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gesagt worden, daß hier die Vernunft maßgebend ist, gerade wiewenn man auf dem Gebiet der Diät sagen würde, die Heilkundeund das ihr zu Grund liegende vernünftige Denken sei maß-gebend. Dieß ist nun zwar richtig, aber nicht deutlich. DieSache ist die, daß — wie cs auch sonst ist — der Mensch inseinem Leben sich nach dem herrschenden Princip richten und sichso verhalten muß, daß sein Verhalten der Thätigkeit des herr-schenden Princips gemäß ist, wie z. B. ein Sklave sich nach sei-nem Herrn und überhaupt jeder nach seinem Vorgesetzten richtenmuß. Nun besteht der Mensch seinem Wesen nach aus einemherrschenden und einem beherrschten Element, und da nun jeg-liches sich richten muß nach dem, was ihm untergeordnet ist, —ein Verhältniß, welches von zweierlei Art ist, denn in anderemSinn ist die Herrschaft der Heilkunde, in anderem die der Ge-sundheit zu verstehen, indem nemlich die elftere um der letzterenwillen vorhanden ist, — so trifft dieß auch zu auf den intellek-tuellen Theil der Seele. Nur ist die Herrschaft Gottes nicht eineigentliches Gebieten, sondern er hat dasselbe zum Zweck, wasauch die Klugheit, wenn sie gebietet. Dieser Zweck ist aber einzweifacher, was anderswo ') angegeben worden ist; denn Gott hatja kein Bedürfniß. Dasjenige Wählen und Besitzen nun des vonNatur Guten, welches die Erkenntniß Gottes am meisten för-dert, — mag es sich um den Körper oder um Geld oder um Freundeoder um sonst ein Gut handeln — das ist das beste und diesesZiel ist am meisten der Sittlichkeit entsprechend; was aber aufGrund eines Zuwenig oder eines Zuviel die Verehrung und Er-kenntniß Gottes hindert, ist verwerflich. Diese Erkenntniß istin 2) der Seele und so ist das beste Ziel für die Seele das, daßsie von dem vernunftlosen Theil der Seele als solchem möglichstwenig wahrnimmt.
Damit wollen wir denn die Darstellung des Begriffs dersittlichen Güte und des Endziels des schlechthin Guten abschließen.
') Al4 in unserer Schrift.2) statt
Druck von C. Hoffman» i» Stuttgart.