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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 25. Opposition gegen die Verfassung.

angenommen das für Oesterreich von vornherein nicht tauge. In eineVolksvertretung am Bunde könne die kaiserliche Regierung nicht willigen.Aber auch die deutschen Einzel-Regierungen, was sollten diese mit ihrenetlichen dreißig Landes-Vertretnngen anfangen? Das Ganze würde aufeine Umwandlung Deutschlands in eine parlamentarisch zu leitende Staats-einheit hinanslaufen! Den Vergleich mit dein nordamerikanischen Congreß,mit der schweizerischen Tagsatzung, auf welche die Frankfurter hinwiesen,wollten Stadion und Bach nicht gelten lassen: das Staaten-System desdeutschen Bundes sei ein durchaus anderes und eigenthümliches. Als dieDeputirten am 7. März das Ereignis von Kremsier vernahmen wolltensie ohne Aufschub abreiseu; Bruck bewog sie sich noch beim Minister-Prä-sidenten einzufinden. Das seine vornehme Wesen Schwarzenberg's, seinegewinnenden Manieren, sein höfliches und dabei so sicheres Auftretenmachte auf die Vertreter der National-Versammlung den vortheilhaftestenEindruck. In der Sache selbst kamen sie nicht einen Schritt weiter.Wollten die kaiserlichen Minister nicht auf die Frankfurter Vorschlägeeiugeheu, so waren jene ebensowenig geneigt die österreichischen Anträge:Krciseintheilung, Gencralstände und ein aus diesen hervorgehcndes Staaten-haus gntznheißen. Als die Abgeordneten auf solche Weise unverrichteterDinge vom Fürsten schieden, hatten sich im Borsaale Stadion und Bachzu einem anberaumten Minister-Rath eingefunden.Wie sind Sie undIhre Herren mit Wien zufrieden?" fragte Bach Heckscher, der zur Ant-wort gab:Man hat uns zu gut behandelt und Deutschland zu schlecht"^).Am 8. April mit dem Abendzug reisten Heckscher und Sommaruga un-mittelbar nach Frankfurt ab, am 9. Hermann zuerst nach München woer sich seinem Könige vorzustellen gedachte, bei welchem er gern gesehen undgehört war. In München war übrigens, wie selbst die Blätter der Gegen-seite nicht zu läugnen vermochten, sowohl bei Hof als unter der Bürger-schaft der Eindruck der jüngsten Vorgänge in Oesterreich ein überwiegendgünstiger.

Anders war die Stimmung in Frankfurt a. M., woselbst ein kaiserlicherCourier mit den Schriftstücken in der Nacht vom 7. zum 8. eingetrossenwar. In der Stadt verbreitete sich eine unsichere Nachricht zuerst am 9.und dann mit größerer Bestimmtheit am 10. Manchen mochte wohl,nachdem zuerst in Brandenburg, nun in Kremsier das Beispiel der Auf-lösung großer Volksvertretungen gegeben war, der Gedanke kommen daßder deutschen National-Versammlung ein ähnliches Schicksal bevorstehe.