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wird sich dessen gefährlicher Ausbreitung' nicht sowohl durchkriegerische, neuere Bedrückungen der Untertlianen veranlassendeAnstalten, als durch kluge, dem Zeitalter angemessene innere Re-gierungsanstalten erwehren können. Der Druck der mehreren zumSoldatenstande ausgehobenen Rekruten, der Druck der vielfachmehreren behufs dieses Krieges zu zahlenden Abgalten macht dieVolksmenge nur desto mehr auf die noch herrschenden Ungleich-heiten in Tragung dieser Gemeinlaston aufmerksam und lässt ihnendie Unverhältnissmässigkeit dieser Abgaben gegen die daraus [zu]schöpfenden Yortheilo der verschiedenen Klassen desto tiefer fühlen.Selbst die bey den im Felde stehenden Armeen herrschende In-disciplin verbreitet einen für das französische System weniger nach-theiligen Eindruck, da der gemeine Mann, der sich einmal desSeinigen beraubt zu schon erwarten muss, solches noch lieber inzweckmässiger Requisitions-Ordnung dahin giebt, als sich solchesdurch unbestimmtes Betragen und aller Art wilde Excesse der Solda-tesca entziehen sieht. Ich wünsche sehnlich, dass jene Staatsmännerund grossen Mächte, welche Deutschland in eine solche missiieheLage durch Verwebung und Verdunkelung dessen wahren Staats-interesse versetzt haben, das deutsche Vaterland aus selber wiederreissen und in seinen vorigen Glanz herstellen mögen. Ich fürchteaber, dass man es von Seiten der deutsehen Reichsstände nur zuspät bereuen werde, zu sohl' der Impulsion mächtiger Stände mitVernachlässigung des eigentlichen Staatsinteresse gefolgt zu haben.Was übrigens die Instruktion dos Wiener Gesandten betrifft,so scheint Mir solche der Würde ihres Hofes gar nicht angemessenund mehr eine kindische Ausfluchtsuchung als eine ständische an-gemessene Sprache zu seyn. Mit solcher worden sie vermuthlichdurch die Majorität überstimmt eine traurige Rolle spielen, wo sieals Böhmen und Oosterreich sich dem ständischen Vorlangen ge-nähert, alles aber dem reichsoberhauptlichen Ermessen anheimgestelltund zugewendet hätten, vermuthlich eine Majorität für sich erhaltenund die Leitung dieses so wichtigen Geschäftes ihrem Hofe untereinem andern Titel alleinig zugewendet haben würden.
2. Kurfürst Max Franz an den geheimen geistlichenReferendar Canonicus Vrede. 1 )
Frankfurth, den 21ten Juni 179G.Ich finde auf Ihren Brief vom löten nichts zu erinneren;sonderbar ist es, dass Praebendal-Mortifieations-Pläne nur rege werden,wann die Vergebung der praebenden in meinen Monath fällt. DasStift zu Bonn sollte lieber seinen Probst im Erledigungsfall auf einige.fahre mortificiren und sich selbst thätiger und nüzlieher machen.
') Ganz eigenhändig. Adressat ist der Geheime Referendar Wrede, derneben dem Hofrat von Bicgeleben dem Kurfürsten damals eine Hauptstütze war.