An den Christlichen Weser
Eine Vorred
Des Verteutschers.
/W^CH weiß zwar wohl/ und nur gar zu wohl / daß dieses gegenwärtige Buch/welches ich auß der Lateinischen in die teutsche Sprach übersetzt hab / schon vor-Hör)/) hm mit vilen Vorreden versehen / und erfüllet ist; Nichts desto weniger kan ichnicht umgehen / so gern ich sonsten auch wolte/ dir / wein Leser/ zur Anwei-sung und Nachricht/ mir aber zu meiner Beschütz - und Rettung / eine kurtze Vorredtu machen.
I.
So wisse dann erstlich/daß ich zu dtser Verteutschung die zweyte Läiticm, oder den Bericht außAnderen Truck L. ?. Ucriberü Lotveicli 8.). welcher zu AnrorsfAnno l 6r8. von nermn was für et>aufgelegt worden / gebraucht hab. Solte derowegen einem Lateiner belieben / dises Teut-sche gegen seinem Ursprung zu halten/ um mein Treu und Fleiß zu erkundigen/oder auch ^ng ge-mein Arbeit zu hachlen (dannpromptius ett omnibur, juäicarc l^ULM tacere: alles tad, aen worden,len / und selbsten wenig thun/ ist jetzt ein gemeiner Brauch) so wird man hierzu s--iuiwk i»'(dieweilen die Läitione 8 vam'ren/ mehr und weniger haben) des besagten zweiten An- L'l>iiori>-cLtorfflschen Trucks benöthiget seyn. Im übrigen wird hoffentlich der jenige/ welcher nur 4ir.die Mühe mag nehmen/ im Lateinischen Merck ein oder andersLeben (Exempel weißdas Lebendes H. OnupbrH, Laillü, Ic>2nm'8 des Allmueßners / ?ottbumH<Lc.) oderauch nur ein oder anders Capitul zu lesen/ und das uhralte/schlecht und dunckel gegebeneLatein ein wenig betrachtsam zu durchgehen/ mit meinem Verteutschen wohl zu friden seyn.
Den l'migen aber/ welcher ein grössere Wohlredenheit/mehrere Zierlichkeit/ und eine ge-schliffnere Redens-Art im Teutschen von mir begehrt/will ich Kürtze halber/in den Anfangder Vorreden L. ?. Lotve^äium allda die Antwort von dem H.üiercm/mo. ^uAvül-no, Läronio Lc. zu vernehmen/ verwisen haben.
II.
Berichte zweytens/ daß ich im Verteutschen / um die Grösse und Weitläuffigkeit Warurnb indes Buchs zu hemmen/ die allzu hohe Kosten zu verhinderen/und den ungestudirten teut- derBerteu?-schen Leser vor Verdruß und Unwillen zu verhüten rc. bißweilen etwas außgelassen hab; dtß-Dises aber nit in den Leben und Lehren/welche in den zehen Bücheren enthalten werden/dann dieselbige gib ich (verstehe/ so vil es nach der Lehr desH.Uieron^m-, dasDolmer, worden, vt.sehen zu gibt) scl Verbum, gleichsam bey einem Wort ; wohl aber in den Vorreden ä, Olvun»und Anmerkungen/ welche vor und nach den bemeldten Bücherrn gesetzt seynd. Und Ni-ronx-diß zwar nur alsdann/ wann es im Lateinischen Werck/ einen Griechischen oderLa- ^um i» imtetnlscven Wort - Streit abgibt/ welches ja den Teutschen nichts nutzet ; Item wann "ein Ding schon öffters gemeldt und angemerckt worden; oder wann die Anmerckung den ^
vorhabenden Heiligen/ oder sein Leben gar nicht/ oder nur von weitem angehet. Bey- 71 "neben aber hab ich / meines Gedunckens/ nichts außgelassen / so einem Heiligen / einer m,ci>. <i°Geschieht/ einem Buch / oder seinem Verfasser und Dolmetschen/ zum Lob / zur Ret- vx-mo »or«.tung/ zur Bekräffrigung/ Item zu der Alter- undZetks- Erkundigung/ wie auch ?r,r»uäi x«.zu Erläuterung und Behauptung der strittigen Glaubens - Lehren / dienlich seyn kan.
Die kürtzere Anmerckungen hab ich mit einem Sternlein * gleich neben den Text/ anden Rand außgeworffen. Die längere aber / welche nicht könten außgelassen werden /thue ich mit dem ( 2 ) (b) (c) im Text bemercken/und nachmahlen biß zum End des Buchs/oder Lebens verschieben.
III.
Ferners hab ich im Teutschen/jedoch nit von mir selbsten allein/ sondern aufEin- DerAnhan-/rathen hoch - verständiger Leuten / den Anhang oder Zusatz dises Buchs / das ist/ den oder Zusatzparadeyß- Garten Hersclichs. und die Lausische Hisiori / nach der alten Dolmet- wird außge-schung^ außgelassen; und diß zwar darumen/ dieweil nichts sondervares und merckwür-diges darinnen zu finden ist/ welches nit schon in dem s.Buch grmeldet ware. L.?. Lot.ve^äus hat dise zwey Stuck/ dem Lateinischen werck / zu End der zehrn Bücherenzwar hoch vernünfftig einverleibet/ um denen gelehrten und curioten Leseren/ und Liebha-beren der Alten Schafften / unter denen dreyen Dolmetschungen die Wahl zu geben/und den Unterscheid der Übersetzung auß dem Griechischen in das Latein unter Augenzu legen; Massen er selbsten bezeuget. Demnach aber dises teutsche Werck mehrist denen Deßb« bleungestudirten und einfältigen/nit so sehr die Gelehrtheit und Geschicklichkeit/ als Tugend Won-ound Frommkeit suchenden Teutschen/vermeynt ist/ und damit nicht etwan die öffters Wie- wie
derhohlung einer Sach und Geschieht (welches danrioch auch ohne diß zimlich offt hesche-aqch bu, 5 k
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