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beim auch die Leidenschaft enthält eine gewiss« Lust, sofern siedie Hoffnung auf Rache in sich schließt; aber dennoch kann maneinen Menschen nicht tapfer neunen, der um dieser Lust oder umeiner andern willen, oder um einer größeren Unlust zu entgehen,den Tod auf sich nimmt. Denn wenn das Sterben mit Lustverbunden wäre, so würden die Unmäßigen oft sterben, um ihreunmäßigen Gelüste zu befriedigen, wie auch so, da doch dasSterben selber keine Lust erweckt, sondern nur das, was denTod hervorbringt, Viele durch Unmäßigkeit dem Tod verfallen,obgleich sic wissen, wie es ist, und von diesen allen kann mankeinen als tapfer bezeichnen, wenn er auch noch so bereit wäre zusterben. Ebensowenig ist ein Mensch tapfer, der stirbt, um sichjeder Anstrengung zu entziehen, was ja oft geschieht; wie dennauch Agathon sagt:
„Die Schlechten, die der Mühe nicht gewachsen sind,
Begehren wohl zu sterben;"
und so lassen auch die Dichter den Chiron in der Sage wegender Schmerzen, die seine Wunde ihm bereitet, den Wunsch ans-sprechen, daß er doch sterben möchte; er war nemlich unsterblich.Aehnlich verhält es sich auch mit denjenigen, welche auf Grundder Erfahrung den Gefahren standhälten, wie denn dieser Beweg-grund im Krieg bei den Meisten maßgebend ist. Es trifft hiergerade das Gegenthcil zu von der Meinung des Sokrates, daßdie Tapferkeit ein Wissen sei. Denn die, welche auf die Mast-bäume hinaufzustcigen verstehen, haben ihre Zuversicht nicht dcß-halb, weil sie das Furchtbare daran kennen, sondern deßwegen,weil sie wissen, was sie gegen die Gefahr schützt; und der Grund,weßhalb die Soldaten mehr Zuversicht im Kampfe zeigen, istnicht Tapferkeit. Sonst müßte auch die Stärke und der Reich-thum eine Tapferkeit sein nach dem Wort des Theognis^):
„Jeglicher Mau», dem die Hände die Armuth bindet" u. s. w.
Allerdings zeigen Manche, die eigentlich feig sind, dennoch oft
Athenischer Tragtier, etwa? jünger al» EnripideS.H 8. Lheogn. l77 f.