48 Am Fest der Gnadenreichen Geburt JEsu Christi.
then habe/wann ich schon von euch nichts zuhoffen/ dannoch will ich euer Bruder wer-den/ ihr sollet mein Schatz seyn/ ich will eu-erLiebhaber seyn. Freylich ist also erschie-nen ?Nilsnciropi3. Die Lieb geAt" denrNenl'cben ; O JEsu / du bist ein Hertzmitten in denFlamen!O daß alleMenschendieses Hertz Hütten in sich/ so würden sie ei-nen so lieben GOtt eifferiger lieben. k>-rk-Forgs gäbe vor Zeiten seinen Lehr-Jün-gern auch diese Lehr: Lorneeäiw: Essedas Hers mckr: Was er darmit wollte/will ich nicht melden. Aber dieses sagerch von JEsu dem Göttlichen Hertze: 6orN6 eäiro. Du Sünder / zerzerre/ zer-zaudere / zerfetze doch dieses Hertz nichtmehr mit den Zahnen deines Neids/ dei-nes Zorns/ deiner Unzucht / deines Ehr-abschneidens / deines Fluchen und Gotts-lästern/ will sagen /^ach JEsum beleidigenicht mit deinen Sünden / mache ihm kei-ne Wunden/ dann er ist unser gröster Lieb-haber/ er brinnt vorlauter Lieb gegen unsMenschen: Darum Lorneelliro: Zer-beisse und zernage diß Hertz nicht! Willstuesaberje effen/ so ersältige dich da in demhochwürdigen Gut/ da hat es dir die Liebeam besten zu bereitet / da kanstu JEsumessen/ so offt du willst/ aber beleidige ihnnicht mehr/ ertheilt ja das Hertz mit dir.
Fürwahr/ wann ich mit den Hirtenm den Berhlehemitischen Stall hineinschliche/ und allda ansehe / das vor Liebebrennende Hertzlein des Christ-Kindleins/so kan ich sagen / was Lcclelmlkieus c.z8.sagt: Lor luum <jsk»'c in limilirullinempiÄurre: Erwirb seinHery daegebenals wie ein Gemäht : Dann auf dem ro-then Täffelein des Hertzlein des Christ-Kindleins sehe ich abgemahlt die Liebe/ wiesie vor Zeiten die alte Heyden vorstellten;vemlich die Liebe erschiene als ein kleinesKind mit verbundenen und blinden Augen/tragend in seinem Armen einen Schild /darinn nichts zu sehen war/ als das WortCupilto die Begierd beschrieben : DieLiebeist ein Begierd/ indem sie allzeitmehrund mehr begehrt/ und niemal ersättigetkan werden. Da in dem Krip-
pelein ist diese Liebe recht lebendig abge-mahlt: Ach dereingebohrne SohnGOt-tes scheinet blind / als welcher nicht mehrdie schöne Himmel/ nicht mehr die Glorieund Majestät seiner Göttlichen Person an-sehen wollte/ sondern aus purer Liebe sichzu einem Kind gemacht: Er tragt nicht ineinem Schild / aber wol in seiner Seel/in seinem Hertzen die Liebe / die Begierd/indem er begehrt / daß aller MenschenSeelen und Hertzen in seiner Liebe bren-neten / und alle Menschen in den Himmelbegehrt zu bringen.
Höre! ach höre du Sünder! wiesich mein und dein Heyland das Lieb-volleHertz beklaget / daß so wenig sich zu ihm
bekehren/ der doch alle gern seelig machte:klultt lünr vocsri , rufft er / pLuci vcroeleüi: Viel seynd beruffen/ aber we»nig auserwählr. L 0 . ?aucira-
rem Lleüorum gucrulscur Lc lalvänlto-rum, spricht ein/ttcer», Er beklage mirbieten Worren die Wenigkeit derendie seelig werden/ folgsam auch deren/ sosich zu ihm bekehren/ dann die Büß ist einrechte Strasse zu dem Himmel.O was zei-get diese Klag änderst an/ als das seine Lie-be seye Lupillo em Begierd / alle See-len bey sich im Himmel zu haben ? Schwei-ge/ach schweige / du Seelen begierigerHeyland ! Dann es sagt ja dein liebster
JÜNgerJoan. ^poc.7. Viäi rurbam ms-Zr>sm,gu3m clinumersre nemo porerst»Ich sahe ein grosse Schaar / welcheniemandzehlen konnte/ aus allen Hei-den und Geschlechrern/und vsickernund Zungen/stehende vor dem Thron:So sage nicht mehr/mein Heyland: kau-ci 5 unr eletti : Wenig seynd ausee«wähle: Dann die Zahl deren ist so groß/daß sie niemand zehlen kan.
Ach vielgeliebte Zuhörer! die Lieberedet in Christo/ diese ist ein Begierd / sosich nicht ersättigen lasse: Freylich / frey-lich/ sagt ^xlveirg über diesen l-'slk, seyndderen unzählbar viel/ so die ewige Seelig-keit erlangen / aber die Lieb und Begierdzu dem menschlichen Heyl ist in Christo sogroß / daß ihme auch diese viele nur einweniges scheinen: Ach JEsus hatte gernAlle/ alle/ alle in dem Himmel / in derSeeligkeit. Es ist ihme nicht genug /daß sich bey der Andacht einstelle nur dasandächtige Frauen-Volck / es ist ihm nichtgenug/ daß zu ihm lausten jene Gerechten/welche sich sonst möglichst hüten vor schwe-ren Sunden/ sondern er hatte auch gern/daß sich auch jene Bekehrten / so bißheroin lauter Leichtfertigkeiten gelebt/ einfache/ja doppelte Ehebruch begangen / und indem schier ersoffen seynd / auch diese wolltedie Lieb und Begierd Christi gern in denHimmel bringen. Höre dieses du Sün-der/ und sage/ ob nicht auf diesem Göttli-chen Hertze zu lesen seye / die Lrebe/ dieBegierd
"EmLrebc war es / danach vollendtcnTrojanischen Krieg die schöne Helena / obsie schon mehr als Jahr dem Ehebre-cherischen beygewohnet hatte / dochwieder zu ihrem rechtmäßigen Eheherrndem Kienes gebracht worden / und ihmeeben so lieb und angenehm gewesen ist/alszuvor/ dessen ich mich aber nicht verwun-dere/ dann sie ist gewaltthätig und widerihren Willen weggeführt worden. Aberdaß ein sündige Seel/ die freywillig von ih-rem himmlischen Bräutigam ohne Ursachabweichet/ und so lange Zeit sich mit demhöllischen Ehebrecher gern aufhaltet / wie-der so lieb und angenehm werde in ihrer
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