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[Dominicale] (1721)
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137
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Am Sonntag <^umhU3Zclim3. iz 7

Glaubet ihrs nicht ? so höret / wasdgnriprar. 1.1. ^pum c. 49. erzehlt: Eswaren zu Löwen in Braband etlicheleichtfertige Jüngling in einem Wirths-Hauß beysammen / welche da die gantzeNacht durch mit Würfflen und Karten/mit Fluchen und Schwehren / mit Fres-sen und Sauffen sich versündigten: Nunin aller frühe gienge ein andächtiger Bür-ger selbiges Wirths- Hauß vorbey / wil-lens in die Kirche zu gehen / sahe abervor dem Hauß eine grosse M-enge Volcks/so ein hertzliches Mitleyden hatte mit ei-nem armen am gantzen Leib über und überverwundten Mann : Sie fragten ihn /wer ihn doch so übel zugericht hätte? dasagte er : Die Jüngttng / die »«, diesemU/irrhs-Haust spielen : Der frommeBürger gienge hinein / verhebte ihnen ih-ren Muthwillen: sie aber entschuldigtensich / sie wären keinen Trittaus dem Haußgangen/ hätten auch keinen Menschen be-jeydigl : gierigen mit ihm hinaus / demMann zu sehen / funden aber niemandmehr : da merckten sie erst / daß er der-jenige gewesen seye / von welchem der H.

I-iebr. c. 6. geschrieben: kurlurncnuci'6gence8 Lcc. nemlich Christus JE-SUS.

Wann uns GOTT die Augensollte aufthun / so würden wir zu dieserFastnachts-Zeit offtermahl diesen ver-wunden Mann vor den Hausiern antref-fen : Es würden wenig Häuser gefundenwerden / worinn nicht ein oder mehrTodsünden begangen werden / absonder-lich in den Wirthshäusern / in den Spiel-Häusern / und noch mehr in denen k v.Huren-Hausern oder Schlupfs-Win-keln. Über welche unser Heyland sichbeklagt ktlll. 68- 8uper ciolorem vulne-rum rneorum 3cI6i6erunr! Sie badenüber den Schmertzen meiner Wun-den noch mehr gemache : O wer seynddiese änderst / als die bösen Christen /welche diese drey Tag dem Bauch / 63c-clio und Venen dienen / Ehebrechen /Unzucht treiben / grobe Zotten reden /unreine Liedlein singen / sich doll und vollantrincken / diese thun denen WundenChristi / die er in seinem Leyden empfan-gen / durch ihre neue Sünden / neueSchmertzen hinzu: über diese beklagt ersich. Dann die Juden haben Christumnur für einen puren Menschen gehalten /und als einen solchen gepeinigt und ge-creutziget/aber acMiclerunr.die böseChri-sten thun ein neue Beleydigung hinzu/be-ledigen ihn als wahren GOTT / undals wahren Menschen zugleich. DieJuden hielten JEsum für ihren ärgstenFeind / die Christen,aber halten ihn fürihren besten Freund / grösten Gutthater/allerliebsten Vatter / und hören dannochnicht auf / ihn zu verwunden / zu bele-

digen / zu creutzigen. O grausameFastnacht / in welcher dem koftbahrstenBlut JESU CHristi nicht verschonetwird!

O decken jetzt die Armen / von die-sem allen seynd wir befreyt / dann wirhalten kein Fastnacht / wir haben kaumdas Brod zu essen : Aber höret ihr Ar-me / wann ihr schon JEsum nicht ver-wundet mit Fraß und Füllerey / mit dollund voll trincken / so geschiehet doch sol-ches mit dem Neyd / mit Begehrungdes Nächsten Guts / mit stehlen und rau-ben. Daher» manches arme Mägd-lein / die nichts hat / als was sie am Leibtragt / gehet in die Wirthshäuser / in dieSchlupff- Winckel / hängt sich da unddort an / setzt ihr Ehr und Jungfrauschafftauf / verkaufst selbige/ und verkaufftdar-mit zugleich JEsum ihren himmlischenBrod - Vatter / zu demesic stärs schreietum das tägliche Brod / beleydigerihn al-so erschröcklich mit ihrer Leichtfertigkeit /über welche sich der beschmertzte Heyland

beklagt : 8 uper ciolorsm vulnerum Leo.

Also machen auch die Armen öffrers ausder Fastnacht einen Charfreytag.

Als der Heil. Bischofs KemiZius dendamals nochHeydnischenKönig ckloclnvL-um , inFranckreich/zu dem CatholischenGlauben unterwiese / hat er ihme unterandern auch das Leyden Christi erklärt /wie die grausame Juden gegen ihremGOtt und HErrn / ihrem höchsten Gut-thäter so unmenschlich verfahren seyen /da gewänne der König so grossen Unwil-len wider die Juden / daß er aufgeschri-en : Wann ich mit meinen Frantz-Män-nern wäre gegenwärtig gewesen / so woll-te ich diese Unbild gerochen / und Chri-stum aus den Händen der Juden errettethaben; da sagre ihm der H. :

Euer Majestät wolle diesen Unwillen wi-der die Juden verwenden gegen sich selb-sten / dann sie mit ihren vorigen Sündenseynd alles dieses Unbeyls ein Ursach ge-wesen / wie der H. Prophet li^i, c. s?.

sagt: Vulnerarus elk proprer iniguiigresnolkrss, grrrirus eli proprer lcelera no-liru: Er ist von unseren Bosheitenwegen verwundet / und um unserergrosse Sünden willen ist -e zerknnHcbcund zerschlagen worden. Eben die-ses könnte man einem jeden bösen Cbri-sien sagen / sie sollen nicht so fast über dieJuden zörnen / als über sich selbsten/ in-dem es ihnen scheinet / als wann Christusnoch nicht genug gelitten hätte / dahero

super rtolore"' v«. Ineruro da sie ihn

jetzt in dem -Lümmel sitzend und regierendnoch so erschröcklich anfallen und beleidi-gen / und seinem göttlichen Hertzen / soviel an ihnen ist / neue Schmertzen ver-ursachen : Dann foreronr eum

clolers exrrlnlbou 8 , crucisiZenclo, 8 c 005

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