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Agnes Bernauerin : Ein vaterländisches Trauerspiel
Entstehung
Seite
77
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Vicedsm. Alle die Formalitäten da braucht'S nickt!das halt nur auf, und hier kommt alle« auf Schnellig-keit an.

Bürgert». Aber, gestrenger Herr! die gottgchei-krgte Justiz laßt sich wohl nicht präcipitiren.

2. Bürgeren' Und ein förmliches Verhör muß aufalle Fälle voraus gehen.

viccdoin. Ei was mit euren Schulfüchsercyen! —dacht ich's doch! ist das schon wunderlich genug, daßder Herzog euch noch braucht, um die Dirne in die an-dere Welt zu schicken. Da, Oberrichter! habt ihr Frag-puukte; die leset ihr vor, wir wollen bald fertig seyn,(zieht die Schellen an! es kommt ein Knecht) Führt sievor! (Knecht ab)

Vierter Auftritt

Agnes.

(Wird ohne Ketten herein geführt, und unten an neben er-nein Stühlchen gestellt. Knechte ab. Alle schweigen und be-trachten sie. Ein Schreiber schreibt beym Verhöre, da«langsam gehalten wird^I

Dberrichter. Agnes Bernaucrin! warum steht ihrvor Gericht?

Agnes. Ich weiß es nicht, kenne auch das Gerichtnicht.

Viccdom. Du stehst vor des Herzogs Vicedom undseinem Fraißgerichc in Straubing.

Agnes. Der Bernauerin Gericht war die Reichs-stadt Augspurg; mein Richter ist der Herzog selbst undGott.

vlccdom.