Druckschrift 
Die deutschen Brombeersträuche
Entstehung
Seite
100
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

H

— 100 —

zwei bis einen Zoll lang vmd drei- zwei- bis einblüthig. In den Achseln siebengewöhnlich vier, ausser denselben sieben Zweige in einer Entfernung Von einemhalben bis zu einem Viertel - Zoll, und in abstehender Richtung. Ihre Theilungin Blüthenstiele geschieht der Achse näher. Ihre Beckblätter sind linien- lan-zettförmig, etwas lang; die drei untersten gewöhnlich dreitheilig. Die der einzel-nen Blüthenstiele sind linienfÖrmig; sämmtlich aber nur haarig ohne Drüsen. DieBlüthen stiel che n sind anderthalb bis einen Zoll lang, haben nur selten einenoder zwei kleine Stacheln, keine Stachelborsten, aber in der Behaarung ein kur-zes, drüsiges Wesen verborgen, das man nur durch Vergrösserung entdeckt.Die Kelche sind von gewöhnlicher Grösse, mit einem dünnen Filze bekleidet,und nach dem Verblühen zurückgeschlagen; ihre Abschnitte sind eiförmig undlanggespitzt. Die Blumenblätter sind oval, ziemlich gross, und nebst denStaubfäden von weisser Farbe. Die Früchte sind schwarz.

Er wächst bei Hedingsen im Kreise Minden an einer Hecke in ziemlicherMenge.

An merk. Ausser den auffallenden Blattern zeichnen ihn noch die kahlen, schlaffen Rispen und langstieligenDoldentrauhchen vor allen andern aus.

39. Raspeiförmiger Brombeerstrauch. Rubus Raclula. Tab. XXXIX.

Mit spärlich behaartem und drüsigem vielstachelborstigem eckigem nieder-gebogenem Blätterstengel, entfernten gleichen starken rückwärtsgeneigten Slacheln,fünfzähligen eiförmig - langzugespitzten grob- ungleich-sägezähnigen unten weich-haarig-grauen Blättern, doldentraubig zusammengesetzten Aestcn der weichhaarig-filzigen armstachelborstigen Rispe, lanzettförmigen dreispaltigen Deckblättern undzerstreuten langen geraden Slacheln der Blüthenstiele ohne Stachelborsten.

Synonyme. Rubus Radula Weihe. Bluff et Fingerh. Comp. FL Germ. 1. p. 686. — a Bön-ningh. Fl. Monaster. p. i5a. Lejeune Revue de la Flore de Spa. p. 101.

Beschreibung.Der Blätterstengel ist eckig, braunroth, hart, bogenförmig, einen Viertei-bis einen halben Zoll dick, mit Stacheln, Stachelborsten, Drüsen und Haarenbesetzt. Die Stacheln stehen einzeln zu fünfzehn zwischen zwei Blättern, sindTon gleicher Grösse, lang und breit und etwas rückwärtsgeneigt. Die Stachel-borsten stehen reichlich, sind aber so kurz, dass man sie kaum sieht, und da-bei so zerbrechlich, dass man an altern Stämmen nur die Puncte noch wahr-nimmt , worauf sie gesessen haben ; sie sind zugleich die Träger der Drüsen undUrsache, dass sich der Stengel wie eine Raspel anfühlen lässt. Die Haare stehensparsam, sind sehr kurz, und fallen fast gar nicht ins Auge.

Vu