ZzL Am Vierzehenden Sonntag nach Pfingsten.
abwarten / Gott und der Welt dienen/aber unser Heyland sagt diesen ausdrück-lich: diemo porelt 6uobu8 Oominis ter-vire Lcc.
Es mögte aber einer fragen / ob esnicht möglich seye; daß einer weder Gottnoch dem Teuffel diene / sondern Neurralbleibe ? deine antworte ich/ es seye nichtmöglich / dann die ewige Warheit sagt
I^uc. i l. gen nc>n ett mecum, conersrnsett, Le gui non colÜAit mecum > cii-lpergir. wer nicbr mir mrr ist / der rstrvrder mich: und wer nicdr mir mirsammler/ der zerstreuet dahero ist esnöthig/ daß man sich retolvire / nur Ei,ncm zu dienen / Gott oder dem Trüffel;und ich will protzen / daß man nicht derWelt könne dienen / daß man hernachdenHimmel besitze / weil keiner zwey Him-mel bekommt. ^recinüce.
Gleich Anfangs der Erschaffung derWelt hat Gott einFcste/ das Firmamentzwischen die Wasser gesetzt/ damit es dieobere Wasser von denen untern abschei-den solle: trat b'ii li smcnrum in rnettio»gusrum Lc 6ivici^r /^gU3S ab uguis,ciivitiegus aguzz, gUT erant tdb?irm3-menco ab kis, guL cranr super kirms-inenrum. Es werde ein Firmamentzwischen denen Wassern / und scheidedie Wass?r von denen Wafsscn/ undGore machet das Fumame -r / undscheidet dir Wasser / so unter demFirmarmnr waren / von denen dieüber dem Firmament waren.
Der Heil. Ldrylottomus liefet an
statt kn'!N3memum, Kar pgriez,es werde ein Wand/ ein Mauer zwi-schen denen Wassern / damit nicht dieobere und untere zusammen flieffen / undmtt einander gemein werden / warum die-ses ? lttugo L 8. ViLtore verstehet durchdie obere Wasser die himmlische Freudenund Ergötzüchkeiren / durch die untereWasser aber verstehet er die Wollüstendieser Welt und des Fleisches / zwischendiese bar nun GOTT einen Unterschied/eine Wand/ gesetzt / damit sie mit einan-der nicht vereiniget werden / anzuzeigen/wer aus uns der Welt diene/ deroWol-lüsten gantz ergeben seye / Büß über seineSünden zu thun vernachläßige/ der wer-de der himmlischen Freuden nicht theil-hafftig werden! O mein GOTT! wieviel ftynd nicht nur allein in hiesigerStadt / die nichts thun als der Weltund dem Fleisch dienen! Morgens schlaf-fen sie bis 8> bis 9 . Uhr/ hernach verzeh-ren sie etliche Stund in der Eitelkeit/ inSchmucken und Zieren des schnöden Leibsvor dem Spiegel / hernach hören sie eine
kleine Meß / verschwatzen aber den halbenTheil derselbigen ; darnach gehen sie zumEssen / lassen dem Leib zwey/ drey odervier Stund wohl seyn ; auf dieses gebensie zur lustigen Gesellschasst / verharrendarinn bis in die halbe Nacht / verzehrendie edle Zelt mit lauter Eitelkeit / wolte
GOTT nicht auch mit schweren Sün-den ! darnach essen sie zu Nachts/ undlegen sich darauf nider / lassen den schnö-den Leib wider liegen in den Wollüstenbis Morgens um acht oder neun Uhr/unterdessen gedenckt man an kein einzigeTugend / an kein einzige Büß/ an keineinzige Kkorri'6c3lion der inner-oder äus-ftrlichen Sinnen; und wie dieser alsowerden fast alle andere Tag der Wochenangewendet / die wenigste Stunden dar-von werden in dem Dienst Gottes ver-zehret / vermeinen gleichwol / es weckeihnen nach dem Tod nicht fehlen / derHimmel werde für sie Angel-weit offenstehen! /l. ich frage nichts darnach/
kan es wo! gedulten / wami solchen Gottzwey Himmel will geben / aber sie habenschon aus der Heil. Schrifft gebort / daßGOTT eine feste Mauer zwischen denobern und untern Wassern / zwischen de-nen Wollüsten der Welt und des Hin -weis gesetzt habe / damit sie nicht zusam-men kommen können ; zweyen Herrnkan keiner znZleic!) dienen. Daherower in den Himmel will/muß GOTTallein dienen.
Erfahren hat solches der reiche Pras-ser Uuc. 16 . Der hat der Welt und sei-nem Fleisch gedienet / sich mit Purpurund andern köstlichen Kleidern nach derivtoäi gekleidet / täglich Gastereyen gehal-ten / hat die übrige Zeit mit Spielen/Schlaffen / Müßig-gehen zugebracht/just wie es bey jetziger Welt hergehet /aber weil er dem Teufel in seinem Lebengedienet / hat er von ihme seinen Lohnempfangen / ist zu ihme in die Höll be-graben worden ; mitten in denen Flam-men giengen ihme erst die Augen auf'und sahe daß der arme Lazarus / der aufdieser Welt Hunger und Kummer gelit-ten / Armut / Verlassenheit / Kranckheit/Schmertzen und Geschwür mit größerGedult übertragen / in der Schoßk>X sitze / und nun ewiger Freud genieße/er aber ewig leyde nach den Wollüsten