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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 26. Kritik der octroyirten Verfassung.

in die erste Reihe der freien Länder in Europa getreten. Mit Recht hatdas Ministerinin gegen den Satz: ,Alle Staatsgewalten gehen vom Volkeans^ feierliche Verwahrung eingelegt. Denn die Majorität der Be-völkerung Oesterreichs hat nie gewollt, nie beabsichtigt, den Thron desKaisers in Frage zu stellen oder einer neuen Bestätigung zu unterziehen,und dem Volke ganz allein die Macht und die executivc und legislativeGewalt in die Hand zu geben. Die Gefertigten glauben ihren öffent-lichen Dank für diese muthvolle Durchführung der wahren constitutionalenRechte und Freiheiten dem hohen Ministerium mit Ehrerbietung ans-sprcchen zu sollen, und überlassen sich der Erwartung daß das hoheGesammt-Ministcrinm sich in seinen Bestrebungen nicht beschränken lassenmöge, um der Bevölkerung der Gesammt-Monarchie Oesterreichs ihre Frei-heiten, ihre erworbenen Rechte, jedoch auch ihre Nationalität, ihre In-stitutionen, ihre historischen Erinnerungen zu bewahren und für immerzu sichern, wodurch allein die österreichische Gesammt-Monarchie gedeihen,ein Muster der wirtlichen Ordnung und Freiheit werden, wo die ver-schiedenartigsten Nationen Hand in Hand brüderlich Zusammenleben, sichan Deutschland innig anschließe», ohne jedoch die Souverainetät Oester-reichs dadurch aufzngebcn oder zu beeinträchtigen, und ihr Wohlstand,ihre Einigkeit, ihre Macht, ihre Größe nach innen und außen erstarkenkönnen" 2 ^).

Die Verfassung vom 4. März 1849 war ein weder vollkommenesnoch vollendetes Werk, sie war, wie ein Zeitgenosse treffend bemerkte,gewissermaßen einer Brücke gleich, mit kühner Hand über einen Abgrundgeworfen"*). Aber einen Vorthcil brachte sic jetzt schon: man hattefesten Boden unter den Füßen, man wußte woran man war und vonwo ans man weiter sollte. Nach zwölfmonatlichen Wirren und Schwan-kungen, in einem Momente allgemeiner Abspannung und des Ueberdrnssesan dem bisherigen Gange der Dinge, war Klarheit und Gewißheit ge-geben; fest bestimmt waren die Rechte, festbestimmt die Pflichten, derZweifel hatte ein Ende erreicht. Man hatte nicht mehr zu fürchten daßjeder Tag einen Fortschritt auf der Bahn der Anarchie bringe, mankonnte wieder mit Hoffnung in die bisher schwarz umflorte Zukunftblicken, das öffentliche Vertrauen erwachte aus Todeserstarrnng zuneuem Leben.Heil und Dank der erhabenen Hand welche uns diese

*) Der mir unbekannte T* in der Gr. Ztg. a. a. O.