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Sium Latifolidm. Breitblättriger Merk.
Wesentlicher Charakter. Stengel winklig. Die untern und obern Stengelblätter einfach ge-fiedert; Blättchen lanzettförmig, zugespitzt, am Rande sägzähnig. Die untersten (untergetauchten) Blätterdoppelt-fiederspaltig. Dolden endständig.
Beschreibung. Wurzel schief mit kurzem, fast kegelförmigem Wurzelstocke, viele einfache,starke Fasern und mehrere Sprossen treibend. — Stengel aufrecht, fünfseitig, kahl, röhrig, ästig, zwei bisdrei Fufs hoch.— Blätter kahl: die wurzelständigen lang gestielt, die im Frühling zuerst hervorkommen-den fast dreifach - gefiedert, die folgenden doppelt-gefiedert, die diesen folgenden einfach, gefiedert. Blätt-chen sägenartig, spitzig: die gepaarten bei den wurzelständigcn Blättern länglich, bei den stengelständigenlanzettförmig oder zuweilen sehr verlängert und fast sichelförmig gekrümmt; die unpaaren bei den wurzel-ständigen Blättern herzförmig oder eirund-länglich, bei den stengelständigen länglich. Blattstiele zusammen-gedrückt, etwas rinnenförmig, an der Basis scheidenförmig. Blumen in zusammengesetzten Dolden. Dol-den gipfelständig, seltener blattachselständig oder astachselstäudig. Ilauptdolde (Allgemeine Dolde) zwölf-bis zwanzig- und mehrstrahlig, mehr oder weniger halbkugelförmig, doch nur flach gewölbt; die Döldehenzwölf- bis zwanzig- und mehrblumig. Allgemeine Hülle drei- bis fünf- und mehrblältrig; Blättchen linien-oder lanzettförmig, ungleich, zuweilen gezähnt, zurückgeschlagen. Besondere Hüllchen ebenfalls drei- undmehrblättrig und zurückgeschlagen. Blättchen eirund-lanzettförmig oder lanzettförmig. — Kelch mit demFruchtknoten verwachsen mit freiem, deutlich-fünfzähuigen Rand, Zähnchen spitz.— Blumenkrone fünf-blätlrig. Kronenblättcr gleich, eingebogen-herzförmig, weifs. Die über dem Fruchtknoten liegende Drüse oftröthlich. — Staubgefäfse fünf. ' Staubfäden fadenförmig. Staubbeutel rundlich, zweifächrig, röthlich.
— Stempel. Fruchtknoten unterstäudig, eirund-rundlich. — .Griffel 2, fadenförmig, zurückgebogen.Narben stumpf. — Frucht eirund, {•" lang. Achcncn mit 5 dicken, stumpfen Rippen, die fast so breitals die Thälchen sind. Eiwcifs reichlich. Embryo an der Spitze des Samens. — Cotylcdoncn länglich,die beiden ersten Blätter des jungen Pfläuzchens dreilappig, die Lappen länglich, an der Spitze zwei- unddreizähnig. Das dritte Blatt dreizählig mit am Grunde keilförmigen an der Spitze gezähnten Lappen. Diefolgenden Blätter einfach gefiedert.
Vaterland. Die meisten Länder Europas namentlich Frankreich '), Ralien *), Schweiz '), Eng-land *), Deutschland ') bis Lappland 6 ) hinauf, doch nach Norden hin seltener, dann in Ungarn 7 ) undSiebenbürgen 8 ). — Standort. Stehende Wassergräben, Teiche, Flufs- und Sceufer, sehr feuchte Wiesen.
— Blühezeit. Julius und August.
Eigenschaften. Die Pflanze besitzt einen eigenen, widrigen etwas narkotischen Geruch.
Wirkung. Beyers ten ') beobachtete nach dem Genufs, der zu Anfang des August ausgegrabe-nen Wurzel bei einigen Kühen, Kälbern und Knaben heftige Raserei. Die Kühe griffen einander wüthendmit den Hörnern an, und von den Knaben starben sogar einige. Nach Schreber I0 ) ist aber die Wurzelim Sommer unschädlich and das Kraut wird vom Vieh zwar nicht eben gern, doch ohne nachtheilige Fol-gen gefressen. Neuere Vergiftungsfälle sind nun zwar nicht bekannt geworden, indessen mufs die Pflanzeimmer unter den höchst verdächtigen und zwar narkotisch - scharfen Gewäcli&en bleiben, bis vielseitige Er-fahrungen ihre Unschuld darthun.
Nutzen.
') Gouan Montpell. p. 219.5 Merat. Parts. 1810.; Decand. Fl. franc. 3446.— 5 ) Pollini Veron. I.p. 365. — 3 ) Gaudin Helvet. IL p. 431. — *) Smith brü. 312. — s ) Mert. u. Koch, Hoth.»u. s . f. a. a. O. —') WahUub. Fl. Lappen, p. 71. — ') Sadler Pestin. I. p. 223.,- Endlicher Posoniens. I. p. $41. — *) Baura-gart. Enum. 1. p. 347. — ») Kongl. Suensha Vetenscaps Acad. HandUngar 1750. — IC ) Verm\ Schriften Th. III.S. 80.