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Über die beträchtlichen Vortheile, welche alle Nazionen des jetzigen Zeitalters aus der Kenntniß und historischen Untersuchung des Zustandes der Wissenschaften bei den Alten ziehen können
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her. Diese Erinnerung nämlich bewies Plato dadurch,dafs er der Geometrie unkundiger, durch schicklicheFragen, die Folgerungen selbst ableitet, also die Geo-metrie, ohne Erfahrung aus sich selbst schöpft. Hierwird offenbar auf die Erkenntnifs a priori hingedeutet,die Leibnitz zum bessern und bündigem Beweise seinerangebohrnen Ideen anwandte. Gleichergestalt hätteLocke, wenn er die Alten mehr gelesen hätte, seineTheorie von der Art, wie wir durch sinnliche Wahrneh-mungen aus den einfachen Vorstellungen alle andernherleiten, durch die von den Stoikern schon lange vor-her gegebene genauere Aufzählung der mancherlei Me-thoden bei dieser Ausbildung, mehr berichtigen kön-nen. Da also die gröfsten Philosophen noch vor nichtlanger Zeit aus den Alten wichtige Bereicherungen derSeelenlehre hergenommen haben: so wird man wohlnicht in Zweifel ziehen, dafs das nämliche noch jetztgeschehen könne, oder man müfste denn in dem stol-zen Wahn stehen, dafs seit Leibnitz und Wolff diePhilosophie, und mit ihr die Seelenlehre, solche Rie-senschritte gethan hätten, die alle Kenntnifs der Altenauf einmal entbehrlich machten; vor welchem Wahnuns der Himmel, wenn er uns einigermafsen liebt, inGnaden bewahren wolle. Das Studium der Alten kannuns also auch zu neuen Theorien und Systemen nochimmer verhelfen, und zugleich manches an die Handgeben, wodurch alte Theorien mehr befestigt und auf-gehellt werden.

In der Seelenlehre kommen auch die wichtigenUntersuchungen über die Gewifsheit und Realität un-serer Erkenntnifs, also über den Skepticisinus und Idea-lismus vor, wobei denn zugleich nothwendigerweisedie Glänzen unserer Erkenntnifs in Rücksicht aufbeide Punkte abgesteckt, und von der menschlichen