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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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daß es nicht Ursache von Allem ist, wovon es Ursache zu seinscheint. ,

Die Frage könnte man jedoch aufwerfcn: ob eben darandas Schicksal Schuld ist, das; Einer das Richtige im richtigenAugenblick begehrt? So müßte aber am Ende das Schicksal dieUrsache von Allem sein, auch vom Denken und Uebcrlegen; dennes hat doch, wer überlegt, nicht vorher überlegt, ehe er überlegthat, vielmehr muß es irgend einen Anfang geben, und ebenso-wenig hat ein Denkender gedacht, ehe er gedacht hat, und so in'sUnendliche. Also nicht das Denken ist Anfang des Denkens, nochdie Ueberlegung Anfang des Ueberlcgens. Was nun sonst alsdas Schicksal? So müßte also Alles vom Schicksal ausgehen,wenn es einen Anfang geben soll, der seinen Anfang nicht außersich hat. Warum aber ist dieser Anfang von der Art, daß erdieß hervorzubringen vermag? Die Frage ist eigentlich die, wasder Anfang der Bewegung in der Seele ist. Offenbar ist dieß,wie im Ganzen überhaupt, so auch hier die Gottheit. DennAlles wird doch schließlich durch das Göttliche in uns bewegt.Der Anfang des vernünftigen Denkens aber ist nicht dieses Den-ken selbst, sondern etwas Höheres. Was könnte nun höher sein,als Wissen und Vernunft, wenn es nicht die Gottheit ist? DieTugend ist ja das Werkzeug der Vernunft, woher der alte Spruch:Glücklich heißen die, welche Erfolg haben, wenn sie ihrem Triebfolgen, auch ohne vernünftige Ueberlegung, und ihnen nützt dasUebcrlegen nichts." Sie besitzen ja ein Princip, welches nochüber dem Denken und Uebcrlegen steht. Die Andern haben zwardie vernünftige Ueberlegung, aber nicht jenes Princip; bei denGlücklichen wird die Vernunft ersetzt durch die Begeisterung, sodaß sie ohne Vernunft ihr Ziel erreichen; ") bei ihnen muß, wennsie klug und weise erscheinen, eine augenblicklich wirkende Seher-gabe angenommen werden, die man von der Vernunft eigentlichganz trennen muß, sie erscheint bei dem Einen als Erfahrung,bei dem Andern als Gewohnheit, schließlich aber ist dieß alles

>> Der folgende Satz dem Sinn nach gegeben, da die Worte sehr verderbt

sind.