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[Dominicale] (1721)
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127
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Am Sonntag 8cx3Ze6m3. r 27

seyd/ GOttes oder desTeuffels / jeder se-he in sich sechsten/ findet er darinn/ daß erseinen Nächsten sein Glück hertzlich gönne/ja ihm selbst gern darzu helffen wolle/ sichdarob erfreue / wanns selbigem wol gehet/da darff er getröstlich glauben / er gehö-re unter die Kinder GOttes: Bistu abernur gesinnt deinen Nächsten zu schaden/denckest nur/ wie du ihm etwan die Federnstufen / und einen Riegel für sein Geld-Muhl schieben/ oder sonst ein Klamperleinanhancken mögest / ja es gehet dir einStich durchs Hertz / wann du hörest vonder Wolfahrt deines Nachbahren / seinGlück ist dir ein Dorn im Aug/da brauchtsauch nicht / im Glaß den Teuffel sehenwollen / du bist selbst von dieser bösenZucht/ selbst ein Teuffel im Glaß diesergebrechlichen Welt.

Nun aber Christliche Seelen! fol-get darfür dem Rath des Heil. ^u§ult.

wann du änderst willst mit Trost und Ru-he aller Güter dieserWelt gemessen/undnicht endlich von dieser zeitlichen Höll indie ewige gerathen/ höre also/was er überJoann. sagt/ und dich ermähnt: lolls

invicllzm, sc ruum elt guocl tisbeo: Le-ge den Neyd hinweg / so ist alles deinwas ich hab: 1oIIs mvick'am, 8crr>euli»eli guoä ksbes : Lege den Nryd hin-weg/ so ist auch alles mein / was duhast: So viel vermag die gutwillige Lie-be unter denen Menschen/ diese haltet undhaget untereinander/ damit also GOTTeuch auf solche Weis seine recht geborneKinder nicht allein hier reichlich segne/sondern auch endlich einführe in den Him-mel/ alldorten euch als seinen lieben Kin-dern den verdienten Lohn eurer wahrenChristlichen Liebe zu geben / nemlich denGroschen der ewigen Freud und Seelig-keit. Amen.

Am Aonntag 8ex3Zelim3.

5 // L /N

()u! kabet 3ure8 auöiencli, auZiLt! I^uc.z.

Wer Ohren hat zu hören, der höre!

5^-r.

Es wird aus den Ohren wahr gejagt / welche seelig werden

oder nicht.

S ist heut mein einigesVerlangen/ zu wissen/ob sie allesamt Ohrenhaben/ dann es könnteleicht geschehen/daß einWeibsbild den Kopff- mit einer Hauben/ der

Mann mit einer l>srugue bedecke / unddoch keine Ohren darunter hatten. Esschreibt Lercborius in seinem llepercor.klar. lo. f. 247. daß in Mohren-land alle vierfüffige Thier ohne Ohren ge-bohren werden; sittlicher Weis ist gegen-wärtige Welt ein rechtes Mohrenland /in welchem die Menschen offt genug durchdie verlaumbderische Zungen verschwartztwerden. Und wann nach der Meynungdes heiligen dle Anmurhungensusi der Seelen seynd / so gibt es nichtallein vierfüffige Menschen / welche durchihre böse Anmuthungen des Gemüths inallerhand lasterhaffte Begierden getra-gen werden: Diese seynd ohne Ohren /weil sie des Gehörs des Worts GOt-kes / der guten Ermahnungen von dem

Teuffel beraubt seynd / wie der ProphetEzechiel. cap. 2 z. sagt : Nst'um ruum 8cLures russ prsecicienc: Sie / ich verste-he die Teuffel / werden deine Nasenund Ohren abschneiden : Wie danngemeiniglich die Sünder der Welt kei-nen Geruch der Andacht / kein Gehörder heilsamen Lehr haben: als könnte eswol seyn / daß einige gegenwärtig waren/die keme Ohren hatten.

^riüor. schreibt I. 6e ^nimsl. daßalle Thier/ die Eyer legen / keine Ohrenhaben; sittlicher Weis gibt es der Ey-er-legenden Thieren gar viel/ und dieseseynd die Gejtzigen / die unersättlicheReichen dieser Welt/ welche ihre besteSchatz wie die Straußen ihre Eyer inden Sand legen / und vergessen / wosie selbige hingelegt haben; Solche hal-ben auch keine Ohren / dann sie hörendas Geschrey der Armen / noch die ihnennutzlicheLehrstück/von welchem derH. Pro-phet Jerem. c. 6. kan verstanden werden:

IncircumciNe aures eorum, 8c auäirs

non poüülic: Ihr Ohren seynd unbe-

schntrren/