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1 (1834) Phanerogamen
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Sium Latifolidm. Breitblättriger Merk.

Wesentlicher Charakter. Stengel winklig. Die untern und obern Stengelblätter einfach ge-fiedert; Blättchen lanzettförmig, zugespitzt, am Rande sägzähnig. Die untersten (untergetauchten) Blätterdoppelt-fiederspaltig. Dolden endständig.

Beschreibung. Wurzel schief mit kurzem, fast kegelförmigem Wurzelstocke, viele einfache,starke Fasern und mehrere Sprossen treibend. Stengel aufrecht, fünfseitig, kahl, röhrig, ästig, zwei bisdrei Fufs hoch. Blätter kahl: die wurzelständigen lang gestielt, die im Frühling zuerst hervorkommen-den fast dreifach - gefiedert, die folgenden doppelt-gefiedert, die diesen folgenden einfach, gefiedert. Blätt-chen sägenartig, spitzig: die gepaarten bei den wurzelständigcn Blättern länglich, bei den stengelständigenlanzettförmig oder zuweilen sehr verlängert und fast sichelförmig gekrümmt; die unpaaren bei den wurzel-ständigen Blättern herzförmig oder eirund-länglich, bei den stengelständigen länglich. Blattstiele zusammen-gedrückt, etwas rinnenförmig, an der Basis scheidenförmig. Blumen in zusammengesetzten Dolden. Dol-den gipfelständig, seltener blattachselständig oder astachselstäudig. Ilauptdolde (Allgemeine Dolde) zwölf-bis zwanzig- und mehrstrahlig, mehr oder weniger halbkugelförmig, doch nur flach gewölbt; die Döldehenzwölf- bis zwanzig- und mehrblumig. Allgemeine Hülle drei- bis fünf- und mehrblältrig; Blättchen linien-oder lanzettförmig, ungleich, zuweilen gezähnt, zurückgeschlagen. Besondere Hüllchen ebenfalls drei- undmehrblättrig und zurückgeschlagen. Blättchen eirund-lanzettförmig oder lanzettförmig. Kelch mit demFruchtknoten verwachsen mit freiem, deutlich-fünfzähuigen Rand, Zähnchen spitz. Blumenkrone fünf-blätlrig. Kronenblättcr gleich, eingebogen-herzförmig, weifs. Die über dem Fruchtknoten liegende Drüse oftröthlich. Staubgefäfse fünf. ' Staubfäden fadenförmig. Staubbeutel rundlich, zweifächrig, röthlich.

Stempel. Fruchtknoten unterstäudig, eirund-rundlich. .Griffel 2, fadenförmig, zurückgebogen.Narben stumpf. Frucht eirund, {" lang. Achcncn mit 5 dicken, stumpfen Rippen, die fast so breitals die Thälchen sind. Eiwcifs reichlich. Embryo an der Spitze des Samens. Cotylcdoncn länglich,die beiden ersten Blätter des jungen Pfläuzchens dreilappig, die Lappen länglich, an der Spitze zwei- unddreizähnig. Das dritte Blatt dreizählig mit am Grunde keilförmigen an der Spitze gezähnten Lappen. Diefolgenden Blätter einfach gefiedert.

Vaterland. Die meisten Länder Europas namentlich Frankreich '), Ralien *), Schweiz '), Eng-land *), Deutschland ') bis Lappland 6 ) hinauf, doch nach Norden hin seltener, dann in Ungarn 7 ) undSiebenbürgen 8 ). Standort. Stehende Wassergräben, Teiche, Flufs- und Sceufer, sehr feuchte Wiesen.

Blühezeit. Julius und August.

Eigenschaften. Die Pflanze besitzt einen eigenen, widrigen etwas narkotischen Geruch.

Wirkung. Beyers ten ') beobachtete nach dem Genufs, der zu Anfang des August ausgegrabe-nen Wurzel bei einigen Kühen, Kälbern und Knaben heftige Raserei. Die Kühe griffen einander wüthendmit den Hörnern an, und von den Knaben starben sogar einige. Nach Schreber I0 ) ist aber die Wurzelim Sommer unschädlich and das Kraut wird vom Vieh zwar nicht eben gern, doch ohne nachtheilige Fol-gen gefressen. Neuere Vergiftungsfälle sind nun zwar nicht bekannt geworden, indessen mufs die Pflanzeimmer unter den höchst verdächtigen und zwar narkotisch - scharfen Gewäcli&en bleiben, bis vielseitige Er-fahrungen ihre Unschuld darthun.

Nutzen.

') Gouan Montpell. p. 219.5 Merat. Parts. 1810.; Decand. Fl. franc. 3446. 5 ) Pollini Veron. I.p. 365. 3 ) Gaudin Helvet. IL p. 431. *) Smith brü. 312. s ) Mert. u. Koch, Hoth.»u. s . f. a. a. O.') WahUub. Fl. Lappen, p. 71. ') Sadler Pestin. I. p. 223.,- Endlicher Posoniens. I. p. $41. *) Baura-gart. Enum. 1. p. 347. ») Kongl. Suensha Vetenscaps Acad. HandUngar 1750. IC ) Verm\ Schriften Th. III.S. 80.