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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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II. 16. Auf de» andern Kriegsschauplätzen.

dem Orte und in den Häusern zu beiden Seiten der Straße Infanterie,ans der Straße drei Geschütze, vor diesen die Husaren. Urban's Reitereilen zum Angriff vor, die Husaren schwenken zu beiden Seiten ab, umdie Kaiserlichen in den Bereich des Geschütz- und Gewehrfeners zu bringen;doch die Dragoner sprengen auf die Kanonen los die sie im ersten An-lauf nehmen; einen Kanonier der statt der Lunte mit einem brennendenStrohbüschcl sein Geschütz abbrennen will, trifft im selben Augenblicke einSäbelhieb auf den Arm. Husaren galoppircn heran die Geschütze zuretten; ein Dragoner spaltet ihrem Führer Major Csntnk das Gesichtso daß dieser aus Strömen blutend mit dem Kops auf den Hals seinesPferdes fällt. Die Husaren machen Kehrt; die Infanterie verläßt ihreStellung und zieht sich in das Dorf zurück, das von ihnen bald gänzlichgeräumt zu sein scheint, während man die Husaren im langsamen Schrittdie Straße hin reiten sieht. Savoyen-Dragoner werden aufs neue znmAngriff commandirt, an ihrer Spitze Oberlientenant Graf Baudissin, alsplötzlich die Husaren sich wenden, ein Klumpen Infanterie im Quarräformirt eine Dccharge gibt, aus den Häusern, hinter Mauern und HeckenSchüße fallen. Nun streben die kaiserlichen Reiter so rasch als möglichaus dem Kreuzfeuer zu kommen um sich außerhalb des Ortes wieder zusammeln; nur ihr tapferer Führer findet sich plötzlich mitten in einemKnäuel von Husaren und sinkt, von einem Schüße in den Hals, einemStich in die Herzgrube und zahllosen Säbelhieben über das Gesicht ge-troffen, todt vom Pferde. In diesem Augenblicke ist Hanptmann Facklervon der andern Seite von Magyaros eingetrosfen und nun ist für dieInsurgenten an einen weitern Widerstand nicht zu denken. Die kaiser-lichen Dragoner reiten zum zweitenmal in den Ort, dringen wüthendüber den Verlust ihres Officiers in die einzelnen Häuser, verfolgen ein-hauend die Flüchtigen auf der Straße. Außerhalb des Ortes findet sichdie Leiche Baudissin's; ausgezogen bis auf das Unterkleid, selbst der Ringeberaubt, wurde sic ans dem Straßengraben anfgelcsen.

Die Flucht der Ungarn ging theils auf der Hauptstraße nach Dsss,theils seitwärts über Kerles. Doch das waren die wenigeren; mehr als100 lagen todt oder schwer verwundet auf dem Kampfplatz; der größteTheil streckte das Gewehr: es waren 2 Offictere und bei 250 Mannmit einer schwarz-goldenen Standarte, einer ungarischen Fahne, 3 Ge-schützen, 2 Munitionskarren und so zahlreichem Gepäck Proviant undRüstzeug daß die Kaiserlichen 50 Wagen bedurften um die Beute in das