrand und frecpiente Eiterung. Die Leichenöffnungen weisen mehr oder weniger Ueberfüllung in denVenen der Eingeweide, Röthung der Thcile worauf die Application geschah, und deutlichere oder undeut-lichere Spuren vorhergegangener Entzündung nach. Die Lungen fand man häufig strotzend vom Blut.

Nutzen. Obgleich schon seit den ältesten Zeilen der Eisenhut benutzt wurde, so brachte ihn dochbesonders erst Störk ') in Aufnahme. Man hat ihn gegen Rheumatismus und Gicht, Lungensucht, chroni-sche Nervenkrankheiten, Lähmungen, Asthma, Incontinentia urinae, Stockungen im Unterleibe, mehrere Ca-rhexien und Dyskrasien, bösartige Geschwüre, so selbst gegen Krcbsgcschwüre und chronische Wassersüchtensehr nützlich gefunden. Angewendet wird das getrockuete und gepulverte Kraut (Hb. Aconüi) von 1 Gr.an in steigender Gabe, das häufig durch die Bereitungsart unwirksame Extract in ähnlicher Gabe, häufigauch als Zusatz zu andern Mitteln, so biltern Exlractcn, Gummiharzen, Antimonialicn und Mercurialicn inPillen, ferner die aus den Blättern bereitete Tinctur, zu 10 40 Tr. und mehr, besonders aber die Tr. Aco-niti aetherea zu 15 20 Tr. lägl. m. m. Beachtung dürfte aber wohl ganz besonders das von Griefs-lieh 5 ) vorgeschlagene Vinum seminum Aconiti verdienen, da die Samen eine grosse Quantität des wirk-samen Bestandteiles enthalten, der nicht leicht beim Trockenen verloren geht, wie dies bei den Blälternder Fall ist.

Gegenmittel. Bei der Behandlung einer durch Slurmhut herbeigeführten Vergiftung gellen dieoben in der Einleitung für die durch narkotisch-scharfe Substanzen herbeigeführten Fälle angegebenen Grund-sätze und Heilmittel. Vegetabilische Säuren, namentlich Essig, kleine Gaben Wein und selbst Brechmittelsind empfehlenswert!!.

Erklärung der vierzigsten Kupfcrtafel.

Flg. I. Der obere Thcil nebst einem untern Stengclblalt B., des blühenden Stengels von Aconitumalli^aleatnm. nach Hayne a. a. O.

Fi;;, it. 12. 13. 14. 15. mehrere Blumen um ihre verschiedene Form zu zeigen. 16. Eine Blumevon der zum Tiieil die äufsern Blumenblätter weggenommen sind, um die Lage der Blätter der innern Ge-schlechlshüllc, so wie des Stempels und der Staubgefäfse zu zeigen. 17. Ein einzelnes Staubtefrifs,vergröfserl. 18. Die vergrößerten Stempel. 19, Die reifen, aufgesprungenen Kapseln. 20. EinSame in natürlicher Gröfse, 21. derselbe vergröfsert von der Seile, und 22. von vorn gesehen.

Fig. II. Der obere Theil des blühenden Stengels nebst einem untern Stengelblalt (A.) und derWurzel von Aconitum variabile tauricum ebendaher.

Fig. 1. Eine Blume, wovon die Blätter zum Theil weggenommen sind um das stehen gebliebene

2. Dasver-Ge-

scMechbshülle nebst den Slaubgefäfsen einzeln. 6. Die aufgesprungenen Kapseln. 7. Ein Same innatürlicher Gröfse. 8. Derselbe vergröfsert uud 9. der Quere, 10. aber der Länge nach durchschnitten.

Erklärung der ei

n u n

vierzigsten

u p

fertafcl.

Der obere Theil des Stengels nebst, einem untern Stcngelblatle (C.) vom Aconitum variabile. neu-bcrgen.se vom Clu sius'scben Standorte. Das oberste Ende einer Traube, und L. ein unteres Blatt derPflanae vom Linn.e' sehen Standorte. Beides ebenfalls nach Hayne.

' Fig. 1. Eine Blume, von der die Blätter der äufsern Gcschlechlshiille zum Tbeil entfernt sind nebsteinem dei< Blälichcn der innern Gcschleehtshülle, den Slaubgefäfsen und den Stempeln, daneben die Lippeeines Bläüehens der innern Geschlechtshülle, vergröfsert. 2. Ein Staübgefäfs vergröfserl. 3. Diejungen Früchte in natürlicher Gröfse. 4. Die aufgesprungenen Kapseln. 5. Ein Same in natürlicherGröfse. 6. Ein vergrößerter Same- 7. Ein der Quere nach und S. der Länge nach durchschnittener Same.

r ) Lib. de Slrammonio, IIvosc. Aconiio Tindob. 1762.

s ) Geiger Magaz. Bd. 25. £. 45 52.21 *