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der, welcher etwas verdiente, aber nicht glaubt, es zu verdienen,wenn es ihm zu theil wird. Nun ist noch der übrig, welcherzu diesen beiden den Gegensatz bildet, derjenige nemlich, welcherdes Großen würdig ist und sich zugleich für würdig hält, unddessen ganzer Charakter so angelegt ist, daß er sich für würdighält. Dieser ist lobenswerth und steht in der Mitte zwischenjenen beiden. Da nun in Beziehung auf das Streben nachEhre und aus den Gebrauch der Ehre wie der andern, wirklichwerthvollen Güter die Hochsinnigkeit das beste Verhalten ist, undda wir ein solches Verhalten, nicht aber eine Richtung auf dasNützliche, dem Hochgesinnten beilegen, und da zugleich dieses mitt-lere Verhalten das lobenswertheste ist, so folgt daraus, daß auchdie Hochsinnigkeit ein mittleres Verhalten sein muß. Von denExtremen, die wir oben aufgezählt haben, besteht das eine darin,daß man sich großer Güter für würdig hält, während man der-selben nicht würdig ist, und dieß ist die Aufgeblasenheit, — dennaufgeblasen nennen wir ja solche Menschen, welche meinen, großeszu verdienen, während sie es nicht verdienen, — das andere be-steht darin, daß man sich des Großen nicht für würdig hält,während man desselben würdig ist, und dieß ist die niedrige Ge-sinnung, — das Wesen des niedrig Gesinnten besteht ja darin,daß man die nöthigen Erfordernisse besitzt, um einer großen Sachewürdig zu sein, aber doch glaubt, mau sei derselben nicht wür-dig — woraus denn mit Nothwenigkeit folgt, daß die Hochsinnig-keit das Verhalten ist, welches zwischen Aufgeblasenheit und nied-riger Gesinnung in der Mitte steht. — Was den vierten der.obenunterschiedenen Fälle betrifft, so ist ein Mensch, der sich in diesemFall befindet, nicht zu tadeln, er ist aber auch nicht hochgesinnt,da er eben mit dem Großen nichts zn thun hat; er ist nemlichdes Großen weder würdig, noch glaubt er dieß zu sein, daher erauch keinen Gegensatz gegen den Hochgesinnten bildet. Man könntefreilich annehmen, daß dem, welcher des Großen würdig ist undes auch zn sein glaubt, der entgegengesetzt ist, der des Kleinenwürdig ist und es zu sein glaubt. Aber der eben Genannte istnicht entgegengesetzt, sofern er einmal nicht tadelnswerth ist; seinVerhalten entspricht nemlich ganz den Vorschriften der Vernunft;