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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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I. 1. Die Rcichshauptstadt.

beulen und Schamlosigkeiten, aller Sybaritismus gepaart mit roher Ge-waltthätigkeit werden würdig non Oesterreichs Heer und Wiens Spieß-bürgern repräscntirt" ^).

Das war aber durchaus ohnmächtiges Geflunker. Denn solch unver-besserliche Störcfricde ausgenommen ging dnrch alle Kreise Wiens eintiefes Fricdensbedürfnis, dessen Sättigung man einzig von dem Mini-sterium erhoffte, das dem jugendlichen Monarchen berathend und aus-führend zur Seite stand. Auf den Reichstag baute kein Mensch mehr.Wien hatte, seit der Sitz desselben weit wegin die Provinz" verlegtwar, seine besonderen Beschwerden gegen ihn.Der Reichstag ist dienächste Veranlassung des Unglückes das die Stadt im October getroffen,und nichts hat er gethnn dasselbe zu lindern; nicht einer der vielenInterpellanten hat einen Antrag zu Gunsten der Reichshanptstadt, zuGunsten der vielen Verführten gestellt, die nur dadurch ins Verderbengekommen sind weil sie sich an die Aussprüche des Reichstages gehalten"Aber auch in der großen Gestaltnngsfrage, deren baldigste Lösung allebessern Elemente herbeisehnten, erwartete man vom Reichstage nichts. Eswar ein Zustand des Unentschiedenen, des Ungeordneten, des Haltlosen,den, wie mehr und inehr klar wurde, die unpraktische Versammlungdurch ihr aussichtsloses Arbeiten am Vcrfassungswcrk, durch ihrTändelnmit den Grundrechten" sich selbst bereitet hatte. Treffend lieh dieOst-deutsche Post" der öffentlichen Meinung Worte, indem sie schrieb:SeitJahren ist kein Ministerium in Oesterreich so stark gewesen wie dasgegenwärtige Cabinet. Das scheinbar mächtige Regiment des FürstenMetternich hatte die Röthe der Kraft auf den Wangen und den Keimdes Todes im Herzen, es starb an Altersschwäche. Die Minister, diezwischen dem März und November auf- und niederstiegcn, waren schwan-kende Schisser auf einem tobenden Meere. Das Ministerium Schwarzen-berg-Stadion ist das erste seit vielen Jahren das festen Boden unterseinen Füßen fühlte. Mit Vertrauen kam ihm alles entgegen. Von untenund von oben, aus allen Schichten der Bevölkerung war man bereitzu Concessionen, von unten ist man es noch. Noch darf das Ministeriumnur wollen und es kann. Aber cs muß wollen! Diese Windstille, dienun seit drei Monaten herrscht, hat das Schiff des Staates um keineTanlänge weiter gebracht. Dabei verzehren sich die Vorräthe des Schisses,sinkt der Mnth der Mannschaft und der Skorbut nimmt überhand.Einen frischen Trunk, eine frische Quell den armen Tom dürstet" 20).