An dem Heil. pfingst - Sonntag. 7
An dem Meil.Mngst-Zonntag.
^pparuerunt Mis 6ilper6itX linZuZe. ^<A. 2.
Eö erschienen ihnen zertheilte Zungen.
Zungen der Engeln und Menschen werden aufgetra-gen auf der geistlichen Seelen - Mahlzeit desHeil. Geistes.
Ch was thut heut derHimmel? er schicketheut unzählbare Zun-gen herab / da dochschon Zungen genug inder Welt! Es hat einjeder Mensch nichtmehr als ein Zangen in dem Mund els ineinem Kercker verschlossen, nut den Gött-lichen Gesatzen angebunden / und thutdoch so grossen Schaden / was würde erstgeschehen / wann er zwey Zungen hatte?Die wilde Wer können zahm gemacht wer-den / aber die Zunge kan kein Menschzähmen / so spricht der heilige Jacobus. c.z. Die Zung ist ein Feuer/ von demhöllischen Feuer - Offen angezündet/welches das gantze Leben / alle p-stivn-z undAnmuthungen des Menschens entzündet/und endlich gar machet den Menschenewig brennen in der Höll. Warum schi-cket dann der Himmel heut noch so vielfeurige Zungen? Die Ursach dessen gibtdie glcistsinb. I. l^intzugsgtkubr,gui pf0 vcrbovenikösc. Der Herl. Geist bringt Zun-gen über die Apostel / weil er an starrdes worrs kommen ist/ dann die Zunghat mit dem Wort ein Gemeinschafft / undkönnen voneinander nicht abgesondertwerden / also seynd das Wort des himmli-schen Vakters/ das ist der Sohn/und derHeilige Geist unzertrennlich und einer Na-tur.
sosnnerkerur in prompt sostvssi
«llsc.8.?enrec sagt / er seye deßhalben inder Gestalt der Zungen kommen/ damit erdie Zungen in den Menschen erneuere/undan ihnen wahr würde/ was von seinerHimmelfahrt gesprochen l^rc. 16. linguisloguenmr novis, ffe werden mir neuenZungen reden / seine Wort lauten also:
I-iriAusrum renovscio imprimis nscelUns«r3t,r>1ioguin, nullum est membmm , guoplus peccekur.lic econrrr nullum membrumsslubriusbonsIinAUL, dle ErneurungderZungen war am ersten vonnöryen/weilmir diesem Glied am meinstenge-sündiger wird / entgegen auch kein
heilsamer« Glied ist als ein gute Zung.Es ist bey denen Menschen geschehen/was denen Hebräern widerfahren: weilsie heydnische und Azotische Weider genom-men / haben ihre Kinder dieHebräischeSprach vergessen/ und halb Azorisch gere-det. 2. ksll. ulr. Eben dieses bar sich ^ge-tragen in dem gantzen Meu,ch!>chcu Ge,schlecht/ weil sie Kinder in der Abgötterei)erzogen/wusten diese nicht anders als gottioßund abgöttisch zu reden / daher» wolle derHeilige Geist durch Verkündigung desGlaubens die Zungen der Memchen er-neueren / damit sie das LobGL>cces undwas ehrlich ist redeten, läeoäpuilus 8gn-üus iu lirZuis i^neis sppsruir, ur linguss I>n-tzuis Üppünerer, spricht der heilige ^nronmsUe kgcl. kentec. Der Heil. Geist istdeßwegen in Gest«lc feUrrgrr Aurrgenerschienen / als woire er ihnen für drealre/neue Zungen geben / uno für dieböse/ gure. Meines Eracktens scheintes / als wüste der Heilige Geist ihnen auchein geistliche Mahlzeit halten / eb-mindemHaus/ in welchem der Sohu Gottes mit sei-nen Jüngern das Osterlamm gessen unddas letzte Abendmahl eingesetzt / wollte aberNichts aufsetzen als lauter Zunaen.
Bey den Alten wäre es der Brauch/schreibt /^lexznciei- «K I.s.k-. LI.
daß man zu End des Nöch<m"h,s beymFeuer gebratene Zungen aussetzte- und nochdem Gespräch genösse; D-esim Gebrauchwollte heut auch nachkommen der himmli-sche Gastgeber der Heil. Geist/ indem er vonhohen Himmel herab gestiegen in die Tafel-Stuben auf dem Berg Sion/ nach demAbendmal denen Jüngern und Aposteln eingeistliche Seelen-Mahlzeit zuzurichten seinebesteSpeißwaren auch Zungen/ »pyzrue.runk Ste. Heut sage ich / daß er habe aufge-setzt Engel-und Mlenfcken - Zungen/Nicht zwar im msrerisllschen/ sondern geistli-chen Verstände /ss sie lassen sich diese be-lieben. Dich O heiliger Geist bisse ich/ regle-meine Zung / und entzünde mein Hertz. / da-mit ich wohl rede.
Ach