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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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während es seine Art ist, die Menge und ihre Meinung geringzu achten. MM muß daher in dieser Beziehung noch genauerunterscheide». Es gibt nemlich eine Ehre, eine kleine und einegroße, in doppeltem Sinn. Sic beruht nemlich entweder dar-auf, daß man von der Menge, d. h. den nächsten besten, oderdaranf, daß man von den wirklich der Beachtung Würdigen ge-ehrt wird, und wiederum kommt es wesentlich darauf an, aufGrund von was die Ehre erwiesen wird. Groß ist nemlich dieEhre nicht durch die große Zahl der Ehrenden und auch nichtbloß durch ihre Qualität, sondern dadurch, daß sie wirklich einenWerth hat; geht man aber der Sache auf den Grund, so sindAcmter und andere Güter werthvoll und begchrenswerth nur insofern, als sie wirklich groß und bedeutend sind, daher auch keineTugend ohne Größe ist; und deßhalb kann man sagen, daß jedeTugend eine große, hohe Gesinnung mittheilt, nemlich jede, wiegesagt, auf ihrem eigenen Gebiet. Aber doch muß man nocheine besondere Hochsinnigkeit annehmen, welche von den übrigenTugenden zu unterscheiden ist, wie denn auch der, welcher siebesitzt, in ganz besonderem Sinn als hochgesinnt zu bezeichnen ist.Da nun manche Güter wirklich wcrthvoll sind, andere so, wiesie oben bestimmt worden sind,» da solche Güter theils wirklichgroß sind, theils klejn, und da dieser Güter Manche würdig sindund sich für würdig halten, so muß man unter diesen letzterenden Hochgesinnten suchen. Hier ist nun aber eine vierfache Un-terscheidung nöthig. Man kann nemlich des Großen würdig seinund sich zugleich für würdig halten, man kann ziveitens des Klei-nen würdig sein und sich zugleich für würdig halten, man kannsich aber auch zum Großen und zum Kleinen umgekehrt verhalten:es kann nemlich ein Mensch von solchem Charakter sein, daß er,während er nur des Kleinen würdig ist, meint, des Großen, derwirklich wcrthvollen Güter würdig zu sein, und ein Anderer istvon solchem Charakter, daß er des Großen würdig wäre, abernur des Kleinen würdig zu sein glaubt. Wer nun des Kleine»würdig ist, aber glaubt, des Großen würdig zu sein, ist zu ta-deln; denn es ist unverständig und nicht schön, nach etwas zustreben, was man nicht verdient; aber ebenso tadelnswerth ist