Besetzung von Poroszlü durch die Kaiserliche». 215
zu besetzen und die dortige Brücke zu zerstören. Poroszlü hielt, wie frühererwähnt, nach dein Abmarsche Görgei's Hertelendh besetzt; als sich am3. die Kaiserlichen mit überlegener Macht zeigten, bat Hertelendh seinenansgcsetzten Posten verlassen zu dürfen und schickte zwei Kanonen, dieDembmski knrz znvor zur Verstärkung seiner Stellung beordert hatte,nach Tisza-Füred zurück, weil er sie zu verlieren besorgte. Am 5. wurdenach dem Abzug der Ungarn kaiscrlicherseits eine Compagnie Pionnicrcbeordert die zwischen Poroszlü und Tisza-Füred befindlichen vier Jochbrückenzu zerstören. Der Versuch die Brücke über den Hanptstrom in Brand zustecken konnte nicht gemacht werden weil ein heftiges Kartätschenfeuer derUngarn jede Annäherung der Nakctcngeschütze verhinderte; die drei kleinerenBrücken wurden bis ans den Wasserspiegel abgebrannt*).
Die kaiserlichen Reserven mit Geschütz und Munition, dann dieBrücken-Eqnipagen wurden vom Fcldmarschall nach Pest znrücküeordertwo sie am 5. nachmittags eintrnfen. An diesem Tage erschien auchWindisch-Grätz wieder in den Hauptstädten, wo ihn nur Unannehmlich-keiten erwarteten. Zunächst der Bericht über die Stimmung in den Haupt-städten; die Nedaetion des „Figyelmezü" erhielt durch General Rousseaueine neuerliche scharfe Mahnung, und diesmal schriftlich. Rousseau selbstwurde in der Papiergeldsrage von seinem Oberfeldherrn desavouirt:laut einer Kundmachung vom 8. sollten die ungarischen Noten zu 5 undzu 100 fl. der Anordnung des Ministerrathes gemäß definitiv außerConrs gesetzt werden; „die ungarischen Banknoten zu 1 und 2 fl. aber,die einen Metnllstock besitzen, werden demnächst in kaiserlich-österreichischeumgewechselt und das dabei zu beobachtende Verfahren sowie die Orte derAuswechslung bekannt gegeben werden; diese bleiben daher vorläufig inihrem Conrse" **).
Die Tage von Küpolna bis Poroszlü hatten im ungarischen Haupt-Quartier die Spannung zwischen DembinSki und dessen eigensüchtigemund hochstrebcnden Uuterbefehlshaber Görgci auf das äußerste gebracht.Görgei's Unlust sich den Befehlen des fremdländischen Oberfeldherrn zufügen, ja die wiederholten Fälle geraden Zuwiderhnudelns gegen dessen
") Briuuer II 1 S. 118.
**) Sammlung der Manifeste S. 7V.