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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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das Glück desinirt als eine dem menschlichen Denken sich ent-ziehende, unvernünftige Ursache, was also die Voraussetzung ent-hält, daß cs etwas Natürliches ist) das wäre eine andereFrage; da wir aber sehen, daß Manche einmal glücklich gewesensind, so muß man fragen, warum nicht auch wieder ein anderes-mal? Der Grund, weßhalb sie Einmal Erfolg gehabt haben,sollte doch auch ein zweitesmal vorhanden sein. Denn wo gleicheUrsache ist, ist auch gleiche Wirkung. Also ist dieß nicht aufdas Glück zurückzuführen, sondern wenn eben dasselbe eintrittund solche Fälle im einzelnen sind unendlich und unbestimmbarso wird zwar das Gute, resp. Schlimme vorhanden sein, eineWissenschaft davon aber wird es nicht geben, entweder wegen derunendlichen Zahl der einzelnen Fälle sonst könnte man jadas Glückhaben lernen oder es müßten gar alle Wissenschaf-ten, wie Sokrates meinte, gewisse Arten von Glück sein. Worinliegt nun das Hinderniß, daß nicht Einem Solches oftmals un-mittelbar hinter einander begegne, nicht weil es so sein muß,sondern so wie cs eben beim Würfelspiel ist, wo Einer immereinen glücklichen Wurf macht? Wie verhält es sich denn mit derSache? Sind nicht die Strebungen, die in der Seele sind, theilsbegründet in der Vernunft, theils in einem unvernünftigen Trieb,und zwar so, daß die letzteren die früheren sind? Wenn nem-lich der auf der Begierde beruhende und auf das Angenehmegerichtete Trieb etwas Natürliches ist, so wird es in der Naturliegen, daß Alles ans das Gute losgeht. Wenn also Manchevon der Natur begünstigt sind, wie z. B. die musikalischenMenschen, ohne daß sie singen gelernt haben, eine solche glück-liche Naturanlage haben und demgemäß einen Trieb haben,der nicht ans der Vernunft beruht, sondern ans der glücklich an-gelegten Natur, und wenn diese nach dem Richtigen streben zurrichtigen Zeit, in der richtigen Weise und am richtigen Ort, dannwerden diese Erfolg haben, selbst wenn sie unverständig und un-vernünftig sind, wie ein musikalischer Mensch gut singen wird,auch ohne besonderen Musikunterricht genossen zu haben. Undsolche sind nun glücklich, welche ohne Vernunft gewöhnlich Erfolghaben. Somit wird ihr Glück auf der Natur beruhen. Man