4 ! 6 Enrschliesung zur wahren Demuth.
solle, wolle ich mich erheben? Sorr theilt mirweiser Hand seine Gaben und Talente ver-schieden aus, und so muste es seyn, wennMenschen für einander und gemeinschaftlichzu ihrem'Glücke arbeiten sollen: aber niemalsgab er einem alles, sondern dem einen diese,dem andern jene Vorzüge, jeden: wie sie fürdie Zeit, für eines jeden Posten, undfürdasGanze gut und nüzlich waren. Was wäredoch eine Welt, wo lauter Gelehrte, lamecriefdenkende Forscher der geheimsten Wahre-ren lauter Künstler waren ? Wie würde eSum unsere besten und nothwendigsten Bedürf-nisse , und um chas ganze Erdenglück ausse-hen ? Ein jeder hat das aus seiner Hand, waszu seiner besondern Bestimmung für diese Weltnötig ist, und das treulich anwenden, dasist wahres Verdienst. Jeder ist groß in sei-ner Art, der seine Kräfte zur Vermehrungwahren Menschenglücks mir vollem Ernstegebraucht: und nach dem Maaße unserer Ga-ben wird auch einst unsre Rechenschaft seyn.Wem viel gegeben ist, von dem wird auchviel gefordert werden. Aber deßwegen stolz
seyn,