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III. 24. Demonstrationen in Prag.
Am 16. März, also ziemlich verspätet, veröffentlichten die „Slavi-schen Central-Blätter" jenes „Manifest" das die „Fünfunddreißig" inPillersdorff's Wohnung zu Kremsier angenommen hatten. Als dieUrsache dieser Verspätung wurde in einer Redactions-Anmerkung „derenge Raum unserer Blätter" angegeben. Das klang vornherein sehr un-wahrscheinlich: für ein so wichtiges Aktenstück, das übrigens nur vierthalbSpalten cinnahm, mußte, wenn nicht Hindernisse anderer Art dazwischenlagen, unter allen Umständen Raum geschafft werden. Der wahreAnlaß war daß, wie früher erwähnt, das Original nach Wien mit-genommen war und dort verschiedene Wege, um die dazu gehörigenUnterschriften einzusammeln, gewandelt haben mochte. Unter dem Waltendes Belagerungsstandes konnte es dort nicht gedruckt werden, und sohatten, um nicht nutzlose Zeit verstreichen zu lassen, zuletzt die Pragereine Abschrift verlangt, von der nun ihre Blätter Gebrauch machten^).
Es wurde zwar von allen größern Zeitungen nachgedruckt; Wirkungund Aussehen scheint es aber nirgends gemacht zu haben, konnte es wohlnicht machen, einmal weil es viel zu spät kam, wo die Thatsache bereitsallgemein hiugenommen und durch neuere Ereignisse in den Hintergrundgedrängt war, daun aber auch wegen seines matten und dazu vielseitiganfechtbaren Inhaltes. Die „Ost-deutsche Post" als Oppositions-Blattczuaiiä m6M6 bemühte sich zwar dem „Manifest" das Wort zu reden undes durch einige Zugaben und Erläuterungen zu stützen; allein wenn dabeiunter andern, gesagt wurde daß der energischen Führung des Krieges inden italienischen Ländern vom Reichstage nicht nur jeder materiale sondernauch „moralische" Vorschub geleistet wurde, so hieß das doch, dem Schick-sale des bekannten Selmger'schen Antrages gegenüber, der Wahrheitgeradezu ins Gesicht schlagen. Zang's „Presse" dagegen, Nr. 67 vom 20.,verurtheilte das Schriftstück in jeder Richtung und stellte namentlich derBerühmung desselben, „mehrere Millionen gedrückter Landlente vonschweren Fesseln zu befreien und zur Würde freier Staatsbürger zu er-heben", die Erwägung entgegen daß ja der Reichstag nur dem Wortegeliehen was dessen Mutter und Führern,, die Revolution, gcthan hatteund daß er auch hierin über „allgemeine Normen" nicht hinansgekommensei: „die Ausarbeitung der einzelnen Bestimmungen kam nicht zu stände".Am schärfsten und einschneidendsten trat der „Lloyd" in einem Leit-Artikel: „Laßt die Todten ruhen!" gegen die Fünfunddreißig aus. Er be-zeichnte die Erklärung als eine „Selbstschau", die das eigenthümliche