äußerlichen, zufälligen Verhältniß zu einander, noch gehören sieunter Eine Art, sondern sie beziehen sich vielmehr aus Eine be-stimmte Art. Nun ist das schlechthin Gute und das schlechthinAngenehme Eins und dasselbe und zu gleicher Zeit, wofern nichtein besonderes Hinderniß im Wege steht; ferner der wahrhafteFreund, der, welcher schlechthin Freund ist, ist der Freund imersten Sinn, dieser aber ist von der Beschaffenheit, daß er anund für sich selber begehrenswerth ist, (eine solche Beschaffenheitmuß nothwendig bei ihm vorhanden sein; denn wie Einer wünscht,daß das Gute um seiner selbst willen vorhanden sei, so muß erauch wünschen, daß er selbst begehrt werde), — der wahreFreund aber ist schlechthin angenehm: hieraus nun folgt, daßder Freund überhaupt, zu welcher Art er auch gehören mag,angenehm ist.
In diesem Punkt sind noch genauere Bestimmungen erfor-derlich; es erhebt sich nemlich der Einwand, ob das relativ, fürden Einzelnen Gute oder das schlechthin Gute Gegenstand derFreundschaft ist, und ob das aktuelle Lieben mit Lust verbundenist, so daß auch das, was Gegenstand der Freundschaft ist, an-genehm ist, oder nicht? Beides ist nemlich zu verbinden; wasnemlich nicht schlechthin gut ist, sondern schlechthin übel, ist, fallses vorkommt, zu fliehen, und was nicht für den Einzelnen gutist, berührt ihn gar nicht, vielmehr liegt gerade hierin der Punkt,ans welchen es bei der Frage ankommt, daß das schlechthin Gutein dieser Beziehung relativ gut sei. Es ist nemlich begehrcns-werth das schlechthin Gute, für den Einzelnen aber das für die-sen Gute, und beide Arten von Gutem müssen zusammenstimmen.Und dies; wird nun durch die Tugend bewirkt, und die bürger-liche Tugend zielt eben darauf hin, daß, wo es noch nicht ist,es doch werde, sofern nur der Mensch in der richtigen Weiseseinen Weg weiter geht; denn es liegt in der Natur, daß dasschlechthin Gute anch relativ gut ist. Ebenso wenn ein Mannnach einem Weib begehrt, und zwar ein schöner Mann ein häß-liches Weib, der Weg dabei aber durch das Angenehme geht, somuß nothwendig das sittlich Gute angenehm sein. Wenn aberdiese Zusammenstimmung nicht vorhanden ist, so kann Gegenstand