Giftiger Salat.
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Stempel: Fruclilknoten eiförmig, grünlichweifs, etwas zusammengedrückt, oben mit einem Stielchen.Griffel fadenförmig, die Staubkölbchen - Röhre um ein Viertel ihrer Länge überragend. Narben zwei, zu-rückgekrümmt, gelb. — Frucht: Achcne fast lanzettförmig, zusammengedrückt, gestreift, schwarzbraun. —Ei weifs fehlend. Embryo aufrecht, gerade.
Vaterland. Portugal')? Spanien»), Italien»), Frankreich"), England 5 ), Schottland 6 ), Deutsch-land 7 ), Ungarn e ), überhaupt wohl ganz Europa mit Ausnahme weniger (nördlicher) Länder. — Standort.Auf gutem oder wenigstens mäfsig-gutem Boden, besonders an Hecken, Mauren, auf Schutthaufen, aber auchin Gärten. — Blühezeit. Julius und August. — Fruchtreife. Julius, August und September*).
Eigenschaften. Der Giftlattig besitzt in allen Theilen einen weifsen Milchsaft und einen sehr bit-tern, eckelbaften, später brennenden Geschmack und starken, widrigen, betäubenden Geruch. Nach Klinck 9 )enthalten' 5 Pfund des Lattichs gegen 20 Unzen Milchsaft. Der Milchsaft enthält nach Pfaff 10 ) undKlinck 8,75 Wachs; 7,50 beim Verbrennen angenehm riechendes Hartbarz; 22,50 Caoutchouc; 51,25 inWasser lösliche Thcilc: (Bitterstoff, Gummi, Eiweifssloff, freie Lactucasäure, laclucasauren Kalk und Magnesiaund Salpeter); 10,00 Wasser. Die Destillation des frischen Saftes giebt eine Lackmus nicht röthendeFlüssigkeit vom virösen Geruch und Geschmack des Krautes. Der frische Saft röthet das Lackmuspapier,gerinnt durch Säuren und Weingeist, und wird an der Luft gelb. Die Lactucasäure ist der Klee- und Ap-felsäure sehr verwandt. Trommsdorf ") fand bei der Destillation auch ein flüchtiges, stinkendes Ol.
Wirkung. Der Giftlattig wirkt in kleinen Gaben (zu 3 — 20 Gr.) krampfsiillcnd, beruhigend, auf-lösend, Harn- und Schweifstreibend, dem Bilsenkraut ähnlich, in grofscu Gaben entstehen die Zufälle einernarkotischen Vergiftung. Beispiele von wirklichen Vergiftungen damit au Menschen sind noch nicht bekanntgeworden, doch gehört er zu den verdächtigen Substanzen, da nach Glaser der Milchsaft auf empfindlicheStellen der Haut, z. B. des Gesichts gebracht, Entzündung und einen Ausschlag hervorbringt. Zwar habendie von Orfila Is ) mit Hunden angestellten Versuche bei der innern Anwendung keine erheblichen Resul-tate geliefert, indem von zwei Hunden einer, dem man 1} Pfund frischer Blätter gab, sich eben nicht übelzu befinden schien, während ein anderer (dem aber die Speiseröhre unterbunden war!) welchem man 3 Drachm.Extract reichte, am zweiten Tage starb. Nach der Application auf das entblüfste Zellgewebe der Rückensaber wurde von Orfila der Tod nach 2 — 5 Tagen und nach Injcclionen in die Jugularvenen nach 3 —20 Minuten beobachtet. Die Symptome, welche an den Hunden wahrgenommen wurden, als der Lattigwirkte, waren die einer narkotischen Vergiftung.
Anwendung. In der Heilkunde macht man, doch im Ganzen nur selten, vom Lattich bei Brust-affectionen, Asthma, Stickhusten, Brustwassersucht, Unterleibsstockungen, Gelbsucht und gegen Herzkrank-heiten Gebrauch.
Gegenmittel. Als solche werden die bei narkotischen Vergiftungen überhaupt anwendbaren dienen.
Erklärung der drei und zwanzigsten Kupfertafel.
Das ganze Gewächs nach einem kleinen Exemplar in natürlicher Gröfse, nebst einem untergelegtenBlatt im Contour von Lactuca Scariola. — Fig. 1. Eine einzelne Blume (vergr.). — 2. Eine einzelne ausgebrei-
') Brotero Lusit. 1. p. 316. — 2 ) Synops. plant. Arrag. p. 109. — 3 ) Pollini Veron. IL p. 583; Seb. etMauri Fl. Rom. p. 269. — *) Duby Bot. Gall. p. 296. — 5 ) Engl. Bot.; Huds. Flor. Jngl. etc. — 6 ) Hook.Scet. 227. — ') R 0 tb., Hoffm. etc. — ") Luronitz Poson. p. 766.
*) Von der äufserst nahe verwandten Lactuca, Scariola soll sich die L. virosa nach Hayne a. a. O. blos durchdie blos ausgebuchteten, nicht aber, wie bei L. Scariola schrotsägenartig-fiederspaltigen untern Blätter (siehe das unsererFigur untergelegte Blatt) unterscheiden.
') Diss. ehem. de Lact. vir. Kiliae 1820. — I0 ) Mat. med. VI. 501. — SI ) Journ. XVI. St. 2. S. 361. —,a ) Traue d. poiss. II. p. 14s.
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