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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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der Freund des Rechtschaffenen ist; denn er kann ihm ja nützlichsein zu einem bestimmten Zweck, nemlich der Schlechte dem Tu-gendhasten für dessen Zwecke, der Tugendhafte aber dem Un-mäßigen für seinen Zweck, dem Schlechten aber für die der Na-tur entsprechenden Zwecke, auch wird er ihm das Gute wünschen,nemlich das schlechthin Gute schlechthin, das nur für ihn Guteunter bestimmter Voraussetzung, sofern ihm z. B. Armuth undKrankheit nützlich sein kann, und zwar dieses um des schlechthinGuten willen, wie er ihm z. B. auch einen Trank Arznei wün-schen kann, nicht an und für sich, sondern um dieses bestimmtenZwecks willen. Ferner ist Freundschaft zwischen Guten undSchlechten in der Weise möglich, wie die nicht Tugendhaftenunter sich Freunde sein können. Es kann nemlich der Schlechteangenehm sein, nicht sofern er schlecht ist, sondern sofern eretwas Gemeinnütziges an sich hat, z. B. musikalische Anlagen;ferner sofern jedermann irgend etwas Ordentliches an sich hat,wie denn Manche gute Gesellschafter sind, ohne tugendhaft zusein; oder sofern sie gerade zu einander Passen, denn etwasGutes hat ja jeder.

Drittes Kapitel-

Sonstige Modifikationen der Freundschaft außer den drei Hanptarten.

So haben wir also drei Arten von Freundschaft, bei allenfindet eine gewisse Gleichheit statt, welche eben die Bezeichnungals Freundschaft begründet; denn auch die, welche aus Grundder Tugend Freunde sind, sind es deßhalb, weil ihre Tugendgleicher Art ist. Ein anderer Unterschied, der noch zu nennenist, besteht darin, daß auf einer Seite ein Ucbergewicht stattfin-det, wie im Verhältniß der göttlichen Tugend zur menschlichen.Dieß ist eine besondere Art der Freundschaft und dazu gehörtüberhaupt die Freundschaft zwischen den Höheren und Niederen,wo ja auch das Recht ein verschiedenes ist; es ist nemlich gleichder Art nach, aber nicht gleich in quantitativer Beziehung. Zudieser Kategorie gehört ferner das Verhältniß des Vaters zumSohn, des Wohlthäters zu dem, welchem er Wohlthaten erwiesen