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Legenda aurea, deutsch
Seite
XLVr
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Derwaſſo vn̄d Prothaſio

.XLV.

Eruaſius vnd Prothaſius dy waren zwen bruder vnndIhetten gotlieb vnnd dienten im mitfleyß tag vn̄ nacht. mit beten mit vaſtē. mit wachen vnd mit vil ander guter vbung. vnd da irvater geſtarb. da gaben ſy ir gut armenleutendurch got. vn̄ fluhen das vergencklich gut alsein fewer. da ward dem keyſer Nero geſagtdas ſye criſten weren. das thet im zorn. wan erverfolgt dy criſten ſer vnd hieß dye heyligē vahen vn̄ leget ſye in kercker. Darnach brachtman ſy gen Meyland vnd wolt ſy do toͤten. vn̄der des kamen von des keyſers wegen graffAſcaſius gen Meyland vnd wolt da ſtreyten.Da kamen dy ewarten zu dem grafen vn̄ ſprachen zu im. Wir haben dy goͤtter gebeten dasſy vns ſagen wie es dir geen ſoll an dem ſtreitſo ſprachen ſye. wir woͤllen euch nichtz ſagē irbringet den Geruaſiū vnd Prothaſium darzu das ſy opfern. Da bracht man die heyligenzu den abgottern vnnd der graff ſprach zu inOpfert den abgoͤtern oder ir muͤſt ſterben od̓vil darumb leidē. das was in gar ein ſchimpf.vnd ſprach daGeruaſius zu grafen. Deinabgoͤtter dye ſeind falſch vn̄ ſeind des boͤſengeyſtes vol. vnd wilt du das es dir wolgee. ſoſolt du vnſern herren bitten das er dir helffedas du geſigeſt. der mag dir allein gehelffen.da ward er zornig vnd ſprach zu ſeinen knechten dz ſye Geruaſium mit knuͤtteln wol durchſchlugen. da ſchlugē ſy in als lang bis er ſtarbda fur ſein ſel zu den ewigē freudē. da von erſchrack Prothaſius nit dz ſein brud̓ vmb denglauben tod was. Darnach ſprach graff zuprothaſio. wilt du geſunt lebē ſo opffer vnſerngoͤttern. od̓ dir geſchiht als deinē bruder. Daſprach Prothaſius. Ich furcht dich nit nochdein troung. Mir verſchmaht neur deyn red.wan̄ mein brud̓ hat im dz beſt auß erwelt. Daward graf zoring. vn̄ hieß in auff henckē vn̄ließ in mit ſtecken ſchlahē. dz leyder gedultig durch got. vn̄ ſprach zuͦ grafen. du ereſt mich vil mer den̄ ich dich vnnd du erſt mich auch mer den̄ ich mich ſelber erdauon thu alles dz mit mir das du wilt.das mein geyſt noch heut zu meinemum in dy ewigen freud. Da enthaubtfur ſein ſel zu ewigen freudē. daſppus vn̄ ſein ſun dar dy warē auchamē dy leychna vn̄ brachtē ſy in ir

hauß vnd ſchriben ir heyligs leben vn̄ ir marter an einen brieff vnnd begruben ir leychnamin irem hauß. vnnd legten ſy in einen ſchoͤnenſarch. vnd legten den brieff zu in in den ſarchDarnach vberlang zeit do ſant Ambroſius biſchoff was wordentzu Meyland in ſtat. Dabetet er eines mals in der kirchen. vnnd vergieng im der ſynn. das er weder ſchlieff nochwachet. da ſah er zwen iungling die racktē irehend auff gen hymel. Vnnd waren wolgekleydet. vn̄ da er das geſiht ſahe. da kam er zuimſelber. vnd bat vuſern herren dz er im zu erkenuen geb was das geſiht bedeutet. vnd weres ſein will dz er in dz geſiht noch eyneſt lyeßſehen. da ſah er es zu dem andern mal. da bater vnſern herren wer es im loͤblich das er in dzgeſiht zuͦ dritten mal lyeß ſehen. da ſah eres aber. vnd ſah drey vnd der dritt was Paulus vn̄ ſprach zu ſant Ambroſio. Es iſt gottes will das du vns geſehen haſt. vnd dy zwendy beymir ſeind dz iſt Geruaſius vn̄ Prothaſius dy hab ich bekert vn̄ ligen vnd̓ deinē fuſſen begraben zwelff ſchuͦch vnd̓ der erden. vn̄wen̄ man da eingrebt. ſo vindt man einē ſarchdariunen ligen dy heyligē leychnā damit verſchwundē ſy. Darnach ſendet ſant Ambroſius nach allen den pfaffen die vmb in ſaſſenvn̄ ſagt in wz er geſehē het. vn̄ mit in vn̄ mitaller pfaffheyt in dy kirchē an dy ſtat. vn̄ ſantAmbroſius brach des erſten ſelber auff. dagrub man tief vnd̓ die erdē vn̄ fundē ſarchals in ſant Pauls vor geſagt het vnd do manden ſarch auff thet da gieng eyn ſuſſer edlergeſchmack auß dem ſarch. vnd funde auchbrieff in dem ſarch daran ir heyliges lebenſtund vnnd ir marter. Da laß ſant Ambroſiusden brieff. vnd fand daran das ſye wol drewhundert iar da waren gelegen. vn̄ warē ir heylig wūde als friſch als ob ſy erſt tod wern. vn̄da ſye das ſahen vnd horten da lobten ſy gotmit frewden vnnd erten das heyltumb wirdigklichen. Nun was ein blinder man da der wz langzeyt blint geweſen. der berurt dy heyligē leychnam vn̄ bat dy heyligen durch alle die wirdigkeyt dye got an ſye gelegthet. das ſye im huͤlfen das er geſehent wuͤrd. da ward er zuhantgeſehent. vnd dancket got vnnd den heyligenDawurden dye biſchof vnd alles voͤlck mit ingar fro dz got beweyſt het ir groſſe heyligkeit