Am Zwolsften Sonntag nach Pfingsten. ZZz
son entrathen/ und für selbesmal Hunger
leyden wollte-
Nicht weniger war ein rechtes Rindder Erven / ein wahrer Mensch/ unserH.Vatter kcgncllcus, als der nicht alleinselbst den Aussätzigen aufwartete / selbstenbadete/sondern so gar ohne Scheu mit ih-nen aus einer Schüssel gessen.
Ein rechter Men;ch war ja freylichauch die H. Elisabeth/ die/ unangesehen ih-rer Königliche Würden / thäte gleichfallsmir eigenen Handen den Armen und Aus-sätzigen dienen / kuste ihre Geschwähr/ jasaugte das Eyter mit dem Mund aus denGeschwahren/durch welche Lieb sie eine sol-cheKrafft gehabt/daß die Geschwahr gleichdarvon heyl wurden ; Ey das will / unddarssich / O Mensch/ gar nicht von dir be-gehren; aber siehe / du hast zu einen Vor-^bild und Spiegel rechte und wahre Men-schen / getreue Kinder der Erden deiner er-sten Mutter / wann du nicht also lebest undnachfolgest/ ihnen gleich liebreich / verhülff-lich und mitleydemlich dem Nächsten dicherzeigest / gedenckenur nicht / daß du einr-chresRlnd deiner Mutter der Er-den/ und folgends ein wahrer Menschseyest.
Jetzt wollte ich wünschen / die gantzeWelt wäre da zugegen / alle und jede der-gleichen übelverstellete lieblose Christen-Menschen / ja wohl Menschen / wildeThier/ Gespenster und NOechstldälg/wie greulich wollte ich ihnen zuschreyen.
Höret ihr es / ihr Obrigkeiten ? wannihr gleichwohl fleißig in die Kirchen gehet/euch massig und nüchtern in den Essen undTrincken haltet/ die Wirthshäuser nichtausziehet/ also/wie billich/ den Untertha-nen Nlit guten Exempel vorgehet; wannihr aber beynebens liebloß/ haltet nicht dieGerechtigkeit/ last euch mit Geld bestechenund schmieren/ beobachtet nicht den gemei-nen Nutzen/last euch das propnum inter-eg'e und eigenen Nutzen zu viel angelegenseyn / nimmermehr seyd ihr Kinder derErden/ oder rechte Menschen/sondern wü-te unersättliche Thier/ erschröckliche Ge-spenster/ rechte Wechselbälch.
Höret ihr es/ihr ^ci vocaren/ Schrei-ber und yrocurarores, wann gleichwohleuer Feder wohl laufst / führt gute Lon-cepren, wann euch gleichwohl / wie manpflegte zu sagen/das Maul am rechten Ortstehet / seyd wohl beredt/ mitz dem Qcero-n>; wann ihr aber die Lieb des Nächstennicht habt / ungerechte Händel mit euererWohlberedenheit wollt hinaus bringet! /die Handel um eures Nutzen willen nurverlängert/ so lang etwas das arme Bau-erlein in der Daschen hat / so doch solcherHandel bald ausgehen könnte/das Gerech-te zu verwandten/euch auch bemühet; Jawohl rechte Menschen / und wahre Kinderder Erden? wisse unersättliche Thier seyd
ihr / abscheuliche Gespenster / rechte ver-kehrte Wechselbälch.
Hörer ihrs ihr Eltern / Hauß-Vätterund Hauß-Mütter / Vormünder/ Schul-meister /- und dergleichen / wann ihr gleich-wohl daheim mir eueren Kindern und Ge-sind fleissig arbeitet ;wann ihr aber die Liebnicht habt gegen euren Nächsten / nicht an-haltet die Kinder und Ehehalten dasjenigezu lernen / daran ihr Seeligkeit gelegen /last sie in Schlupff-Eckel nach ihren Belie-ben gehen / schickt sie nicht fleissig in die H.Meß/Predig/Kinderlehr/ ja verhindert sieselbst davon/ zwinget sie an Sonn-und Fey-ertägen zur Arbeit / O da seyd ihr wohtnicht rechte Menschen / t^eelen-Mörderseyd ihr/wilde unersättliche Thier/ abscheu-liche Gespenster/rechte Wechselbälch.
Hört ihrs/ ihr Ehefrauen und Jung-frauen / wann ihr gleichwohl den gantzenTag in der Kuchen stehet/ auch eueren Ehe-stand/wie billich / die Jungfrauen ihremJungfrau - Stand keusch halten; (deßwe-gen ihr zwar zu loben) wann ihr aber bey-nebens voller Grollen seyd gegen eurenNächsten; Ja wohl auch rechte Menschen/wilde Thier seyd ihr/ verstattete Gespensterseyd ihr/ja rechte Wechselbälch.
Höret ihr es/ihrReiche/wann ihr gleich-wohl bey eueren Reichthumen nicht hoffär-rig/sondern gantz demütig/ haltet die gesot-tene Fasten / besucht fleissig die Kirchen;wann ihr aber die Lieb nicht habt / verrigletdie Thür den Armen/ last lieber das Traybausfliegen/ den Wein abstehen oder ver-saurcn/dieKleider die Maden fressen/ dasFleisch die Würm/das Brod verschimm-le!!/ ehe ihr einen Armen was mittheilt;Wie ? sollt ihr rechte Menschen seyn? dieunersättliche wildeste kettle, die abscheu-ligste Gespenster/ die verkehrteste Wechsel-balch seyd ihr.
O aber / ihr elende / wo gedruckt ihrhin? habt ihr gehört/ was rechte Menschenseyn? wollt ihr denen folgen oder nicht?wifftibr nicht/was Christus der HErr diegöttliche Warheit selbst xi-irctt. 25. sagt:
ttttlcettice g nie muIeciitH in iAnem eerer-
num. Eyibr lieblose Gesellen / ihr nichtMenschen sondern wildeketticn, ihr Ge-spenster und Wechsel-Kinder/ müsst nichtdencken / daß der Himmel für wilde Thierund Gespenster gebauet/ nein / sondern fürliebreiche/ gerechte Menschen; weil ihr euchdann von dieser höllischen also ver-zaubern lassen / und aus Menschen zu wil-den Thieren worden/ ey so gehet dann hmzu den wilden Thieren/gehet hin zu den höl-lischen Gespenstern/ zu den Teuffeln/geherhin ihr Vermaledeyre in das ewigeFeuer ; Warum? ttturivi, 8tnon ttcciittismlkttmanttucare, tttivi'Lcnon ciettittis mi-ku bibers, nuclus sram, 8t non cooperui-ttismekc. Dann ick wäre hungerig/und ihr habr mich nickr gespeist / dannSs r ich