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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Erste Eindrücke in den verschiedenen Ländern.

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Provinz" zu hören bekommen werde; hoffentlich, meinten die friedlichGesinnten, werde auch dortdie gesunde Ansicht" über einekrankhafteIdeologie" den Sieg davontragen.

Der erste Eindruck in den verschiedenen Ländern war überall der-selbe: Ueberraschung, eine Art Betäubung in der man sich nicht sogleichzurechtfinden konnte, Ungewißheit wie man das Geschehene aufzunehmenhabe, unentschiedenes Urtheil; dann ruhigere Ueberlegung, meist günstigeStimmung für das was gebracht worden, minder günstige über daswie es gebracht wurde; denn mit der militairischen Auflösung des Reichs-tages, mit der völlig rücksichtslosen Behandlung der Abgeordneten, undeben dadurch der Wählerkreise welche sie geschickt hatten, war kaumjemand einverstanden. Die Landbevölkerung die nun einmal hatte wasihr nicht mehr genommen werden konnte, war in allen Ländern zufrieden;viele Gemeinden oder Gruppen von Gemeinden sandten Dank-Adressenan den Kaiser, an das Gesammt-Ministerium, an das Ministerium desInnern 232 ). Von größeren Städten, wo die Constitution mit ungetheilteroder doch weit überwiegender Freude ausgenommen und mit allerhandFestlichkeiten begangen wurde, war vor allem Brünn zu neunen: 9. und10. Tedeum, Parade des Militairs und der Nationalgarde, Volks-Hymne im Theater, Stadtbeleuchtung:die kaiserlichen und die Landes-Farben (Roth und Gold) wallen vom Thurme des Rathhauses und vonder Hanptwache der Bürgerwehr, gleichsam als Commentar des H. 8 derReichsverfassung." In Görz wurde am 9. die Verfassuugsurkunde voneiner Amtsperson vorgelesen, der zum Schlüße nur das Malheur passirte,daß sie ein Hoch aufFerdinand den Gütigen" ausbrachte. In sehr-schöner Weise beging die Stadt Marburg iu Steiermark am 10. ihrFest.Keine Stadt der Monarchie", hieß es in einer Correspondenz der»Gr. Ztg.",zählt vielleicht weniger Kannegießer; unsere Bürger sindseit einem Jahr viel zu ernst und seit jeher viel zu praktisch um sichviel in Theorien zu ergehen." Sie hatten binnen Jahresfrist mehr als30.000 fl. an freiwilligen Gaben gespendet; von Januar bis Deccmber1848 waren nicht weniger als 150.000 Manu durchmarschirt, davon760 Officiere, 58.333 Mann, 11.210 Pferde in der Stadt einquartiert,30.000 Eimer Wein auf dem Bahnhof an vorbeizichende Truppen ge-spendet worden. Am 15. fand in Innsbruck die Constitutious-Feier statt,für welche Fürst-Bischof Galura von Brixen einen Hirtenbrief ver-öffentlichte; an die Garnison und zwei Nationalgardc-Bataillons schloß