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3. Lehrstoff
nach den Lehraufgaben vom Jahre 1901.
Ober-Prima.
Ordinarius im Sommer: Herr Direktor Martus, im Winter: Herr Prof. Dr. Wüllenweber.
1. Religionslehre. 2 Stunden wöchentlich. Im I. Halbjahre: Glaubens- und Sittenlehre der evangelischenKirche mit Zugrundelegung der Artikel I — XVI, XVIII und XX der Confessio Augustana nach vorange-schickter Einleitung über die symbolischen Schriften. Im 2. Halbj.: Erklärung des Kömerbriefes undanderer aus U I noch zur Verfügung stehender Briefe.
2. Deutsch. 3 Std. w. a) Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeitgenossen,sowie bedeutenderer neuerer Dichter, b) Lektüre: Goethes Tasso, Paust und Dramen neuerer Dichter, sowieeinzelne Dramen von Sophokles und Shakespeare in der Übersetzung. Ausgewählte Abschnitte aus LessingsHamburgischer Dramaturgie, c) Freie Vorträge wie iu UI; Dispositionsübungen. Halbjährlich drei häus-liche Aufsätze, bei der Reifeprüfung ein in 5 Stunden anzufertigender Aufsatz und entsprechend ein Klassen-aufsatz der Schüler der 2. Abteilung.
3. Latein. 4 Std. w. Lektüre 3 Std. Abwechselnd mit Livius, Cicero und Sallust ausgewählte Odenund Satiren des Horaz. Grammatik 1 Std. Wiederholungen. Alle 2 Wochen eine schriftliche Übersetzungals Klassenarbeit. — Bei der Keifeprüfung eine in 3 Stunden zu liefernde schriftliche Übersetzung ausdem Lateinischen ins Deutsche; für die Schüler der 2. Abteilung eine ebensolche Klassenarbeit.
4. Französisch. 4 Std. w. a) Lektüre, im Sommer: Cuvier, Eloges; im Winter: Racine, Iphigenieund Moliere, Femines savantes. b) Grammatische Wiederholungen, das Wichtigste aus der Metrik, Syno-nymik und Stilistik; die wichtigsten Sprichwörter. Mündliche Übersetzungen nach Wüllenweber, Übungsbuch,c) Gedicht (gelernt): La Sainte Alliance des pcuples, von Beranger. — Halbjährlich 2 häusliche Aufsätzeund ein Klassenaufsatz, monatlich 2 Klassenarbeiten. Bei der Reifeprüfung ein in 5 Stunden anzufertigenderAufsatz.
5. Englisch. 3 Std. w. a) Lektüre, im Sommer: Shakespeare, Macbeth; im Winter: Macaulay, WarreuHastings. b) Grammatik: Vertiefung und Erweiterung der grammatischen Lehraufgabeu. Stilistisches,Synonymisches, Metrisches nach Bedürfnis im Anschlufs an die Lektüre. Übungen im Sprechen. Memorier-stoff: Der Monolog des Macbeth iu Shakespeare's Macbeth II, 1. Wiederholung aller gelernten Gedichte. —Halbjährlich 3 Haus- und 5 Klassenarbeiten. Bei der Reifeprüfung eine in 3 Stunden anzufertigende Über-setzung iu das Englische.
6. Geschichte und Erdkunde, zusammen 3 Std. w. (Innerhalb jedes Halbjahrs mindestens 6 StundenErdkunde.) a) Neubauer, Lehrbuch der Geschichte für höhere Lehranstalten, 5. Teil. Putzger, historischerSchulatlas. 1. Halbj.: Die wichtigsten Begebenheiten der Neuzeit, insbesondere der preufsisch-deutscheuGeschichte vom Ende des dreißigjährigen Krieges bis zum Jahre 1815 mit besonderer Berücksichtigungder bedeutenderen Persönlichkeiten der Deutschen. — 2. Halbj.: Die wichtigsten Begebenheiten von 1815bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Regierung Friedrich Wilhelms III. und KaiserWilhelms I. Wiederholungen in zusammenfassenden Überblicken. — b) E. v. Seydlitz, Kleine Schulgeographie B.Sydow-Wagner, methodischer Schulatlas. Zusammenfassende Wiederholungen, dazu das Wesentlichste aus derallgemeinen physischen Erdkunde (Luft, Produkte der Erde) und der Völkerkunde. Vergleichende Über-sicht der wichtigsten Verkehrs- und Handelswege bis zur Gegenwart in Anlehnung an den Geschichts-unterricht. (Astronomische Erdkunde siehe Ober- und Unter-Prima unter Mathematik.)
7. Mathematik. 5 Std. w. 1. Halbj.: 4 Stunden: Martus, Raumlehre, 2. Teil, 20. Kegelschnitte.21. Schwerer zu behandelnde Körper. Bestimmung der Gestalt des Erdsphäroids, nach Martus, astronomischeErdkunde. 2. Abschnitt, 4. Kapitel. 1 Std. Wiederholungen durch Übungsaufgaben. — 2. Halbj.: 4 Std.Achsen-Raumlehre nach Gandtner-Gruhl, Lehrbuch der analytischen Geometrie. 1 Std. mathematischeÜbungen: Ableitung der Eigenschaften von Kurven aus ihren gegebenen Gleichungen. — Halbjährlich3 häusliche Arbeiten von je 3 Aufgaben, 5 einstündige Klassenarbeiten, bei der Reifeprüfung eine in5 Stunden zu liefernde Arbeit von 4 Aufgaben; für die Schüler der 2. Abteilung eine entsprechendeKlassenarbeit.
8. Physik. 3 Std. w. 1. Halbj.: Die Lehre von der Erhaltung der Energie. 2. Halbj.: Die Lehrevom Schall, einschliel'slich der Wellenlehre. Aufserdem unter freiwilliger Beteiligung wöchentlich 1 Stundephysikalische Übungen. Bei der Reifeprüfung eine in drei Stunden anzufertigende Arbeit; für die Schülerder 2. Abtl. eine dreistündige Klassenarbeit.