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Ctclamen Eubopaeüm.
Vaterland. Creta '), die Pyrcnecn *), Frankreich J ), Italien *) (u. zwar in den nördlichen Provin-zen), die Schweiz ! ) an mehrern Orten, Deutschland 6 ) (wohl nur die mittlem und südlichen Länder), na-mentlich Schlesien (auf dem Schnceberge nach Crocker), Böhmen (Böhmer Wald, in der Nähe der mähri.sehen Grenze 7 ), Mähren, Ostreich 8 ), Salzburg 9 ), Baiem, England I0 ), Siebenbürgen "), Taurien ,2 ).
Standort. In schaltigen Laubwäldern auf nicht zu hohen Bergen und auf Vorbergen. — Blühezeit.April und Mai und im Herbste zum zweitenmale, in Italien und in den Gärten cultivirt vom Mai an denganzen Sommer hindurch *). — Fruchtreife. Erst im Frühling des kommenden Jahres.
Eigenschaften. Die knollige Wurzel des Saubrods hat eben keinen ausgezeichneten Geruch, wohlaber einen anfangs schleimigen, dann süfslichen, fast nufsähnlichen, später aber scharfen und widrigen Ge-schmack. Eine Analyse davon ist wohl noch nicht geliefert, da auch Fechner : 3 ) keine anführt.
Wirkung. Die Schärfe, welche man darin findet, scheint flüchtig zu sein, da sie durch Einwirkungder Hitze und beim Trocknen schwindet, so dafs die Knollen dann sogar efsbar werden '*), bewirkt abernach vielen Schriftstellern ' 5 ) heftiges Purgiren, ja man will nach ihrem Genufs blutige Stühle, Entzündun-gen der Schleimhäute des Darmkanals, kalte Schweifse, und selbst den Tod gesehen haben * 6 ). Der frischeSaft soll Erbrechen erregen. Aufser diesen Wirkungen werden dem Saubrod auch zerthcilendc, wurmwidrigeharn - und schweifstreibende, das Ausfallen der Haare verhindernde und hautreiuigende zugeschrieben. DieAlten ,T ) rcchnclen es zu den Mitteln, welche leicht Abortus, und zwar selbst äufserlich gebraucht,hervorbringen.
Anwendung. In den neuern Zeiten hat mau wohl den Gebrauch der Wurzel, die früher eben sowie der aus ihr bereitete Saft angewendet wurde, verlassen. Sie wird von altern Ärzten bei Kröpfen, Ge-schwülsten, Milzverhärtungen, Asthma, Gelbsucht und Hautkrankheiten empfohlen ' s ). Die frische Wurzelwendete man gewöhnlich mit Honig an, trockene Wurzeln gab man 1 Dr. p. d. und zum Aufgufs \ U. Dasmittelst Weingeist oder Essig bereitete Extract reichte man von 1 Ski'. — \ Dr. — Plinius lobt die Wur-zel gegen Schlangcnbifs und Dioscorides und Paulus Aegincta liefsen 3 Dr. mit Honig als Harn- undSchweifstreibendes Mittel nehmen. Auch bereitete man daraus Stuhl- und Mutterzäpfchen, erstere zum Er-öffnen, letztere um die Menstruation zu befördern. Zerstofsen und mit Honig vermischt bediente man sichihrer gegen Hautausschläge, Wunden und Ausfallen der Haare. Die im Herbst eingesammelte und an Fädengetrocknete Wurzel sollte nach Oribasius zertheileu. Der frische Saft wurde, um zu eröffnen oder Brüchezu reponiren, in den Unterleib eingerieben, mit Baumöl von P. Aegineta zur Eröffnung der Hämorrhoidal-knoten und mit Essig vermischt gegen Vorfall des Mastdarms empfohlen. Gegen Mundfäule und Nasenblutenbrauchte man ihn ebenfalls. Dann machte er einen Bestandteil zweier sehr zusammengesetzten Salben(Ungucntum de Arlhanita minus seu Ung. sohUivum und Ung. d. Arthanita majus) aus, wozu andere
') Smith prodr.fl. «raec. P. I. s ) Bcntharo Cat. p. 74. s ) DC. Sjnops. p. 20S. «) Pollini Flor. Vero-neniis T. 1. pag. 224. 5 ) Gaud, Fl. Hclv. II. pag. 73. Hall. Enum. uirp. Helv. p. 499. 6 ) Mert. u. K., Hoth.Bluff, etc. a. a. O. 7 ) Pohl Tent. flor. Boh. I, S. 192. Presl.yZ. cech. 8 ) Schult. Östr. Fl. a. a. O. ") Roth■a. Mert. u. K. a. a. O. I0 ) Smith, Curtis a. a. O. ") Baumgart. Enum. I. pag. 139. i; ) Biberst. Flor.Tauroc. ") Resultate der bis jetzt untern. P/lanzenanaljsen Leipz. 1S29. 3. **) So werden sie in manchen Gegendeni. B. in Astrachan, in Asche gebraten, wodurch sie einen kastanienartigen Geruch bekommen, gegessen. Schober inMüll. Samml. Russ. Gesch. Th. I. S. SS. " 5 ) Linn. mat. med. p.63; Boerhave, b. Haller M a. O.; Orf ila T. I.p. 757. Dodon. Uirp. liist. p. 337,- Murray Vorrath von Heilmitteln Bd. 2. (r. Altliof) S. 40. I6 ) Thomsonsconspectus of the pharmaeep. Lond. 1S24. p. 155. I7 ) Di ose. Mat. med. L. 2. c. 193. Serapion de simpl. med.,8 ) Galen, d. simpl. Lib. Vll.
) Wenigstens blüht es bei den hiesigen Kunstgartnern, Gebrüdern Matthieu, in einem freien Gartenbete, woes selbst Samen in reichlicher Menge trägt, vom Mai bis zum Ende des Sommers.