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Anmerkungen.
Instituts-Inhaber Bondi, Schotten-Pfarrer Götz, Lithograph Lehknm, Fabrikant JosephWinter, Dircctor Karl Bernbrunn und Hofrath Nadda.
222) S. 353. Eine derlei GasthauS-Scene beschrieb in einein Wiener Blatte PaulSchulz als „Augenzeuge" wie folgt: „So feierte ein Kreis beglückter Bürger Wiens imKautsch'schen Gasthanse bei den .drei goldenen Kronen' auf der Wieden, am Tage der verlaut-barten herrlichen Verfassung, mit lautem Jubel die wichtige Kunde und ließ bei einemChampagner-Toaste Se. Majestät den Kaiser, Sein Haus, die Minister, die Armee undihre Helden-Führer, dann das neu aufblühende Vaterland hoch leben, während derGastwirth »ud wackere Patriot, bürgerliche Schmiedmeister und Thierarzt Anton Wid-mann, die Theilnehmcr zu Beiträgen für die verwundeten Krieger des Armee-Corps desFML. Ban Jelariü aufforderte. Selbst ungarische Familien, die zufällig Zeugen dieserloyalen Versammlung waren, stimmten gerührt ein und freuten sich des allgemeinen Glückes."
223) S. 354. Die Garnison, welche unter dem Befehle des GM. Erzherzogs Fer-dinand von Este um 9 Uhr vormittags ausrückte und nebst der Nationalgarde auf demOber- und Nieder-Ring aufmarschirte, bestand aus 1 Grenadier-Bataillon Joseph RitterHora v. Otzellowitz — Hochenegg Fürstenwärthcr Haynau — 2 Bataillone Mazzucchelli,1 Bataillon Prinz Emil von Hessen, 2 Compagnien Artillerie, 2 Compagnien Mineurs,1 Compagnie Sappeurs, 1 Cadeteu-Compagnie. . . Vcrgl. „Slav. C.-Bl." Nr. 76 vom17. März S. 303 f.: „Der gute Olmüzer gewöhnt sich nach und nach mit stummer Ver-ehrung nach der erzbischöflichen Residenz zu blicken, um so mehr als die Masse der Hof-dienerschaft über die kleine Stadt vertheilt diesen Geist täglich mit neuer Ambrosia füttert....Es ist eine cigenthümlichc Sache, die angelebte Verehrung für das Herrscherhaus! Wiemechanisch wälzt sich die Menge den kaiserlichen Larrossen nach, und wenn der gute pa-triarchalische Sinn der österreichischen Völker unsere Radicalen doch endlich überzeugensollte daß der Mensch ein gcborner Spießbürger ist, so muß auf der andern Seite derSchärfcrblickcndc es mit Wehmuth anseheu wie man diese heilige Liebe der Völker durchzweckwidrige Maßregeln gewaltsam abtödtet und auf Kosten derselben Sünde auf Sündehäuft."
224) S. 354. Es gab solche die es sowohl den Wienern als den Vätern ihrerStadt übel vermerkten daß ihnen an der ganzen Verfassungs-Urkunde nichts so gut ge-fallen habe als der Z. 3. „In Wien ist der Freihcitssinn noch ei» Wickelkind", meinteder 2 Korrespondent der Gr. Ztg. Nr. 7» vom I I. März S. 2. „Eigenes Wohl giltdem Residenzler identisch mit Staatswohl, jeder hält seine eigene Existenz für den erstenStaatszweck. Armselige Menschheit, wie groß sind deine Wünsche, und wie klein deinGeist!" Noch eindringlicher ließ sich derselbe Berichterstatter zwei Tage später (Rr. 73vom 14.) über diesen Punkt ans: „Nichts hat unserem Gcmeinderathe in der ganzenUrkunde so gut gefallen als daß Wien der Sitz der Ncichsgewalt bleibt, und warum?Weil dadurch der frühere Wohlstand wieder hergestellt wird! Der Kaiser scheint somitnur ein Mittel zur Hebung der pecuniärcn Interessen zu sein. Nicht der in ihm ver-körperte Volkswille, sondern der glänzende Hofstaat, nicht des Regenten Geist und Gemüth,sondern die ihn umringenden pomphaften Aeußcrlichkeiten machen Franz Joseph's An-wesenheit in Wien so wünschcnswcrth. Kleinliches Volk, weil mit dem Kaiser des AdelsCossen in deine Mauern zurückkchren werden, deshalb hast du gejubclt" . . . Aber liegtes denn nicht in der Natur der Sache daß jeder Einzelne und jede Gemeinheit in ersterLinie ihr eigenes Interesse, vorausgesetzt daß dasselbe mit dem allgemeinen nicht in Wider-spruch steht, im Auge hält? Und wenn jeder Einzelne und jede Gemeinheit, oder dochdie überwiegende Mehrheit derselben, sich befriedigt fühlen, liegt darin nicht die sichersteBürgschaft für das Wohl und Gedeihen des Ganzen?!