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Paris Quadhifolia. Vierblättrige Einbeere.
Saft wie Opium wirke, dafs Menschen nach dem Genüsse der Samen Erbrechen und Magenkrampf bekommenhätten, und dafs Hühner danach gestorben wären, (was auch Gesner hörte,) ist nicht sicher verbürgt. In-dessen ist alles dieses verdächtig, und die Prüfung der Theile des Gewächses noch den experimentirendenToxicologcn vorbehalten. Orfila') erwähnt ihrer nur kurz und scheint noch nicht eigene Erfahrung darüberzu haben. Bei Richter 2 ) steht die Einbeere unter den scharfen narcotischen Mitteln und in allentoxicologischen Werken, ja in allen Giftbüchelchen wird sie als giftig genannt.
Anwendung. Bergius 3 ) wendete das pulverisirte Kraut zu 1 Scr. Abends beim Keuchhusten an,wonach der Schlaf ruhiger und der Zustand besser wurde, auch gelinder Stuhlgang erfolgte. Sonst hieltman in den Apotheken Wurzel, Kraut und Beeren (Radix, Herba et Baccae Paridis, Folia solaniquadrifolii, Ulvae versae s. vulpinac). Die Älteren rühmten ihren Gebrauch innerlich gegen Schmerzen,Gichtern, Wahnwitz und Raserei, und äufserlich gegen Entzündung. In Sachsen *) wurde ein eignes Gegen-mittel gegen Tollen - Hundsbifs gemischt (Pulvis alexipharmacus Dresdcnsis, oder Antidotmn Saxonicum),worin die Hauptbestandteile Blätter und Beeren der Einbeere waren, so wie Wurzel und Rinde des Seidel-bastes. — Aus den unreifen Beeren kann man eine schöne grüne Farbe bereiten. Die Blätter färben Garn,welches mit Alaunwasser benetzt wurde, gelb. ! )
Gegenmittel. Gesner's Anwendung von Essig und Wein reiht sieh an die schon öfter genanntenMittel gegen die scharfen - narkotischen Gifte.
Erklärung der sechsten Kupfertafel.
Das blühende, ganze Gewächs in natürlicher Gröfse. Fig. 1. Ein Blatt der üufseren und 2. der in-neren Geschlechtshülle, beide mit dem ihrer Basis anhängenden Staubgefäfs, in natürlicher Gröfse.— 3. Eineinzelnes Staubgefäfs von der Seite, und 4. von vom gesehen (vergr.). — 5. Ein Staubgefäfs quer durch-schnitten (sehr stark vergr.). — 6. Der Stempel (etwas vergr.). — 7. Ein Fruchtknoten (mit hüiweggenomme-nem Griffel, nur wenig vergr.). — 8. Die vier Narben mit der daran befindlichen Griffel-Spur (sehr starkvergr.).— 9. Der Fruchtknoten quer durchschnitten (stark vergr.). a. Einige Eichen besonders dargestellt,(vergr.). — 10. Eine Beere auf dem Fruchtstiel noch von den bleibenden Blättern der Geschlechtshülle undden Staubfäden umgeben (nat. Gr.). — 11. Die Beere quer und 12. der Länge nach durchschnitten, a. EinSame von der Seite gesehen (nat. Gr.). b. Derselbe von der Nabel-Seite, und c. von dem dem Nabel ent-gegengesetzten Ende, mit der Mikropyle (7). d. Ein Querabschnitt desselben, der den Embryo traf. e. EinLäugsdurchschnitt desselben, der den ganzen Embryo zeigt, ß. der Embryo (vergr.). — 13. Ein keimenderSame, woran das Wurzelende (<*) (vergr.). — 14. Ein noch weiter im Keimen vorgeschrittener Same, der diedeckelähnliche Mikropyle-Warze (a), das durch Puncte angedeutete Cotyledonende (ß) UI >d das Wurzelende (y)zeigt (sehr stark vergr.). -^- 15. Das aus dem Samen Fig. 14. herausgenommene Pflänzchen, in solcher Lage,dafs man das Höckerchen (a) daran sieht, g. Ein Querdurchschnitt des Cotyledonenendes. — 16. Ein ge-keimtes Pflänzchen, woran man das erste, unten gescheidete Blatt (ß) und ein Höckerchen (a) sieht, h. DieBlattplatte des Pflänzchens ausgebreitet dargestellt. — 17. Das Stückchen eines Blattrandes mit den drü-sentragenden Zähnchen.
AROIDEAE. Arongewächse.
Blumen zwitterlich oder eingeschlechtig.— Geschlechtshülle 4-, 6-, seltener 3-theilig, zuweilenfehlend. — Staubgefäfse rücksichtlich der Zahl veränderlich, bei den Geschlechtshüllenlosen gehäuft, beiden mit Geschlechtshüllen versehenen den Zipfeln der letztern gegenüberstehend. — Fruchtknoten ein-
bis
Mei
') a. a. O. T. II. p. 195. — 2 ) a. a. O. T. II. p. XVI. S. 828. — 3 ) Mat. med. p. 313. — «) Struve decaninae therapia p. 293., abgedruckt in Baldingcr's sjlloge opusculorum select. argum. medic. Götting.
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1776. 8. T. 1. Art. X, s. Gmelin Gesch. d. thier. u. "miner/Gifte. ^rf. 1811. 8. S. 117. — 5 ) Adler Flor. d.Ziegenr. Kreis. S. 280.; Ehrh. Pßanzenh. VII. 18.; HalL hist. n. 1006.