Nationalgarde.
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und fand sich einigermaßen enttäuscht als auf eine Anfrage in Krcmsicrdie Antwort kam, daß der Reichstag viel dringendere Geschäfte vor sichhabe und daß höchstens bei Berathnng des betreffenden Paragraphen der„Grundrechte" einige Umrisse eines solchen Gesetzes zu erwarten seien. Mandachte jetzt an einen Congreß sämmtlicher Nationalgarden Böhmens, derim Monate März in Prag stattfinden und die gemeinsamen Interessender Volkswehr des ganzen Landes berathen sollte. Doch das alles warennur Versuche einen Scheintodten zu frischem Leben zu erwecken; in derMasse der Bevölkerung war das Interesse an der im März v. I. mitso großem Jubel begrüßten Errungenschaft in solchem Grade erkaltet,daß der Obcr-Commandant Brabec in einer Sitzung der Stadtverord-neten seinen Entschluß ankündigte sein Amt niederzulegen, weil das Col-legium dem Institute zu wenig Aufmerksamkeit und noch weniger Geldwidme. Ja, dem Vorschlag des Congresses lag eigentlich die Wahrnehmungzugrunde daß das ganze Institut der Nationalgarde „nahe der Auflösung"sei^). So kam es auch daß der Streit zwischen Militair und Civil wegender Hanptwache im Altstädter Rathhause, der Wochen hindurch mit sogroßer Erbitterung und Hartnäckigkeit geführt worden war, jetzt einer-ganz friedsamcn Lösung entgegensah. Der Dienst in der strengen Winter-kälte hatte den Eifer der Volkswchrmänncr abgekühlt, und als am 21. Fe-bruar die Angelegenheit in der Sitzung der Stadtverordneten zur Sprachekam, fand man auf einmal daß das Wachchalten für die Nationalgardceine Last sei die sie sich selbst unnöthigerweise anfgebürdet habe, währendsich anderseits nicht leugnen lasse daß eigentlich das Militair auf denBesitz der Altstädten Hauptwache einen vollgiltigen Anspruch habe. Letztereswar ganz richtig^), und man durfte sich nur Wundern daß die Väterder Stadt so spät zu dieser Einsicht gekommen waren. Auch jetzt gab eszwar solche die den Handel als eine Ehrensache für die Bürgerschaft nn-sahe», und einer von diesen wußte, dadurch daß er vor der Abstimmungden Saal verließ und in Folge dessen die Versammlung beschlußunfähigmachte, noch im letzten Augenblicke die Beilegung des langwierigen Streiteszu verzögern. Wohl aus diesem Anlässe drang Brabec neuerdings aufseine Entlassung welche diesmal angenommen wurde.
An andern Orten wo die große März-Errungenschaft nicht etwa imBelagernngsstand anfgegangen war, sah es mit ihrer Pflege nicht besseraus als in Prag. An die Stelle des übersprndelnden Eifers vom vorigenJahre war eine Lauheit getreten die den untrüglichen Beweis lieferte
H-lfert, Geschichte Oesterreichs. IV. z. 3