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1 (1834) Phanerogamen
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Narcissus Pseudonarcissus. Gemeine Wiesen-Narzisse.

in die Zwiebel fortsetzenden Scheide umgeben. Blumen einzeln an der Spitze des Schaftes, vor derEntwicklung von einer hellgrünen, häutigen, röhrigen, beim Aufblühen der Blume auf der Oberseite dersel-ben bis zum obern Theil des Fruchtknotens hin durch eine Ritze sich spaltenden und dann bräunlichgelben,einklappigen Scheide umgeben, der obere blattförmige Theil der Scheide dann eirund, an der Spitze mit zweistumpfen Höckerchen versehen, wohlriechend. Geschlechtshülle kronenblattarlig, einblättrig, röhrig,innen mit einer Nebenkrone. Saum 6-theilig; Zipfel eirund, ganz, ganzrandig, zugespitzt, mit einer ver-dickten, weifslichen Spitze, hell-schwefelgelb, so lang oder etwas kürzer als die Acbcnkrone, ausgebreitet,mehr oder weniger gedreht, zart. Nebenkrone (Nectariuin, Honiggefäfs oder Krone vieler Schriftsteller)einblättrig, walzenförmig-glockenförmig, aufrecht, dottergelb, goldglänzend, innen schwach gerunzelt, mit nachaufsen gebogenem, ungleichgezähnten, gekräuselten Ratide. Staubgefäfse. sechs, gleich, dem Grandeder Röhre der Gescldechtshülle eingefügt, gegen den GrüTcl geneigt, fast \ kürzer als derselbe: Staubfädenpfriemförmig; Staubkölbchen Iinienförmig-länglich, gelb, 2-fächrig, bei der Entfaltung der Blume der Längenach aufspringend, mit dem untern Thcile ihres Rückens am Staubfaden angewachsen. Blumcnstaubelliptisch. Stempel: Fruchtknoten 1, unterständig, länglich-rundlich, etwas zusammengedrückt, obenabgestutzt und 3 kleine, den GrifTelfurchen gegenüberliegende Honiggruben tragend, dreifächrig; Fächer viel-ciig; Eichen länglich, in jedem Fache 2-reihig, wagerecht gelagert, dem durch das Zusammenstofscn derScheidewände der Fächer in der Mitte des Fruchtknotens gebildeten Winkel angeheftet; Griffel 1, etwa\ seiner Länge kürzer als die Nebenkrone, die Staubgefäfse überragend, der Länge nach von 3, von den Nar-beneinschnitten entspringenden, über den Honiggruben endenden Furchen durchzogen; Narbe 3-lappig, Lap-pen gerundet. Frucht: Kapsel.*)

Vaterland. Europa, namentlich Spanien,') Frankreich, 2 ) Italien, 5 ) Deutschland, 4 ) England,*)die Schweiz 6 ) u. s. w. Standort. Auf gutem Boden, auf Wiesen, in Grasgärten, Obstgärten, lichtenLaubwäldern u. s. w. In den Gärten in mehreren Varietäten und Sorten, häufig eultivirt. Blühe zeitMärz und April.

Eigenschaften. Das Aufsere der Narcissc läfst durchaus nichts giftiges ahnen. Der Geruch derZwiebel hat gar nichts besonderes, ihr Geschmack aber verräth eine Schärfe. Charpentier') fand in denBlumen: Harz, Schleim, Extractivstoff, Gerbestoff, Gallussäure, salzs. Kalk und Faser, und Caventou:)harzigen, gelben Farbestoff, extractiven, gelben Farbestoff, Gummi und Faser. Lejeune vermuthet ein Mor-phium-ähnliches Alcaloid darin.

Wirkungen.**) Die ganze Pflanze, besonders aber die Blumen und Zwiebel, wirken sehr heftig.Mit den Blumen sind die meisten Versuche neuerlich angestellt. Nach Lejeune') wirken sie heftig aufMagen und Darmcanal, und erregen Brechen und Laxiren, und nach Orfila's ,0 ) mit dem (zu 1 4 Dr.gegebenen) Extract an Hunden angestellten Versuchen wird ebenfalls Brechen und Laxiren mit gleichzeitigerDa m-Entzündung hervorgebracht, und aufserdem noch Spuren von Lungen-Entzündung und Uebsrfüllungdes Herzens mit Blut; selbst Schwindel sah er bei dem einen Hunde, welcher f Unze bekommen hatte und

') Linn. Pfls. v. Houtt. a. a. O. ") DC. Synps. a. a. O.; Bull. a. a. O. ') Liiin. Pßs. v. Houtt. a. a.O. *) Roth a. a. O. Graelin a. a. O. Schuttes a. a. O. 5 ) Smith a. a. O. 6 ) Hall. helv. n. 1252. Ha-genbach Basil. I. 300. 7 ) s. Trommsdorf Journ. 22. 1. 114. e ) Ann. de Chim. et de Phyi. IV. 321. ') Aa-nal, gener. des uienc, phys. T. V. p. 331. I0 ) Toxicol. gen. T. IL P. I. p. 73.

*) Eine gemauere Beschreibung der Frucht und des Samens können wir leider nicht geben, weil wir keine erlan-gen konnten. Auch scheinen Gärtner und Sckuhr dieselbe nicht gesehen zu haben, eben so findet man bei Ro-doute und im Bot. mag. nichts davon, so dafs wir sie nicht einmal copiren konnten.

**) Die giftige Wirkung der Narcisse (?) ist schon längst bei den Japanern bekannt (s. Thunberg Flor.Japan, p- 131.