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So haben wir denn in der obigen Ausführung wohl zurGenüge dargelegt, was dasjenige ist, worauf die Tapferkeit alsein mittleres Verhalten sich bezieht, zwischen welchen Extremensie in der Mitte steht, was ihre Motive sind und welche Beden-tung das Furchtbare hat.
Zweites Kapitel.
Bon der Mäßigung oder Selbstbeherrschung.
Hienach müssen wir die genaueren Bestimmungen ansstellenüber die Selbstbeherrschung und Zügellosigkeit. Der letztere Aus-druck ist in mehrfacher Bedeutung zu verstehen. Es gehört da-hin einmal das Verhalten dessen, der nicht gezügelt, nicht ärztlichbehandelt ist, wie man „unbeschnitten" nennt, was nicht beschnittenist, und zwar theils, was beschnitten werden kann, theils wasnicht beschnitten werden kann; denn unter „unbeschnitten" ver-steht man bald, was gar nicht beschnitten werden kann, bald waszwar beschnitten werden kann, aber nicht beschnitten ist; ebensoist es auch beim Zügellosen oder Ungezügelten, man nennt so-bald das, was seiner Natur nach gar nicht gezügelt werden kann,bald das, was zwar gezügelt werden kann, aber nicht gezügeltist in Beziehung auf Fehler, in Betreff deren der sich Beherr-schende das richtige Verhalten beweist, — wie dieß bei den Kin-dern der Fall ist; die letztere Art von Zügellosigkeit ist ja die-jenige, welche wir bei den Kindern im Auge haben. — Fernerheißen ziigellos diejenigen, welche durch Zügelung schwer oder garnicht zu heilen sind. Indem nun die Zügellosigkeit mehrere Be-deutungen hat, so ist klar, daß diese Arten auf gewisse Arle»von Lust oder Unlust sich beziehen, und daß auf einem gewissenVerhalten zu diesen Arten ihr Unterschied sowohl unter einander,als auch gegenüber von anderen beruht; wir haben ja obenschon im einzelnen dargelegt, in wiefern wir den Ausdruck „Zü-gellosigkeit" in übergetragener Bedeutung gebrauchen. Diejenigennemlich, welche aus Unempfindlichkeit zu denselben Arten von Lust
>) Wen» dieß ans II. n sich beziehen soll, so ist dort eine Lücke anzimehmen,Aristoteles Endemische Sthik, 8