Gefleckter Aron.
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Vaterland. Portugal 1 ), Frankreich*), Eugland 5 ), Schottland*), Deutschland'), (doch, wie esscheint, in manchen Ländern und Provinzen reiten, z. B. in Schlesien, Brandenburg,) die Schweiz 6 ), Däne-mark 7 ), der Pelopones und griechische Archipel 3 )*). — Standort. Besonders Laubwälder mit gutemBoden. — Blühe zeit. Mai, Juni. — Fruchtreife. Juli, August.
Eigenschaften. Fast alle Theile des Gewächses sind giftig. Die frische Wurzel besonders enthältin ihrer weichen, mehligen Masse einen scharfen, ätzenden Saft, welcher beim Kauen wie Pfeifer brenntund schon durch seine Ausdünstung die Augen reizt, nach dem Trocknen der Wurzel aber zum Theil ver-loren geht. An feuchten Orten, z. B. in Sand oder Erde aufbewahrt, bewahrt sie nach Trommsdorff dieseSchärfe lange. Auch die Blätter brennen beim Kauen wie Pfeifer und lassen lange ein Gefühl zurück, alssei die Zunge electrisirt. Bucholz 9 ) stellte seine Analyse nur mit trocknen Wurzeln (worin also der scharfeStoif fehlte) an und erhielt in 1000 Theilen: Stärkemehl 714; Tragantähnlichen Stoff ISO; Gummi 56;Schleimzuckerariigen Pilanzenscifenslolf 44; eigenthümliches fettes Öl 6. In der Asche waren: kohlensauresKali, kohlensaurer und phospborsaurer Kalk. Der scharfe Stoff ist wahrscheinlich alealischer Art, indem derausgeprefste Saft der frischen Wurzeln Veilchensaft grün färbt.
Wirkung. Die Wurzel und die Blätter sind sehr scharf und hinterlassen in allen Theilen, welchesie berühren, einen brennenden, zusammenziehenden Schmerz; sie erregen Brechen, sogar Blutbrechen, heftigeC'oliken und Durchfälle, Magenkrampf, Unterleibsentzündung, und selbst tödtliche Folgen sind bekannt. DieWurzel röthet die Haut und zieht selbst Blasen, auch wirkt der beim Zerquetschen derselben aufsteigendeDunst auf die Augen. Orfila I0 ) sah Hunde, welche frische Wurzel bekamen, nach 24—36 Stunden ster-ben; man bemerkte an ihnen nur Abgeschlagenheit, und nach der Section einige Entzündung des Darmcanals.Nach Bulliard") starben von drei Kindern, welche die BläLter afsen und heftige Convulsiouen bekamen,eins nach 12, ein anderes nach 16 Tagen.
Anwendung. Die Wurzel wurde sonst frisch und getrocknet (namentlich als Pulver zu 10—15 Gr.gesen Verscbleimung, chronische Rheumatismen u. s. w.) gebraucht, jetzt giebt man sie seltener. Die pas-sendste Form ist wohl die schon in älteren Zeiten aufbewahrte Coiiscrva Art (zu 1 — 2 Dr.), wo die Schärfedes Mittels durch den Zucker gemildert wird. So kam auch Aronswurzel zu mehreren Mitteln fremder Phar-jnacopöen z. B. zum Pulvis stonlachicus Birkmanni, zum Pulvis de Aro compositus u. s. f. — Ein durch-aus mildes Kraftmehl (Faccula Art) giebt der aus der ausgeprefsteu, frischen Wurzel ausgeschiedene undsorgfältig mit Wasser ausgewafchene Bodensalz. In Slavonien ' s ) kocht und dörrt man die Wurzel und be-dient sich ihrer als unschädliches Nahrungsmittel. Auch als Seife gebraucht mau sie. r 3 ) Die zu einem Breieingekochten Stengel werden zum Bleichen benulzt. ' *) Die frische Wurzel soll den verdorbenen Wein ver-bessern. ' s ) Mit den Beeren des Gewächses färbt man roth ' 6 ) u. s. f. Die Bären sollen der Pflanze sehrnachstellen.
Gegenmittel. Da ihre Schärfe gewifs alealischer Natur ist, so glaubt man es erklärlich, dafs Essigdas vorzüglichste Gegengift sei.
') Broter II. p. 3S1. — ») Dec. Syn.; Vill. Delph. T. I. p. 384.; Hetnl fl. d. Paris p. 379. — 3 ) Huds.angl. p. 395.; Curt.yZor. Lond. u. s. f. — ") Lightf. Fl. Scot. Vol. I. p. 528. — s ) Bluff u. Fingerh., Roth u.s. f.. *. a. O. — ') Schleich. Cot. u. s. f. — 7 ) Fl. dan. a. a. O. — 8 ) Smith prodr. fl. graec. Vol. I. p. 528.
*) Das Arum italicum kann man nicht als ersetzende südliche Form des Arum maculatum ansehen» da beide inmanchen Ländern, z- B. Baden (Gmel. Fl. Bad. HL p. 5S4.), gleichzeitig rorkommen.
') Almanach 1810. S. 122. — '<>) a . a. O, T. I. p. 759. — ") Plant- vettert.
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2 ) Anguillara degli
simplici Venet. 1561. p. 128., s. Gmelin S. 337. — I3 ) Navier Amolissement des os p. 75.; Houttuyn Pflanzen*syst. 6. 464.— '•) Ehrhard Oeeonom. Pflanzenhistorie B. V. S. 201.— ") Gmel. Fl. Bad. III. p.öSo.— ") Ehr-hard a. a. O. —
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