140 Am Ersten Sonntag in der Fasten.
Der höllische Feind ist schon fertig zumstreiten / er hat das Brod schon in Han-den / dich/ O Mensch zum Fraaß zu reihen/dardurch dich um deine Seeligkeit zu brin-gen! Aber halte noch ein wenig ein du bö-ser Geistsage mir / warum gebrauchest dudich des Brods den Menschen zu fallen/und nicht des Fleisches ? Es begehren jajetzt gar viel Fleisch / obwohl es anjeho dieFasten ist / und das Fleisch essen verbotten.Thut einem der Kopff wehe / verlangt ergleich Fleisch zu essen / als wann das Fleischein Mittel wäre wider das Kopff-Wehe :rhut einem der Magen wehe / und siofftihm auf wegen der Blähung / verlangt ergleich Fleisch zu essen / als wann das Fleischein Mittel wäre wider das Aufblähen / wi-der das Ausstossen. Er hat einen Hustenoder Catarren / da verlangt er Fleisch /dann dieFischverursachen noch mehrFlüß/als wann das Fleisch ein Mittel wäre wi-der den Carharren/ wider den Fasten: inSumma: Mit Fleisch können die HerrniVleci-Ll jetzt gar viel zur Stund curiren;warum gebraucht sich dann auch der Sa-tan des Fleisches nicht / den Menschenzum Fraaß zu reihen / und dardurch umsein Seeligkeit zu bringen?
ä,,Dißistdie Ursach/ er hat solcheFleischfresser / diedas Gebott der Kirchenohne genügsame Ursach übcrtretten / oh-ne das schon in seinem Gewalt / diese hater schon überwunden / da brauchts nichtvielstreirens. Daß er aber den hungeri-gen Heyland'/ und mit ihm seine Gläubi-gen züm Brod essen anreihe / zeigt er an/daß er gern alle schwächte und zu Grundrichtete / weil auch im sittlichen VerstandPlatz findet / wasäckolL 8aIcrnir3N3 vondem msrerialischen Brod sagt: Omm's
tLrurirss M 3>3 , P 3 ni 8 2uccm pelIims:AlleSärrigkeie ist mehr guc / am «llerüble-sten aber ist die Särrigkeir des Brods.Durch diese Särrigkeir des Brods ver-stehet der gelehrte l.uclov. /Avai-. 8. ss inseinem sol'epko illustn. lol. 172. denÜberfluß an allen Speisen / welcherÜberfluß/ gleichwie er dem Leib allerhandKranckheiten verursachet / also bringt erdie Seel in allerhand Laster.
Gehet hin zu jenem Schwemmteichsnann. 1. und erfahret dort die War-heit dessen / was ich gesagt hab: dortwerdet ihr allerhand Krancke liegend fin-den / Blinde / Lahme / Krumme / Gicht-brüchtige und andere: Verwunderet euchaber nicht darüber / dann gemeldter ll-iustl-Lror i. cic. sagt : in der ganßenWelt ist kein bequemerer Ort zu denenKranckheiten / als dieser Schwemm-teich / welcher genennt wird lletklaicia .das ist / vomus pÄnis , ein Haust deßBrods. Zalmeron sagt / es heisse auchso viel / als ein Haust der Jagd / einHauß des Fischen/ ein Hauß der Thie-
ren/ kürtzlich/ ein Hauß / in welchemdie Mänge der Speisen / aber merckts
wohl/ lbililnguencium mulcirucio, daistauch die Mänge der Unpäst icken.Ich aber setze hinzu / da ist auch die Män»ge deren / die sündigen ; Also lauten dieWort deß mehr erwehnten t<. n. ^i vsr.
LiAulapeätusüiArcäicur, unlvcrüim virrucum sciem prorlu8 cleliruic:U0ann derFraaß in das Hertz rringer/ richrer eralle Tugenden zu Grund.
Eben dieses wollte andeuten der Heil.Prophet jcrem. da er c. 52. gesprochen :
Pocum murum per circuirmD steltruxircunüus excrcuus (Id^IclLvrsm , guierar cum Principe miÜci'L Das gantztKriegs-Heer der Ldaldä?r - das^beyden» ^elv-Hauprmann wäre / rrjse al-le Mauren rings um Jerusalem zuBoden. Die 70. Dollmetscher lesen:Lum Principe (.oguorum : M»r demObersten der Böcken. Der H. 0> eZ.
I. c. setzt die Auslegung hinzu: EinFürst der Aöchen aber »st der brauch /welchen dre 2 ^öch mrc zu vieler Mü-heundMenge dcr Speisen bedienen.Dieser / dieser verderbt alle Tugenden;seye die Seel mit Tugenden umgeben / alsmit einer Schantz oder Wall : leuchte siemit so vielen Tugenden / als der Himmelmit Sternen / so wird doch dieses gantzegeistliche Gebäu über einen Haussen ge-worden von dem Überfluß in Speiß undTranck.
Der Fraaß und die Sund seynd zweyGeferden / die einander allzeit begleiten /sich niemal von einander scheiden - Diesezwey Cammeraden braucht der Teuffchzu8ecur>cl-rnrcr> , mit denen kralle Tugen-den hinrichtet; dann welche in Speis; undTranck überflüsilg leben / seynd also zumsündigen geneigt / daß es schier mehr mög-lich scheinet/ daß sie die Gebott GOkteshalten können. Deßhalben / wie Mopsesvon dem Berg herab gestiegen / sagt dieH. Schrisst bxoci. Z2. projccicrsbulu8, 8; conlrcgic es8: Da warsse erdie Tasten aus der Hand und ^- bra-che sie : Warum ? darum / weil er dieJfraeliter dem Fraaß ergeben gefunden/dann lc6ic pnpulu8 comeclere 8c bibere.das voick seyre sich zu essen und u»rrincken: Deßwegen hat Mopses die Ge-satz-Tafflen für überflüssig / für unnütz ge-halten/ weil in Ansehung des Fraaß undder Füllerey unmöglich ist die Haltung derGebotten/ also^Ivarcxl.c. welchem vor-gestimmet hat der H. ttieron. t conrra so-viniAn, l'occlicrum labor uniu8 dorre la-ruricsre perir: sciebgr cnim, vci sermo-nsm non polle auclire rcmvlenros: EinXVerck, da« so viel Täg gekoster/ gehecdurch ein ständige Ersärrigung zuGrund: dann er wüste wohl/ daß dieTolle und Volle das Worr GOcr-s
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