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Ctnanchum Vincetoxicum.
Körper mit den Fortsätzen sitzen. — Frucht: Balgkapseln zwei, aber selten beide sich ausbildend, ver-längert-länglich, lang-zugespitzt, fein gestreift, kahl, nackt, euifächrig. — Saamen mehrzählig, fast zwei-reihig, fast umgekehrt-eiförmig, zusammengedrückt, geflügelt, am spitzem, obern Ende mit Haarwolle gekrönt,einem nahtständigen, bei der Fruchtreife sich lösenden, unregelmäfÄg-gezäbnten Träger angeheftet. — Em-bryo fast spatelförmig, zuweilen doppelt. TYürzelchen umgekehrt, am Schopfende des Saamcns. — BeimKeimen schiebt sich zuerst aus dem Schopfende des Saamens durch eine Spalte das Würzelchen warzenartighervor, später folgen die gestielten Cotylcdonenbasen, das Knöspchcn zwischen sich einschliefsend, währenddie Cotylcdonen, vom noch nicht verzehrten Theil des Eiweifskörpcrs umgeben, im Saamen zurückbleiben.Die ersten Blätter sind eiförmig, an der Basis keilförmig. Eben nicht selten sprossen zwei Pflänzchen auseinem Saamen hervor.
Vaterland. Ganz Europa und das nördliche Asien) (Sibirien '). Namentlich hat man es in Portu-gal a ), Spanien '), dann in Frankreich ♦), in der Schweiz, Deutschland 5 ), Dänemark <), Schweden bis Finn-land 7 ), doch nicht bis Lappland hinauf, dann in Italien'), Galizien'), Ungarn 10 ), Griechenland") undTaurien 12 ), ja selbst in Syrien 13 ) beobachtet. — Standort. Besonders auf Hügeln oder am Fufse derGebirge, oder in trockneren Laubwäldern, an Hecken u. s. f., auf thonigem oder kalkigem, selbst etwas san-digem Boden. — Blühezeit. Mai und Juni, und einzeln bis in den August. — Fruchtreife. Augustund September.
Eigenschaften. Die Pflanze, besonders die Wurzel derselben, besitzt einen eigentümlichen, durch-dringendenGeruch, und einen anfangs süfslichen, nachher aber scharfen Geschmack. — Die Bestandteile sindnach Feneulle I4 ): ein flüchtiges Öl; eiu fettes Öl, fast von Wachsconsistcnz; ein vom Emetin verschiede-nes, brechenerregendes Prinzip; eine Art Harz; Schleim; Satzmehl; pcctisdhe Säure; Holzfaser; saure äpfel-saure Kali- u. Kalk-Salze; sauerkleesaurer Kalk; Kieselerde und Salze. Vom Vieh wird das Gewächs nurungern gefressen. Die Blumen dagegen sind wegen ihres Honigreichthums von den Bienen sehr besucht.
Wirkung. Nach Orfila's'*) an Hunden mehrmals angestellten Versuchen gehört die Pflanze zuden als scharfe Gifte sehr verdächtigen Substanzen, denn er sähe bei den nach 1 — 2 Tagen an den Fol-gen der Vergiftung gestorbenen Individuen den Magen entzündet. Viele, besonders die altern Ärzte, rechnendie Schwalbenwurz zu den ätherisch-öligen, diaphoretischen und diuretischen Mitteln, neuere, wie Richter I6 )zu den scharfen. Die Wurzel soll auch Brechen erregen.
Anwendung. Früher wurde die Wurzel als Rad. Hirundinariac s. Vincetoxici (Schwalbenwurzoder deutsche Contrayerve) gegen Wassersuchten, Mangel der Menstruation, Skrofeln, Brustabscesse, ner-vöse Fieber, sogar Pest und Ausschläge, namentlich bei verzögertem oder unterdrücktem Ausbruch der Blat-tern, augewendet und zwar im Pulver zu 1 Scr. bis \ Dr. oder im Aufgusse zu 3 — 4 Unzen, und auchdem Pulvis Scillae compositus Stahlii zugesetzt. In Finnland soll man die Pflanze gegen Schlangenbifsgebrauchen. Aus den Stengeln kann man eine Art Flachs erhalten * T ), und die Wolle der Saamen läfst sichzu Zeugen verarbeiten ' 8 ).
') Gmel. Fl. Sibir. T. IV.. p. 77. — 3 ) Brotero Fl. Las. 1. p. 412. — 3 ) Sjnops. stirp. Arrag. p. 30. —*) Duby Bot.Gall. p. 324.; Villars Dauph.; Benth. Cat. p. 74.; Lapcyrousep. 127.; BC. Fl.franc.p. 2790. —') Hoffm., Mert. u. Koch, Roth, Gmel. FL Bad. I. p. 35S. u s. f. a a. O. — 6 ) Flor. Dem. — ") Wahlen-berg Fl. suec. p. 155. — 8 ) Pollini Fl. Veron. I. p. 309. — ') Besser Fl. Gal. n. 292. — l0 ) Lumnitzer Posonp. 97.; Sadler Pestin. I. 198. — ") Smith Prodr. ß. Graec. 1. p. 166. — I2 ) Bieberst. Fl. Tauro-C,p. 17S. — I5 ) Ehrenbcrg (vid. spee). — I4 ) Journ. d. chim. med. 1S2S. Juill. 346. — ") Traue des f
T. IL p. 341. -Abh. 1. S. 24t
6 ) Arzneimittel!. Bd. IL S. 27S
c. I.
'aite des poisons.
,7 ) Schwed- Abh. 1774. S. 254. — ««) Glcditsch