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beroeren gewartich, gehoirsam ind willich sin zo allen ziden, so wanwa ind. we des van noeden sin wirdet ind sich in allen haldcn.we ohne eirberen getruwon cüster ind offermann der vurg. unserkirohon gebooren sali, sedelich ind ge'wonlich aldä ist. Ind lie salivur sine belönege davon liaven, gonoissen ind gebruichen as anderenwir eme unsere custere ind offermanne alda genoist, däraf gehat,genossen ind gebruicht haint. Wir wollen buch den vhrg. Evertbi dem vurg. custer ind offerampt sin levenlanck laissen, in deinind bi also he sulch custer ind offerampt eirborlieh, ufrichtieh,flisslich ind getruwelieh bewart ind bedle'nt. Bi desor unser gnadenwe obgemelt geloeven wir Jolian, älteste son zu Cleve, herzoueh ....dem obgemelten Evert vestlieh zu laissen, zu hanthaven ind zo be-halden, dair weder nit dbin noch laissen gesohien, sonder alle arge-lisf. Ind dies in Urkunde .... Gegeven zu Cleve in den iairenuns hören duysent vunffhondert ind XVII uf sent Johans aventbaptisten zu mitzsomer Pauls.
Die erste Leprosenordnung für das Herzogtum Cleve.
Der wegen seiner Ansteckungsgefahr und seiner entstellendenFolgen allgemein gefürchtete Aussatz (die Lepra) lässt sich inDeutschland bis ins 8. Jahrhundert zurück verfolgen. Zur Zeit derKreuzzüge- erreichte diese furchtbare Krankheit ihren Höhepunkt.Über die Ausbreitung des Aussatzes am Niederrhein ist an andererStolle von mir Bericht erstattet worden. x ) Eine dort erwähnte, bisheraber nicht veröffentlichte Leprosenordnung für das Herzogtum Clevevom Jahre 1500 bietet in kulturhistorischer Hinsicht viel Interessantes.
Um die einzelnen Bestimmungen dieser Ordnung völlig verstehenzu können, wird es notwendig sein, sich die allgemeinen Gründsätzezu vergegenwärtigen, die man im Mittelalter und auch später derLepra und den Leprosen gegenüber befolgte. Zur Bekämpfung derLeprakrankheit isolierte man die Kranken dadurch, dass man die-selben in besonders dafür errichteten Häusern, welche weit ausserhalbder Städte und Ortschaften gelegen waren, unterbrachte. Häufigbezogen die Angehörigen der Aussätzigen auch die Wohnungen mitdenselben. Ausserlicli war der Leprose durch eine auffallendeKleidung kenntlich gemacht; ausserdem durfte er sich durch denGebrauch einer Klapper oder Schelle bemerkbar machen. Die nach-weisbar ersten Krankenhäuser für Aussätzige am Niederrhein, auchLoprosenhäuser, Melaten etc. genannt, befanden sich, wie erklärlich,bei den alten Städten Köln und Aachen; sie sind bereits zu Anfangdes 13. Jahrhunderts erbaut worden.
Den von dem Verkehr mit gesunden Menschen ausgeschlossenenLeprosen, welche durch ihrer Hände Arbeit nicht sich ihren Unter-
') Festschrift der 70. Versammlung der deutschen Naturforscher undÄrzte, dargeboten von den wissenschaftlichen Vereinen Düsseldorfs. Düssel-dorf 1898, S. 61* fl'.