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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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König Ernst Angnst nnd Prinz Georg. 91

wiederholt äußerte er:Mnn kann heute mir mit Oesterreich gehen uudich werde mir dieses zur Richtschnur dienen lassen." Aus der preußischenNote vom 23. Januar ersah der König mit einem peinlichen Befremdendaß Camphanscn und Bunsen dahin drängten die deutsche Frage ohne» Rücksicht auf den kaiserlichen Hof in die Hand zu nehmen, während Ernst

August der llebcrzeugung war daß ein deutsches Reich ohne Oesterreichnicht denkbar sei, daher das Bestreben sämmtlicher deutscher Regierungendahin gehen mäße das Ausscheiden Oesterreichs ans dem Bunde zu ver-hüten, Oesterreich den Weg zu bahnen und die Möglichkeit zu verschaffenauch fernerhin Deutschland anzngchörcn^). Auch erhielt v. BothmerWeisung sich in Frankfurt mit dem kaiserlichen Bevollmächtigten ins Ein-verständnis zu setze». Die gleiche österreich-freundliche Gesinnung waltetein den Kreisen des Kronprinzen. Als Ende Januar der k. k. ObristLudwig v. Kudriafsky mit zwei Stabs-Officicren in Sachen der deutschenFlotte durch Hannover kam und bei dieser Gelegenheit dem Kronprinzcnpaarseine Aufwartung machte, vernahm er Worte der Begeisterung über die Er-folge der kaiserlichen Waffen in Italien und Ungarn die, wie Kudriafskynicht umhin konnte zu bekennen, nach einem mehrwochentlichen Aufenthalte, in Frankreich wohlthuend auf ihn wirkten, woraus der Kronprinz zum

Abschied seine Hand ergriff und krampfhaft drückte:Glauben Sie mir,diese Worte sind wahr und kommen aus dem Herzen. Gott segne IhrenKaiser, der Deutschen uud unser Aller Stütze und Hoffnung"*).

In den ersten Febrnar-Tagen erschien Herr von Mühlenfcls alsRcichs-Commissarius wegen der in den thüringischen Landen verwendetenRcichstruppen in Dresden, unverkennbar aber zugleich mit dem Neben-zweck für das preußische Erbkaiserthum zu werben. Der Zeitpunkt dazu,nach dem frischen Eindrücke der preußischen Note vom 23. Januar, warschlecht gewählt, wovon sich zu überzeugen Herr von Mühlenfcls hin-reichende Gelegenheit fand. Mußte er doch während eines Diners beimMinister der auswärtigen Angelegenheiten Acußernngcn vernehmen wiediese:daß die Publication mindestens das gute habe daß man derMühe sie zn beantworten überhoben sei"**). Als in dieser Zeit, 6. Fe-' brnar, in der I. Kammer die Obcrhauptsfrage verhandelt wurde erklärte

Minister Oberländer, der jedoch nur in seiner Eigenschaft als Abgcord-

*) Kudriafsky an Schwarzenberg, Hannover 5. Februar.

2") Kuefstcin 4. Februar.