Gemeine Herbstzeitlose.
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die kürzern den längeren Geschlechtshüllen-Zipfeln; Staubfäden pfriemförmig, wechselsweis kürzer; Staub-kölbchen länglich-pfeilförmig, zweifächrig, der Länge nach aufspringend, zweifächrig, aufliegend, beweglich-— Stempel: Fruchtknoten 1 (aus dreien verschmolzenen bestehend, daher dreifurehig), unterständig, läng-lich, dreifäclirig, vieleiig; Eichen rundlich. Griffel 3, fadenförmig, so lang oder länger wie die Staubge-fäfse, oben hervorragend. Narben auswärts gebogen. — Frucht: Kapsel eirund oder umgekehrt eirund,aufgeblasen, runzlich, sechsfurchig mit drei tieferen Furchen, oben zugespitzt, oft dreieckig, oder durch denDruck der nebenstehenden verschiedeneckig, dreifächrig, vielsamig, aus drei einfächrigen, fast dreieckigen, häu-tigen in einer gemeinschaftlichen Axe mit einander verbundenen Capseln bestehend, die an ihrer inneru Nahtbis zur Mitte aufspringen. Samen rundlich, schwarzbraun, auf der Oberfläche wie chagrinirt, mit ansehnli-cher Nabelvvulst der Axennaht der 3 zusammengewachsenen Kapseln ohne Ordnung verbunden. AufscrcSamenhaut ziemlich dick, die Epidermis derselben aus maschigem Zellgewebe bestehend. Milcropylc alsbraune von einem kleinen Hügel umgebene Vertiefung an dem Embryoende sichtbar. Innere SamcnhaiUmit dem Eiweifs*) (?) innig verwachsen. Nabel fleck vom Nabelstrang spitz anfangend, und gegen die in-nere Samenhaut hin sich erweiternd. Embryo an dem der Chalaza entgegenlicgendcn Eude, und zwar ge-gen die innere Samenhaut anliegend oder durch eine dünne Eiweifsschicht davon getrennt, am äufsernEnde meist dicker, rundlich, zuweilen fast walzenförmig. Eiweifs reichlich, von der Gestalt des Samens,sehr hart, hornähnlich.
Vaterland. Europa überhaupt, besonders die gemäfsigten Theile, als Frankreich,') England, 2 ) dieSchweiz ') und Deutschland. *) Im Norden, namentlich schon in Schweden, soll sich die Zeitlose nicht mehrfinden — Standort. Guter Boden, namentlich Wiesen und Triften. — Blühezeit bei a. August bisOctober, bei ß. Frühling.
Eigenschaften. Das ganze Gewächs hat nichts Widriges, im Gcgcnthcil nimmt die Pracht seinerBlume sehr ein. Die Blumen haben einen schwachen, angenehmen Geruch, und geben gekaut einen bittern,etwas scharfen Geschmack. Die Zwiebel riecht im frischen Zustande in der Nähe etwas widerlich, schmecktunangenehm bitterlich, 6charf und mehlig, und erregt bei längerem Kauen reichliche Speichel-Absonderung,Durst, und ertödtet selbst das Gefühl der Zunge, getrocknet verliert sie mehrere dieser Eigenschaften. Sicenthält das (Veratrumähnliche?) Alcaloid Colchicin (?) — Nach Pelletier u. Caventou findet sich inder Zwiebel: eine fette Materie (Stearine, Elaine und flüchtige Säure), gelber, extractiver Färbcsloff, saures,gallussaures Vcratrin, Gummi, Stärkemehl mit vielem Inulin und Faser. Die Samen **) haben keinen Geruch,schmecken aber im unreifen Zustande etwas süfslich mit nachfolgender Schärfe, und im reifen sogleich be-deutend scharf.
Wirkung. Schon den Alten war die schädliche Wirkung der Zeitlosen bekannt***) In kleinerenGaben wirken sie auf das Gefäfssystem gelinde den Puls retardirend (weshalb sie Ha den für ein wahrhaftantiphlogistisches Mittel hält), und Haut-, Darm- und Nieren-Absonderung vermehrend, und die Resorbtionbefördernd. Am schwächsten wirken die Blumen ****) selbst auch etwas die Blätter, viel heftiger aber die
*) Auch hier ist es noch ungewifs, ob es ein Kuileus, oder ein Albumen ist.
') DC. Fl. fr. n. 1S97. — =) Smith, brit. 399. — 3 ) Hall, helvet. n. 1'235. — •) Roth, Mcrtens «. s. w.a. a. O.
") E. Gray Lond. Med, Repos. IVo. 88. 1821. in Med. Zeitung v. 1822. T. IT. S. 95.
***) Paul. Aegin. beschreibt die Wirkung gut. HermodactyluS des Demetr. Pepagomenus (im J. 1260) istnach neueren Colchicum, nach älteren nicht. Ko'>w*.6v (sonst (<?%uifo*0 Dioscrid. 4. 84. — S. Kerr. (Coleb, au;,and its use med. Ixynd. 1818.
****) Nach Copland (Gcrson u. Julius Magaz. 1823. S. 308.) sollen die Rlumcn sogar sehr wirksam, und