M Am Sechz ehenden Son ntag nach Pfingsten.
an / und gibt kein starcke kelonan?, dalobt mans noch mehr / o das Fass istvoll / da ist das Faß noch so lieb undwerth; Mann aber das Faß ein so star-ke kelonanr von sich gibt / daß mansden gantzen Keller aushört / o da giltdas Faß nichts / und wann es halt nochso groß / und so schön wäre / dann es istvon Ali»rge«rberg / es klingt zustarck ; Also auch / so lang der Menschschweigt und still ist / nicht viel andet /lasset es gehen / haltet man viel auf ihn /man lobt ihn / man vertraut ihm gehei-me Sachen / braucht ihn da und dortzu wichtigen Geschafften. Warum?O er ist still / er ist verschwiegen / mandarff ihm trauen / und das nutzt ihmmanchmal viel / daß er Weib und Kindmit kan fortbringen ; Wann er abergar zu geschwätzig ist / überall sein Mauldrein schlagt / alles will wissen / das Ge-schrey allein will haben / jedermann ihmallein soll zuhören / da halt man nichts aufihn.
Dahero / czui vulr vi'ram cliligere,Lc ciie8 vi'6ere bonos , der halte feiltZung im Zaum; Was erhaltet man-cher in lieben Frieden und Ruhe?Nichtsanders / als daß er sein Maul haltet undstill schweigt / die Schmach leidet / dieUnbild mit Stillschweigen übertragt /da überwacht er seine Feind / daß sie mitihm nichts können anfangen.
Es kommt mancher grober / zancki-scher / und versoffener Gesell hinter man-chen ehrlichen/redlichen Menschen/ zapfstihn an / fangt an zu stichlen / zu schimpf-siren / zu spöttlen / vermeint er wolle ihnaufhützen ; Wann er nur die Runst zuschweigen kan / so ist der Streit schonaufgehcbl/ so ist er der Schlägerey über-hoben.
Es kommt manchömal der Mann nachHaus mit einem Hunds - Suff / fangtan zu stichlen / zu ecklen; Wann nur dieFrau schweigt/so hat der Mann bald aus-gestichlet.
Es fangt mancher bey der Compa-gnie einen vilcurs von diesen und jenenan / wann der ander nur still schweigt /sagt weder Guts noch Böß darzu / so ister ausser aller Gefahr und Sorg.
Bey solchen Leuten / welche gern ei-nen Hagel mit einem wolten anfangen /wäre nichts bessers / als es machte eseiner wie jener / der bey den Metzgers-Hunden / oder andern Hunden vorbeygehet / oder vor einen Vien-Schwarm;
Diese wann sie einen sehen / und anfan-gen gegen einen zu lausten / zu bellen / zugautzen / wann einer nur fort gehet /still schweigt / nichts dergleichen thut /als wann es ihn angehe / so werden siebald still schweigen ; Wann aber je-mand sich gegen ihnen wehren will /greifst nach einem Stein / oder Brü-gel/ da bekommt er sie erst recht aufdenHals / da hat er zu thun / daß ersich erwehrt / das wehret die gantze Gas-sen auf.
Bey solchem / welche stets den Sta-chel des Neids tragen / einem gern wol-ten piguiren/ware es nicht besser / als esmachte es einer / wie bey den Bienen ;Die Bien / wann sie schwermen / undman sie nur schwermen last / da hum-psen und brumbsen sie um einen her-um/thun keinen Menschen nichts; Wannaber der mit seiner Nebel - Kappen da-her kommt / will sie fangen und fassen /da hat er gnug zu thun / daß er angesto-chen und unverletzt darvon kommt; E-ben diß muß auch einer thun / wanner unter ein solche Gesellschafft kommt /welche so bissig ist/ als wie die Hund/so sticht und stichlet als wie die Im-men ; Wann einer nur schweigt / ge-het seines Weegs fort / thut als hö-re ers nicht / wartet seiner Sach /so kommt er fort; Also Schweigenist ein Bunst / und nicht nur einblosse Kunst / sondern ein sehr nützli-che Kunst / für Seel und Leib ; Dashaben gewust gehabt die Pharisäer /darum haben sie geschwiegen / und un-serm lieben HErrn nicht geantwortet, /u
illi rscuerunc.
Aber viel reden macht Un-gunst ; Reden und nicht gedencken /thut manchen ehrlichen Menschen kran-cken ; In mulciloguüs non äeeric pec-carum , sagt der weise Mann/krov.
16. wo man viel schwätzt /da gehts nicht leer ab / daßman sich nicht versündiget ge-gen GOtt und dem Nächsten / da re-det man bald wider eines Ehr und gu-ten Nahmen / da thut man einanderagiren / und die Mängel vorstrei-
chen / einander verkleinern / einanderbelügen / einander grob und rauh an-fahren / also gehts nicht leer ab / woman viel thut reden / daß man nichtden Nächsten thut betrüben ; Was
kan ein ehrlich Gemüth für ein Liebund ^KeÄion, Lust und Lieb habengegen einem solchen Schwätzer -
Wie kau einer einem solchen
Wäscher