Jahrgang 
Bericht über das Schuljahr Ostern 1900–1901 ...
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und Konjugation. Lesen wie im 1, H. 2 Gedichte (gelernt): Der reichste Fürst, Barbarossa, SchwäbischeKunde. — Übungen im Bechtschreiben alle zwei Wochen in Diktaten, daneben öfters kürzere Klassen-arbeiten. Häusliche Arbeit nur Beinschrift.

Abtl. 0 Herr Prof. Dr. Graupe; Abtl. M Herr Prof. Dr. Blaschke.

3. Latein. 8 Std. w. Ostermann-Müller, lateinisches Übungsbuch, 1. Teil: Sexta; Ausgabe A mitgrammatischen Anhängen. Die Deklinationen mit Weglassung der unregelm. Formen, esse, die vierKonjugationen, Pronomina, regelm. Komparation, numeralia cardinalia und ordinalia. Übungen im Kon-struieren und Übersetzen aus dem Lateinischen und in das Lateinische. — Wöchentlich eine Klassenarbeitmit häuslicher Verbesserung. Abtl. 0 Herr Prof. Dr. Graupe; Abtl. M Herr Prof. Leisering.

4. Geschichte. 1 Std. w., mit dem deutschen Unterrichte verbunden. Lebensbilder aus der vaterländischenGeschichte; im 1. Halbj. von Wilhelm I bis Maximilian I, im 2. Halbjahr weiter zurück bis zu Karl dem Grofsen.

5. Erdkunde. 2 Std. w. E. v. Seydlitz, Grundzüge der Geographie, A. Diercke und Gabler, Schul-Atlasfür die mittleren Unterrichtsstufen. 1. Halbj.: Grundbegriffe der physischen und mathem. Erdkunde. ErsteAnleitung zum Verständnis des Beliefs, des Globus und der Karten. — 2. Halbj.: Oro- und hydro-graphische Verhältnisse der Erdoberfläche im allgemeinen, unter Anlehnung an das Bild der engeren Heimat.

Abtl. 0 Herr Hilfslehrer Koeppen; Abtl. M Herr Prof. Dr. Graupe.

6. Rechnen. 4 Std. w. Günther und Böhm, Bechenbuch. 1. Halbj.: Das geläufige Lesen und Schreibengröfserer Zahlen im Anschlufs an die Lehraufgabe der Vorschule. Das Bechnen mit benannten Zahlen.Die Münzen, Längenmafse {km, m, cm, mm) und Gewichte (t, kg, g, mg). Das Umsetzen derselben inniedere oder höhere Benennungen; dabei Einführung des Kommas als Trennungszeichen der höheren undniederen Abteilungen der Münz-, Mafs- und Gewichtseinheit. Das Lesen von zehnteiligen Brüchen, ihreAddition und Subtraktion. Das Multipl. mit 10 und Potenzen von 10. — 2. Halbj.: Die Flächenmafse{qkm, ha, a, qm, qcm, qmm), Körpermafse (cbm, fcdinj, ccm, cmm; hl, l) und Gewichte; Umsetzenin niedere oder höhere Benennungen. Multipl. und Division von zehnteiligen Brüchen mit ganzen Zahlenund zehnteil. Brüchen bei benannten und unbenannten Zahlen. (Beim Multiplizieren soll mit der vorderstenZiffer des Multiplikators begonnen werden, weil beim verkürzten Multiplizieren so gerechnet werden mufs.)— Halbjährlich 8 —10 Klassenarbeiten. Abtl. 0 im Sommer Herr Oberlehrer Dr. Lachmann,

im Winter Herr Prof. Dr. Perlewitz; Abtl. M Herr Oberlehrer Dr. Oskar Schultz.

7. Naturbeschreibung. 2 Std. w. Im Sommer: Botanik. Durchnahme vorliegender Pflanzen behufsEinführung in das Verständnis der Bezeichnungen. Schriftliche Beschreibung der besprochenen Pflanzengegen Ende der Unterrichtsstunde. — Im Winter: Zoologie. Beschreibung von Einzeltieren aus Ordnungender warmblütigen Tiere nach ihrer äufseren Erscheinung und Lebensweise. Schrift!. Beschreibung wie im1. Halbj. Abtl. 0 im Sommer Herr Oberlehrer Dr. Lachmann,

im Winter Herr Oberlehrer Dr. Oskar Schultz; Abtl. M Herr Oberlehrer Dr. Oskar Schultz.

Kein evangelischer Schüler des Realgymnasiums wurde von der Teilnahme am Religionsunterrichte derSchule befreit.

4. Religionsunterricht für katholische und für jüdische Schüler.

a) Katholische Schüler des Sophien-Realgymnasiums werden mit denen der benachbarten höheren Lehr-anstalten vereint, um im Sophien-Realgymnasium in 4 Abteilungen wöchentlich je 2 Lehrstunden zu erhalten.

1. Abteilung (I und OII). 2 Stunden. König, Lehrbuch der katholischen Religion (II, III und IV). —Dreijähriger Lehrgang. 1. Jahr: im Sommer: Kirchengeschichte, 1. und 2. Periode: Christus bis Bonifacius;im Winter: allgemeine Dogmatik (Bibelkunde). 2. Jahr: im Sommer: Kirchengeschichte, 3. und 4. Periode:Bonifacius bis Luther; im Winter: besondere Dogmatik. 3. Jahr: im Sommer: Kirchengeschichte, 5. Periode:Luther bis jetzt; im Winter allgemeine und besondere Moral. — Im Schuljahre 1900—1901 wurde bebandeltdie Lehraufgabe des 2. Jahres. Herr Kaplan Novack.

2. Abteilung (Uli und III). 2 Stunden. König, Handbuch für den katholischen Religionsunterrichtin den mittleren Klassen. — Dreijähriger Lehrgang. 1. Jahr: im Sommer: die göttliche Offenbarung (§ 1—28);im Winter: die katholische Glaubenslehre. Das Wesen Gottes. Von der Schöpfung, Erhaltung, Regierungund Erlösung der Welt. Die Lehre von der Gnade und den Gnadenmitteln im allgemeinen (§ 29—60). 2. Jahr:im Sommer: von der Vollendung der Welt (98—106). Das Kirchenjahr (§ 142—155); im Winter: die heiligenSakramente im besonderen (§ 61—98). 3. Jahr: im Sommer: kurzer Abrifs der Kirchengeschichte (§ 155—182);im Winter: die katholische Sittenlehre (§ 106—141). — Im Schuljahre 1900—1901 wurde durchgenommen dieLehraufgabe des 2. Jahres. Herr Kaplan Novack.

Sophien - Realgymnasium. 1901. 3