Druckschrift 
[Dominicale] (1721)
Entstehung
Seite
126
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

126 Am Sonntag 8epw3Zelim3.

Gnad stehendenMenstden mißgönn»:Und daß der Neyd sein Geburt seye/ hater Proben genug gegeben/ viel dergleichenKinder gezeugt; dann er hat ja den Cainangehetzt/ seinen BruderAbelanzuneiden/und darum zu ermorden / den Esau widerseinen Bruder Jacob / die Söhn Jacobswider ihren Bruder Joseph / den KönigSaul wider David / sehet wieviel teuffli-sche Geburten / deren aller Mutter derNeyd ist/ ey so folget ja / wer vom Teuffelgebohren / ein Kind des Teuffels und mit-hin auch ein Trüffel seye.

Dieses noch klarer zu erkennen / wol-len wir entgegen gleichfalls erwegen / wasfür Geburten Christus JEsuö bringe: Ersagt selbst/ und gibt das klare Kennzeichen/worbey die Welt seine wahre Kinder er-kennen sollte/ nemlich in diesem: ln boc

LOZnolkenc omne8, guia clilbipuli meie-tlis, li clNeölionem kabuencis acl invicem:Ivan. i z Darben wird jedermann er«kennen / daß ihr meine Jünger seyd /so ihr die Liede untereinander habenwerdet. Welches Kennzeichen die er-ste Christen so hauffig erzeigt haben / daßdie Heyden so gar sich darob verwundertund zu einander gesprochen haben : bccecjuomoclo le nmrwr ! erzehlt lerrull.Schau/wie dreje Leurh einander solieb haben ! Da habt ihr dann schon dasrechte Kennzeichen / ob ihr Kinder Gottesoder des bösen Femds seyd : Die Liebe istdas Kennzeichen der Kinder GOttes/ undder böse Neyd ist das Merckmahl derKindern des Teuffels. Dahero greiffenur ein jeder in seinen Busen / wann er da-rin« befindet / daß er nicht gern sehe / daßes seinem Nachbahren wol gehe / daß erihm den Gewinn nicht vergönne / daß esihm verdrieße / wann er hoch gelobt wird /da dencke er nur / es gehe ihn auch an/was Christus zu denen neidigen Juden ge-sprochen hatte Joan. 8 . V08 ex bsrreDiübnlo eilig: Ihr seyd vom Darrerdem Trüffel: Dann das Höll.en - ZeichenVerrathet einen solchen / der leufflischeNeyd nemlich/ daß er ein Kind der Finster-nuß / der Verdammnuß seye / so lang erdurch die Büß solches nicht austilget/ undentgegen das himmlische Zeichen einer ü-bernatürlichen Christl. Liebe an sich ziehet.

Zum Beweißthum dessen erzehlt dieHeil. krigicrs 1 . 6 . kevel. c. z ,. Daß sie ineiner Verzückung gesehen habe / wie derböse Geist ein verdammte See! für demGöttlichen Richter gebracht habe: Diesegottlose Seel habe diese erschröcklicheWort gegen GOTT ausgestoffen : Ich

wollte nicht m Himmel/wann ich auch

schon könnte : Aber warum gefallt dir dieHöll so wol / und ist dir der Himmel so zuwider? Kommt dir vielleicht das höllischeFeuer so lustig für? Ach nein! antwortetdie verdammte Seel/ es stehet geschrieben/

GOrr und die Engel haben ein Freudab der Bekehrung eines Sünders / da-mit dannweder dir/O GOtt/ noch deinenEngeln diese wenige Freud auch zu Theilwerde/ will ich lieber im Abgrund der Hol-len immer und ewig brennen. O verma-ledeyte/verzweiffelte Wort! Dieser Ant-wort stimmte geschwind auch bey der Teuf-ftl selbst sprechend : Also bin ich ar, ch ge-sinnt : Bey dieser Beschaffenheit dann er-hellet genug / daß gleichwie diese neidigeSeel/also ein jeder Neydhart eines Sinnsmildem Teuffel seye/folgsam gleicher Artund ein eingefleischter Teuffel selbst.

Ja der Heil.LKrylolt. bom. 44. »6pop. sagt: Der Neydrge seye noch einwenig ärger als drr Trüffel selbst: wie

da/oder auf was Weis? Also / dann dieböse Geister / unangesehen daß sie ewig ver-dammt seyNd / danvvch (.on 1 orrit)U 8 ge-nci 18 lbi non inliNignkur, so stellen siedoch keinem ihr^s Geschlechts femd,stetig nach / ein Teuffel verfolgt den cnt-dern nicht / dann damit sie ihr Reich unterden Kindern der Verdammnuß fortsetzenkönnen/ halten sie mit grosser Einigkeit zu-sammen; Ein Teuffel kan gar wol gedul-ren / wann der andere viel Unglück anstiff-tet/ und also Ehr bey seinem Fürsten derFinsternuß einlegt : Aber der Neydharrmachrs weit arger; guis neezue t-lscuriL

communicmem reverinlunc: llDeil sol-che lAeydige nicht einmal ein Absehenhaben ab der Gleichheit der LAarur sosie mir andern Menschen haben. DieTeuffel/so boßhafft sie sonsten seyn/ so miß-gönnt doch keiner dem andern sein Glückund Gewinn der armen Seelen: Aber derNeyd-Hals kan so viel Gutwilligkeit gegenseinem Neben - Menschen nicht tragen/ alsein Teuffel gegen den andern ; Und wasdas alierargsteist/ diesem giffligen Neyd«Aug ist niemand zu gut/niemand ist ihm zu,nahe befreundt/ weder Vatter noch Mut-ter seynd dem Neydigen zu lieb / seine eige-ne Kinder seynd ihm nicht zu werth: jeder-mann will er demüthigen/ allen begehrterzu schaden / vermeinend es müsse nur allesin ihme stecken: Mir einem Wort / nie-mand mag er sehen/ deme es wol gehet.

Wolan mm -V Jetzt habt ihr ge-

sehen und gehört/ was in einem l 77 cydhar-ren für ein greuliche Bosheit stecke / nem-lich / daß wann ihr wollet die Höll und denTeuffel im Glaß sehen/ so sollet ihr nur euchumsehen in dem gebrechlichen Glaß dieserWelt auf die neydige Menschen: Dannwo ihr ein Hauß/ Hof/Dorfs oder Stadtmit Neyd angefüllt sehet / was sehet ihrallda änderst/ als ein Höll mit bösen sittli-chen Trüffeln besetzt ? Und diese zeige icheuch dann heutiges Tags/ damit ihr ab sel-bigen ein billichcs Abscheuen fassen / undeuch darfür hüten sollet; Zudeme habt ihrdas wahre Kennzeichen/ wessen Kinder ihr