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Werlin, 1. Aezemöer 1906
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Jahrgang I, Wr. 23
Die Mitteilungen der Berufsorganisation der KrankenpflegerinnenDeutschlands erscheine» am l. und 15. jeden Monats. Bezug nurdurch das Büro. Preis für das Inland 3,00 Mk., für das Ausland4,00 Mk. jährlich.
Einzelnummer 20 Pfg., für Mitglieder 15 Pfg.
Redaktion u. Bezugstelle: Büro der Berufsorganisation der Krankenpflege-rinnen Deutschlands, Berlins 50, Nürnbergerstr. 22 h Fernsp.: 6Ii., 4046.Annahme von Anzeigen: Deutscher Verlag (Ges. m b. H ), Anzeigen-Abteilung, Berlin 8>V II, Königgrätzerstr. 42 (Fernsp.: VI, 4242).Ilnzeigcn-Preis 40 Pfg. die 4gesp. Petitzeile, Stellengesuche lOPfg. die Zeile.
Inhaltsverzeichnis. -citc
Freiwillige vor!..1
Mrs Fenwicks Dank für unser Ehrenabzeichen.2
Die Düsseldorfer Tagung der Bereinigung Deutscher Hebammen.
Von Elsbeth Krukeuberg.2
Auswahl der Probeschwesteru für Krankenhäuser. Von Mitz Lonne.
AuS dem 14r. .1. okd>. übersetzt von Gain Praetorius ... 8
Adalbert Stifter. Von Or. Strecker .5
Eine amerikanische Sommerfrische für Schwestern.6
Toteufest.6
Bereinsnachrichten.6
Stellenangebote.7
Freie Heimplätzc.7
Neumeldungen zur Aufnahme.7
Mitarbeiter: IN. Strecker-Nauheim, Frau Rittmeister
Praetorius-Berlin (engl, liebersetzuug), Oberin Hanna Miller-Magdeburg, Schwester Agathe Harms (holl. Ucbersetzung), Weimar,Hugo Otto Zimmer-Marburg a. L., Frau Professor ElsbethKrukeuberg-Kreuznach.
Freiwillige vor!
Wenn im «riersr.' besonders gefährliche und schwierigeAufgaben zu erfüllen sind, erschallt dieser Ruf, und noch nieblieb er erfolglos! Und wenn der Tod mit Sicherheit zuerwarten war, einige Tapfere, meist viel mehr als ver-wendet werden konnten, fanden sich immer, um ihmFolge zu leisten.
Auch wir dürfen uns mit gutem Recht als eine Scharvon Kämpfern betrachten, Kämpfer in dem in den letztenFahrzehnten immer zielbewußter aufgenommenen Krieggegen Krankheit und soziale Not. Soll dieKrankenpflege als B e r n s denselben hohen moralischenWert erlangen und behalten, wie sie ihn als kirchlichesA m t in hohem Maße hatte, so muß sich jede Einzelne vonuns als Kämpferin in diesem großen, edlen Streit allerKnlturnativnen fühlen und erweisen. Noch ist in Deutsch-land wenig geschehen, um uns Schwestern dies große Zielunverrückbar als einzig Erstrebenswertes hinzustellen.Den meisten von uns fehlt das Verständnis und der Ueber-blick für dies gewaltige Kampfesfeld völlig. Die Zer-splitterung auf unserem Bcrnfsgebiet, die durchweg zugeistiger Unklarheit, zum Aufgchen in lokalen, kleinlichenFilteressen, zum hochmütigen .Herabsehen auf die anderenoder keinen Institutionen angehörenüen Bernfsgenossin-nen führen mußte, war nicht geeignet, große, gemeinsameZiele anfzurichten. Die bisherige svstemlvse ungleich-
wertige, oft einseitige und äußerst mangelhafte Ausbil-dung für unseren Beruf war nicht imstande, zielbewußte,befriedigte Persönlichkeiten zu entwickeln. Das soll jetztdurch gesetzliche Regelung anders werden! Gute wissen-schaftliche und technische Schulung ist die einzige Grundlagefür berufliche Tüchtigkeit, aber fehlt uns das höchste geistigeZiel, so sinkt diese Fachtüchtigkeit zum Handwerk herab.Um das zu erreichen, um rechte Kämpfer im edelsten Kriegder Menschheit zu werden, ist völliges Selbstaufgeben er-forderlich. Nicht unser eigenes armseliges „Ich" darfLebenszweck sein, sondern „der Menschheit dienen" seiunsere Lebensaufgabe! Nicht durch unzweckmäßige, nutz-lose Aufopferung unserer Gesundheit in kürzester Zeit,nicht durch asketischen Verzicht ans die freundlichen Seitendes Lebens, nicht durch Versäumnis der natürlichen Pflich-ten glauben wir, diese Aufgabe zu erfüllen! Wir wollendie gewonnenen Kenntnisse nnd Erfahrungen durch sorg-same Erhaltung unserer Gesundheit möglichst lange derMenschheit zu Gute kommen lassen, wollen es ermöglichen,! daß die Krankenpflege zum Lebensbe r u f wird, nicht! nur ein bis anderthalb Jahrzehnte unseres Lebens aus-füllt, um uns dann nur zu oft mit gebrochener Gesund-heit anderen zur Last fallen zu lassen! Wir wollen unsereGegenwart und Zukunft als selbständige Menschen gegenSorgen schützen, wollen uns die Leistungsfähigkeit durchdie nötige Behaglichkeit und Abwechselung im täglichenLeben und ausreichende Erholung erhalten, aber nicht ausSelbstsucht, sondern um uns länger dem Dienst derMenschheit widmen zn können. Wir wollen Mensch unterMenschen bleiben, und doch unseren Berns im edelstenSinne erfüllen. Die Berufsorganisation kann nur durchunser Blatt immer wieder ans dies Ziel Hinweisen, prak-tisch gearbeitet kann im größeren Kreise für dasselbe nurin unseren Krankenhäusern werden. Möge es uns ge-lingen, für alle die geeigneten Leiterinnen zn finden, diedem Schwestern kreis ein leuchtendes Vorbild in jeder Be-ziehung werden können. Aber jede einzelne Schwestermutz selbst an sich arbeiten, muß den Führerinnen imKampf folgen wollen. Wir dürfen unser Berufs-leben auch ruhig im Aeußerlichen mit dem des Heeres ver-gleichen. Kein Berns fordert so unbedingt Disziplin,dies restlose Sich-Einfügen des Einzelnen in das großeGanze, wie der unsere. Das will den jungen Schwesternoft wenig einleuchten, besonders, da wir einerseits die per-sönliche Selbständigkeit betonen. Gerade sie gibt durch dasfreiwillige Sich-Einfügen erst den wahren Wert,