Am Sechzehenöen Sonntag nach Pfingsten. Z5 r
wann die Canal gut frisch und gerechtseyn/so kan man das Wasser wie hochtreiben ; Wann aber die Teiche! faulseyn/oder nicht recht zusammen gessossen/oder ist einSpunt heraus/da wird nicht vielWasser in'Bronnen kommen/ wanns gleichnoch so frisch und hell ist/ es wird schwachlausten / ja es wird wohl gar ausbleiben.Wo kommt es aber hin ? Wo es aus-laufft / da versinckt es / oder läufst in einGraben / oder aufs Feld / das macht es/rveiis nicht gefast ist : so ist es mit derSeel auch / ücc in eo ion8 rrguL salien-ris in vic-rm Lcernam ;Die Seel soll sichimmerzl^schwingen zu Gott/zu den himm-lischen (Lachen / und dahin sott sie aucheinmal als in die ewige Glückseeligkeit ge-leitet werden. Ein jeger soll sagen: Vo-lo islvsri. Ich will seelig wer-.
den.
Aber wie die Teiche! müssen gutseyn / also müssen unsere s. Sinn wohlversperrt und verwahrt seyn / sonderbardas Maul / qui cuttoäic c>8 Lee. Daßes behutsam seye in Reden /, so kan sichdie Seel schwingen in die Höhe zu Gott;Wann aber die Teichel Löcher bekom-men/ die Spund die s. Sinn offen seyn/die Augen alles fürwitzig wollen sehen/ dieOhren alles Leichtfertiges hören/die Handalles Schädliches wollen betasten / dasMaul alles bereden und beschnarchen/ oda wischt die Seel heraus / da zerflistsieund gehet zu Grund in den zeitlichenundjüdischen Dingen.
Das hat müssen lernen der altelsniu8, wie im Leben der Alt-Vatter zulesen ist/und öellovscenlis schreibt: Lümsctnuc eller in paiscio » rogavic Oomi-nurn 6icen? : OiriAe me sä lalutem ;Lr vox aci eum : kuze bomines, öc lal-vsberi8 ; Icem cum a6kuc in ioliruüi-ne vr^rer, vox lgÄL eil irem 26 eum :kuAe.race, czuiescs , dcec enim liinc r».älce8 non pecc2ncli;Als er noch sich beyLeuten in der Welt / und imPallast sichaufhielte / bäte er den HErru mit fol-genden Worten : HLrr leite m»chznm ewigen He'sl ; Hörte alsbald einStimm / so ihn also anredete; Fliehedie Menschen / so wirst du stetigwerden ; Als er aber / nemlich ^rle-niv8. sich in der Einsamkeit befindend /nochmahlen den HErrn betete/ er sol-le ihm den Weeg zu seinem ewigenHeyl zeigen / hat er abermal dieStimm gehört / meide / schweige /und ruhig / dieses ist die Urstch/daß man nicht sündige.
Der H. Lecnarclus gibt auf diß
W schone Gleichnuß/uttd sagt: Wann
einer will haben / daß sein Stuben inWinter soll warm bleiben / so leideters nicht / daß die Kinder den gan-tzen Tag an den Fenster liegen / zu derStub aus und ein lausten / die Fen-ster müssen zu seyn/die Thür muß nichtoffen stehen / damit die Warm nichthinaus gehet: also will man haben/daßdie Seel in der Warm der Liebe Got-tes und des Nächsten erhalten werde /daß sie verbleibe im Stand der Gna-den Gottes / fo muß man sehen / daßdie s. Sinn wol verwahrt seyn / undsonderbar der Mund.
Kommt es hart an / diese Runs? zulernen / so muß man öffters beten mitdem David kisl. 140. ?one Oomioscuilociigm ori meo , Lc oiiium circmn-
ttanriL labüs mei5, setze O HErr eiltHut an meinen Mund / und einThür an meine Lesftzen rings her-um!
Nicht nur nutzt diese Ärmst zuschweigen der Seel/ sondern auch demLeib / also ist es wider kein Brod - loseKunst / sondern ein sehr nützliche; sagtnicht der H. kerru8 l. 1?ec. ()ui vulcvitsm üiliAere , 8c clies viclers bonor ,coercesr linAusm lusm ^ malo , döML
das Leben lieb ist / und auch diegute Täg/der halte sein Zung imZaum / schweige still / so wird evdie besie/reichigste Tag haben/dann wanner schweigt/und sein Sach nur gedruckt/da wird niemand gekranckt / und er auchnicht; Wann er schweigt/ so verredet ersich nicht / verredet er sich nicht / so hater sich nicht zu bekümmern / kein Haß /kein Neid / kein Ungnad zu besorgen ;Schweigen nutzt manchen ossrermalsmehr / als eben das überflüssige Re-den ;
Darum hat jener kbiiolopkus ge-,
sagt : koenicec ms eile locururn, racuis-i'e nunquam ; Es reuet mich / daßich geredt hab / daß ich aber habstill geschwiegeir/bekümmert michgar nichts ; So lang einer schweigt/halt man ihn noch für einen gescheidenMann ; Wann er aber redet / da sihecman erst / was hinter ihm steckt / da wirder erst veracht / wie ein Faß / das leerist.
Man findet an manchen Orten dieschönsiöFaffer/so zo. 40. 50. Fuder hal-ten / wann man sie bloß so ansihet / dalobt man sie / das ist ja ein schönes / gros-ses / sauberes Faß ; Klopfst man dar-an/